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Borisov kann kommen

Clevere Bayern zeigen in Bremen 'gute Moral'

Ein Blumenstrauß, eine Armbanduhr und eine Foto-Collage - Claudio Pizarro wurde vor dem Bundesligaspiel des FC Bayern bei Werder Bremen am Samstag reich beschenkt. Es war die offizielle Verabschiedung des ehemaligen Bremer Stürmers, der im Sommer aus der Hansestadt nach München wechselte. Weitere Gastgeschenke seitens der Bremer gab es aber nicht, die drei Punkte beim 2:0 (0:0)-Auswärtssieg im Weserstadion musste sich der deutsche Rekordmeister hart erarbeiten.

„Es war immer ein enges Spiel, Bremen hat uns lange das Leben schwer gemacht“, sagte Thomas Müller nach dem neunten Pflichtspielsieg in Folge, mit dem der FCB seinen eigenen Vereinsrekord aus der Saison 1984/85 egalisierte. „Mit dem Start jetzt können wir sehr, sehr gut leben, wir können sehr zufrieden sein“, meinte Kapitän Philipp Lahm, fügte aber zur Partie in Bremen an: „Insgesamt war das nicht so, wie wir uns das vorstellen.“

Erst ein später Doppelschlag von Luiz Gustavo (81. Minute) und Mario Mandzukic (83.) machte den sechsten Sieg im sechsten Ligaspiel perfekt. Bis dahin hatte der FCB trotz der größeren Spielanteile allerhand Mühe mit den lauffreudigen und zweikampfstarken Bremern, die diszipliniert ihre Strategie durchzogen. „Bremen hatte eine gute Ordnung, Aggressivität. Und sie haben spielerische Akzente gesetzt“, sagte Holger Badstuber gegenüber fcbayern.de.

Besonders in der ersten Halbzeit kamen die Bayern kaum einmal gefährlich vor das Tor der Gastgeber. „Wir haben zu langsam gespielt“, kritisierte Trainer Jupp Heynckes, „die Spieler haben meine Geduld ein wenig überstrapaziert.“ Erst nach „deutlichen Worten“ in der Halbzeitpause steigerte sich der Rekordmeister im zweiten Durchgang, auch dank der Einwechslungen von Mandzukic, Xherdan Shaqiri und Javier Martínez, die Heynckes hinterher als „spielentscheidend“ bezeichnete.

„Wir wissen, dass wir unser Spiel nicht so durchgebracht haben und schon bessere Spiele gezeigt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es aber clever gemacht und verdient die drei Punkte mit nach Hause genommen“, resümierte Badstuber. Gerade in solch engen Spielen dürfe man „nicht ungeduldig werden, zu offensiv spielen und sich auskontern lassen“, fand Bastian Schweinsteiger auch positive Ansätze und meinte: „Das gehört auch dazu, dass man ein Spiel in den letzten 10, 15 Minuten entscheidet.“

Bei aller Freude über die bislang makellose Bilanz in der Bundesliga gab es aber auch kritische Worte. „Was wir heute bis zum 1:0 gemacht haben, war einfach zu wenig, das muss man ganz klar sagen“, rügte Sportvorstand Matthias Sammer. „Wir haben sehr viele Fehler gemacht, wir waren teilweise lätschern. Den Sieg nehmen wir natürlich gerne mit. Aber lange Zeit war es ein richtiger Käse“, wurde Sammer deutlich, „das muss man schon kritisch anmerken.“

Gute Moral, aber zu viel Leerlauf

Zwar habe die Mannschaft „ein Spiel gewonnen, das sehr, sehr wichtig war“, dabei vor allem „zum Schluss eine gute Moral gezeigt“ und gegen die aggressiven Bremer „dagegengehalten“, insgesamt bemängelte Sammer aber zu „viel Leerlauf“ über weite Strecken der Partie. „Wir waren nicht so richtig hellwach und nicht so gallig“, zu viele Spieler hätten gegen Bremen „ihr Potenzial nicht abgerufen“.

Nur keine Zufriedenheit aufkommen lassen, das ist Sammers Intention. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht mit hängenden Schultern herumlaufen, weil zu viele Leute zu viel draufgeklopft haben“, meinte Sammer angesichts der jüngsten Siegesserie. Bei den Spielern scheint dies bereits angekommen zu sein. „Wir wissen, was wir zu verbessern haben“, sagte Badstuber, „und müssen in Borisov ausstrahlen, dass wir als Sieger vom Platz gehen werden.“

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