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Willkommen in München

'Mosaikstein' Martínez offiziell vorgestellt

Er staunte nicht schlecht. Rund 100 Journalisten waren gekommen, ein Blitzlichtgewitter begrüßte ihn auf dem Pressepodium der Allianz Arena: Javier Martínez, den spanischen Neuzugang des FC Bayern München. „Die Erleichterung ist groß, dass ich endlich da bin“, erklärte der 23-Jährige, der entspannt, äußerst smart und souverän seinen ersten großen Auftritt meisterte.

Nach der rund 45-minütigen Vorstellungsrunde, an der auch Sport-Vorstand Matthias Sammer und Cheftrainer Jupp Heynckes teilnahmen, betrat Martínez erstmals den Rasen der Allianz Arena und posierte im Bayern-Trikot mit der Nummer 8 für die Fotografen. Als plötzlich 50 Schulkinder, die sich auf der Tribüne versammelt hatten, lautstark im Chor „Martinez“ riefen, strahlte er über das ganze Gesicht. Und das Staunen über seinen neuen Arbeitgeber ging weiter.

Martínez gab FCB News anschließend in der Bayern-Kabine ein Exklusiv-Interview. Über den Schränken der Stars hängen Portraits von jedem Spieler. Der 23-Jährige blickte sich immer wieder um. Es schien, als würde ihm nun erst so richtig bewusst werden, dass er sich zukünftig an diesem Ort gemeinsam mit Spielern wie Franck Ribéry, Arjen Robben, Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger auf große Spiele einschwören wird.

„Ein Traum wird Wirklichkeit. Diese Riesenarena, diese Räumlichkeiten. Es könnte schöner nicht sein“, berichtete Martínez, der bei seiner Vorstellung lässig gekleidet erschien und anschließend das Bayern-Trikot mit der Rückennummer 8, das er von Heynckes und Sammer überreicht bekommen hatte, gar nicht mehr ausziehen wollte. Martínez: „Ich kann es kaum erwarten, dieses Trikot bald bei einem Spiel überzustreifen. Es ist ein tolles Gefühl, hier zu sein.“

Es hatte ja schließlich auch lange gedauert, ehe der deutsche Rekordmeister am Mittwoch endlich Vollzug melden konnte. „Großes Kompliment an die Klubführung, an Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner und auch an Justitiar Dr. Michael Gerlinger. Sie haben Großartiges geleistet, um diesen Transfer zu realisieren“, erklärte Sport-Vorstand Sammer. Heynckes war einfach nur „froh“, dass Wunschspieler Martínez endlich da ist.

Der Cheftrainer, der den Spanier bereits zu seiner Zeit als Coach bei Bayer Leverkusen im Visier gehabt hatte, geriet am Donnerstag geradezu ins Schwärmen: „Ich bin total überzeugt von ihm: Er hat Autorität, Persönlichkeit und verkörpert genau den Typ, den man im modernen Fußball auf der Position braucht.“ Martínez verfüge über „großes Defensivpotential“ und ein „überragendes Kopfballspiel“. Zudem könne der spanische Nationalspieler „ein Spiel lesen“. Zusammengefasst: „Er passt sportlich und charakterlich genau in unser Anforderungspotential.“ (Sammer)

Zuletzt als Innenverteidiger aufgelaufen

Heynckes plant seinen Neuen auf der Sechser-Position ein. Aber: Auch als Innenverteidiger ist Martínez eine Alternative. Dort agierte er zuletzt bei Athletic Bilbao. „Ich habe keine Vorliebe, das soll der Trainer entscheiden“, erklärte der 23-Jährige. Heynckes ist sicher, dass Martínez „sehr wertvoll“ werden wird: „Es ist wichtig, dass wir unser Puzzle zusammensetzen, er ist ein wichtiger Mosaikstein.“

Nun muss sich Martínez beim deutschen Rekordmeister und in seiner neuen Heimat München allerdings erst einmal eingewöhnen. Auch wenn er bei seiner Vorstellung einen ersten deutschen Satz von sich gab: Seine Sprachkenntnisse sind noch überschaubar. Er wolle aber so schnell wie möglich Deutsch und Englisch lernen, berichtete er. „Ich bin unkompliziert, werde hier sehr bald gute Freunde finden und mich zu Hause fühlen“, sagte Martínez.

Ablöse als 'Motivationsspritze'

Dabei unterstützen wird ihn seine Familie, die am Donnerstag bei der Pressekonferenz stolz im Publikum saß. Auch Trainer Heynckes wird eine entscheidende Rolle spielen. „Dass er Spanisch spricht, hilft mir ungemein“, sagte Martínez. Die hohe Ablöse, die der FCB für ihn bezahlt hat, belaste ihn nicht. Dies sei vielmehr eine „Motivationsspritze“. Denn: Martínez ist fürs Erste am Ziel seiner Träume, er läuft ab sofort für „eine der drei besten Mannschaften der Welt“ auf!

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