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Thomas Müller im Interview

'Wir sind gut vorbereitet'

Er war der Dauerbrenner der vergangenen Saison. Als einziger Spieler des FC Bayern absolvierte Thomas Müller alle 34 Bundesligaspiele, so wie auch in der vorangegangen Saison und in der davor. Mit 13 Torvorlagen war er hinter Franck Ribéry (20) zweitbester Vorbereiter der Liga und hätte mit seinem Tor in der 83. Minute den FCB beinahe zum Champions-League-Sieg geschossen. „Da trauert man dann doch hinterher, was man da verpasst hat“, sagte der 22-Jährige rückblickend im Interview mit fcbayern.de.

Doch die vergangene Saison sei inzwischen abgehakt, betonte der WM-Torschützenkönig von 2010. Der Blick geht bereits wieder nach vorne, denn am kommenden Wochenende startet die Bundesliga in ihre Jubiläumssaison. Vor dem Auftaktspiel des FCB in Fürth sprach Müller mit fcbayern.de über den Titelkampf in der neuen Saison, Sportvorstand Matthias Sammer, die Neuzugänge des Rekordmeisters und sein neuestes Hobby.

Das Interview mit Thomas Müller:

fcbayern.de: Servus Thomas, in zwei Tagen startet die Bundesliga in die Saison, kribbelt es schon?
Thomas Müller: „Kribbeln ist vielleicht das falsche Wort, weil es für uns im Grunde schon mit dem Supercup los ging. Das war das erste Spiel, auf das wir uns richtig vorbereitet haben, was den Trainingsrhythmus betrifft. Deswegen sind wir eigentlich schon gut drin, auch durch das Spiel in Regensburg. Ich freue mich auf den Start und natürlich ist man gespannt, dass es letztendlich wieder los geht.“

fcbayern.de: Es ist die 50. Saison der Bundesliga. Gibt es für Dich persönlich einen besonderen Moment, egal ob aktiv beteiligt oder nicht?
Müller: „Naja, von den ersten 30 Jahren habe ich ja nicht so viel gesehen. (lacht). 2001 war natürlich besonders. Gerade in der Zeit gab es ein paar Jahre, in denen es sehr knapp war mit der Meisterschaft. Es ist schon faszinierend, wie viel Glück, Pech, Schicksal und vor allem Emotionen die Bundesliga vermittelt. Das ist eigentlich das Spannendste, was Fußball alles auslösen kann.“

fcbayern.de: Zum Auftakt geht es gegen den Aufsteiger aus Fürth. Was denkst Du, erwartet Euch in der TROLLI Arena?
Müller: „Ein schweres Spiel. Die Fürther haben eine gewisse Euphorie, die sie aus dem Aufstieg mitgenommen haben und werden alles tun, damit sie im eigenen Stadion die Null halten. Sie werden läuferisch und kämpferisch alles in die Waagschale werfen, das ist immer unangenehm. Sie werden da sein und uns alles abverlangen.“

fcbayern.de: Mit den Siegen im Supercup und im DFB-Pokal habt ihr schon erste Erfolgserlebnisse gefeiert. Wie beurteilst Du diese beiden Spiele?
Müller: „Ich finde, beide Spiele hatten viel Positives. Natürlich hat noch nicht alles hundertprozentig funktioniert, was den mannschaftstaktischen Bereich angeht. Gegen Dortmund haben wir es in der ersten Halbzeit als Mannschaft super gemacht und kaum Torchancen zugelassen. In der zweiten Halbzeit waren wir dann nicht mehr so konsequent, die Räume waren größer, auch weil wir etwas müde wurden und Dortmund mehr Druck gemacht hat. Aber das ist in dieser Phase nicht problematisch. Man hat gesehen, wenn wir ein gutes Defensivverhalten haben, dann sind wir schwer zu schlagen. Das muss unser Ziel sein, dieses Spiel über 90 Minuten durchziehen. Insgesamt sehe ich uns auf einem sehr guten Weg, die Saison ist ja noch frisch.“

fcbayern.de: Wie oft geht Dir noch die Endphase der letzten Saison durch den Kopf? Insbesondere das CL-Finale, in dem der FCB dank Deines Tores schon eine Hand am Pott hatte?
Müller: „Ab und zu sieht man ja noch was im Fernsehen, kürzlich habe ich einen Bericht gesehen, der vor allem die Fans beleuchtet hat und ihre Emotionsausbrüche in entscheidenden Momenten. Da trauert man dann doch hinterher, was man da verpasst hat. Aber das muss man abhaken, das hat mit der neuen Spielzeit nichts mehr zu tun.“

fcbayern.de: Alle sprechen von einem Zweikampf zwischen dem FC Bayern und dem BVB. Siehst Du das genauso?
Müller: „Es werden immer andere Mannschaften eine Zeit lang mithalten, aber grundsätzlich denke ich, dass diese beiden von der Qualität am stärksten sind und die meiste Konstanz haben werden.“

fcbayern.de: Matthias Sammer ist seit sieben Wochen der neue Sportvorstand. Welchen Eindruck hast Du bisher von ihm?
Müller: „Bisher sehr positiv, wir haben alles gewonnen (lacht). Nein, im Ernst, man merkt schon, dass er akribisch dabei ist, die Feinheiten, die vielleicht entscheidend sein können, herauszufiltern und anzusprechen. Und man merkt seine Mentalität, diese Erfolgsbesessenheit. Das schadet uns nicht. Das tut jedem gut, zu wissen: Da ist jemand, der ist gierig auf Erfolg.“

fcbayern.de: Du bist wie die anderen deutschen Nationalspieler auch seit vier Wochen im Training. Wie weit bist Du schon in Deiner Form?
Müller: „Ich fühle mich ganz gut, auch meine Werte waren bis jetzt in Ordnung. Ich denke nicht, dass ich körperliche Defizite habe, wir sind gut vorbereitet.“

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