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Sieg fürs Selbstvertrauen

FCB setzt gegen Valencia erstes 'Zeichen'

Es ist vergessen, die Niederlage verdaut, raus aus den Köpfen. Ganz so sicher konnte man sich vor dem Auftakt in die neue Champions-League-Saison noch nicht sein, ob die Spieler des FC Bayern den 19. Mai 2012, das verlorene Finale, diesen „herben Schlag“ (Holger Badstuber), tatsächlich so einfach aus den Kleidern geschüttelt haben (fcbayern.de berichtete). Genau vier Monate später traten sie dann tatsächlich eindrucksvoll diesen Beweis an - mit einem souverän herausgespielten 2:1 (1:0)-Sieg gegen den FC Valencia, der eigentlich deutlich höher hätte ausfallen können.

„Wir haben das Spiel klar beherrscht und haben absolut verdient gewonnen“, resümierte Karl-Heinz Rummenigge, nachdem der Rekordmeister die ersten drei Punkte in der Gruppe F eingefahren hatte. Der FCB-Vorstandschef bemängelte allerdings „Phasen der Unkonzentriertheit“. Und so wurde es nach den Toren von Bastian Schweinsteiger (38. Minute) und Toni Kroos (76.) in der Schlussphase sogar noch einmal spannend, als der Ex-Bundesliga-Spieler Nelson Valdez (90.+1) für Valencia per Kopf verkürzte.

Ernsthaft in Gefahr geriet der sechste Pflichtspielsieg in Serie aber nie, auch die Statistik spiegelte die Überlegenheit der Münchner wider: 17:5 Torschüsse, 63 Prozent Ballbesitz, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Rummenigge sprach von einem „wichtigen“ Sieg fürs „Selbstbewusstsein“. Laut Cheftrainer Jupp Heynckes setzte der FCB am Mittwochabend ein „Zeichen“.

Kapitän Philipp Lahm freute sich darüber, nach dem Auftaktsieg gegen den vermeintlich stärksten Gruppengegner „jetzt von vorne“ agieren zu können. Diese Rolle liege dem FC Bayern besonders. Und Kroos, der von der UEFA zum Man of the match gewählt wurde, sah eine „hervorragende“ erste Halbzeit. „Wir waren direkt im Spiel, aggressiv, haben uns Chancen herausgespielt und nichts zugelassen.“

In der Tat schoss Valencia vor der Pause nicht ein einziges Mal auf das von Manuel Neuer gehütete Bayern-Tor. Nach dem Wechsel wurden die Spanier aktiver - und der FCB etwas nachlässig. „Das müssen wir abstellen“, forderte Rummenigge. Auch Heynckes kritisierte den Gegentreffer in der Nachspielzeit. „Dass wir dann einen Elfmeter verschießen, ist auch unnötig“, ärgerte sich der Trainer. Mario Mandzukic war in der Nachspielzeit an Keeper Diego Alves gescheitert.

Nicht mehr auf dem Platz waren zu diesem Zeitpunkt Franck Ribéry, Claudio Pizarro und Javier Martínez. Ersterer klagte zur Pause über leichte Oberschenkelprobleme, vorsichtshalber nahm Heynckes den Franzosen vom Feld. Die beiden Startelf-Debütanten Pizza und Martínez powerten sich voll aus und verließen unter dem Jubel der 68.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena im Laufe der zweiten Halbzeit den Platz.

Martínez lässt 'Klasse aufblitzen'

„Es war schon aufregend, weil es mein erstes Spiel in der Champions League und mein erstes Spiel bei Bayern war. Da ist es ganz normal, Schmetterlinge im Bauch zu haben“, berichtete Martínez, der bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute „seine Klasse hie und da aufblitzen“ (Heynckes) ließ. Dass Martínez noch nicht bei 100 Prozent sein kann, ist selbstverständlich. Heynckes: „Er muss unsere Spielweise erst verinnerlichen. Das braucht Zeit.“

Die steht dem Spanier, der täglich Deutsch paukt, auch zu. Mit Luiz Gustavo, Anatoliy Tymoshchuk und auch Kroos, der ebenfalls auf der Sechs neben Schweinsteiger spielen kann, hat Heynckes in dieser langen, kräftezehrenden Saison zahlreiche, hochkarätige Alternativen, die alle zu ihren Einsatzzeiten kommen werden. „Es ist ein Marathon, wir haben gerade mal 1,2 Kilometer hinter uns gebracht und haben noch rund 40 vor uns“, mahnte Rummenigge, „wir sollten nicht den Fehler machen, schon an das Finale in London zu denken.“ Dieser findet in dieser Saison am 25. Mai 2013 statt.

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