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Elf Jahre danach

FCB gegen Valencia? Da war doch was...

Philipp Lahm, damals 17 Jahre alt, und Bastian Schweinsteiger, damals 16, standen gerade kurz davor, ihren ersten großen Titel mit dem FC Bayern zu gewinnen (Deutsche A- bzw. B-Jugend-Meisterschaft). Thomas Müller (11) hatte gerade seine erste Saison im FCB-Trikot (D-Jugend) absolviert. Lang, lang ist’s her… Und dennoch: Der 23. Mai 2001 hat sich bei ihnen wie bei allen Bayern-Fans tief ins Gedächtnis eingegraben. Denn an diesem Tag gewann der FC Bayern die Champions League - gegen den FC Valencia, der an diesem Mittwochabend zum Auftakt der neuen Königsklassen-Saison in der Allianz Arena gastiert.

Zum ersten Duell der beiden Klubs seit dem Finale vor elf Jahren leben die Bilder von damals wieder auf: Wie Franz Beckenbauer auf der Ehrentribüne des San-Siro-Stadions vor Glück hüpfte; wie Stefan Effenberg den Henkeltopf stolz in dem Mailänder Nachthimmel stemmte; wie die Spieler Ottmar Hitzfeld und Uli Hoeneß hochleben ließen; wie Sammy Kuffour mit dem Pokal jubelnd im Tor vor der FCB-Fankurve kniete; wie sich Bixente Lizarazu den Pott über den Kopf stülpte; und natürlich wie Oliver Kahn den entscheidenden Elfmeter von Mauricio Pellegrino parierte.

Pellegrino (41) ist heute Trainer des FC Valencia. Mit dem derzeit verletzten David Albelda (35) hat er noch einen Spieler im Kader, der beim Finale 2001 auf dem Platz stand. Beim FC Bayern ist keiner mehr aktiv. Kahn im Tor; Kuffour, Andersson, Linke in der Dreier-Abwehrkette; Sagnol und Lizarazu auf den Flügeln; Scholl, Effenberg, Hargreaves, Salihamidzic im Mittelfeld; Elber vorne; Jancker, Sergio und Zickler wurden später noch eingewechselt - das sind die Helden von Mailand, aufgestellt von Ottmar Hitzfeld. 5:4 rangen sie Valencia im Elfmeterschießen nieder, nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden. In einem denkwürdigen Spiel, das bis zur Entscheidung insgesamt 17 Elfmeter erlebte.

'Den mache ich rein!'

Den ersten schon nach drei Minuten. Andersson lag im Strafraum auf dem Boden und bekam den Ball an die Hand, Schiedsrichter Dick Jol (Niederlande) pfiff: Strafstoß - eine sehr fragwürdige Entscheidung. Mendieta verwandelte. Wütende Angriffe der Bayern waren die Antwort. Und schon vier Minuten später pfiff Jol erneut, diesmal war es eine klare Sache: Angloma hatte Stefan Effenberg zu Fall gebracht - Elfmeter! Mehmet Scholl schoss, Valencia-Keeper Cañizares parierte mit den Beinen.

Doch davon ließen sich die Bayern nicht verunsichern und drängten Valencia in die Defensive. Fünf Minuten nach der Halbzeit hatten sie erneut die große Chance zum Ausgleich. Nach Carbonis Handspiel entschied Jol zum dritten Mal auf Strafstoß. „Es gab nur einen, der den schießen konnte“, meinte Linke. Und der trat dann auch zum Punkt: Effenberg. „Ich wusste: Wenn ich den verschieße, werden wir nicht mehr zurückkommen“, erinnerte sich Effe. Doch der FCB-Kapitän war „absolut überzeugt: Den mache ich rein!“ Er traf sicher zum 1:1 und ballte die Faust.

Kahn 'wie im Rausch'

Danach blieben die Bayern das bessere Team, weitere Tore fielen in der regulären Spielzeit aber nicht mehr. Auch nach der Verlängerung (damals mit Golden-Goal-Regelung) gab es keinen Sieger. Die Entscheidung musste vom Elfmeterpunkt fallen. Sergio trat als Erster an und verschoss. Auch Andersson brachte den Ball nicht im Tor unter. „Da habe ich gedacht, da kannst du nie mehr zurückkommen. Das war fast tödlich“, sagte Hoeneß damals.

Doch es gab ja Oliver Kahn. Der FCB-Keeper war „wie im Rausch. Ich war in einem Trance-Zustand und habe um mich die Zuschauer nicht wahrgenommen“, erzählte er später. Kahn parierte gegen Zahovic, Carboni und Pellegrino. Dann schrie er seine Freude hinaus, streckte die Arme in den Himmel und wurde in einer Jubeltraube begraben. Bilder von damals, an die Lahm, Schweinsteiger, Müller und alle Bayern-Fans beim Wiedersehen mit Valencia gerne zurückdenken.

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