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'So kann es weitergehen'

Jetzt freut sich Bayern auf die Champions League

Vor dem Anpfiff huldigten die Fans mit einer großen Choreographie der ersten FCB-Meisterschaft vor 80 Jahren (1932), nach dem Schlusspfiff feierten sie die Helden von heute. Das überlegene 3:1 (2:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 war der dritte Sieg im dritten Ligaspiel, die insgesamt zwölf dabei erzielten Tore bedeuten einen neuen Vereinsrekord und fünf Bayern-Siege in den ersten fünf Pflichtspielen einer Saison gab es zuletzt vor zwölf Jahren (2000/2001). „So kann es weitergehen, so sollte es weitergehen“, sagte Philipp Lahm.

Mit „exzellentem Fußball“ (Jupp Heynckes) stellten die Bayern gegen Mainz die Weichen in der ausverkauften Allianz Arena früh auf Sieg. Mario Mandzukic (2.) und Bastian Schweinsteiger (13.) trafen bereits in der Anfangsviertelstunde und Heynckes lobte Spielanlage und Tempo seiner Mannschaft in der ersten halben Stunde. „Dann waren wir aber zu passiv“, bemängelte der Chefcoach.

„Wir haben vielleicht einen Gang rausgenommen“, meinte Thomas Müller und sprach von „ein paar Leichtsinnigkeiten“, die sich eingeschlichen hätten. „Nach dem 2:0 müssen wir das dritte Tor machen, dann ist das Spiel erledigt“, fand Bastian Schweinsteiger. Der Mainzer Anschlusstreffer nach der Pause - Adam Szalai verwandelte einen von Dante verursachten Foulelfmeter (59.) - war zudem „unnötig“ (Lahm). Müller erzählte, dass sich Dante nach dem Schlusspfiff in der Kabine entschuldigt habe, „dass er da ein bisschen ungestüm hingegangen ist“.

Ausfälle kompensiert

Schwamm drüber! Denn nach dem Mainzer Treffer ließen die Bayern nichts mehr zu, ganz im Gegenteil: Sie schalteten wieder einen Gang hoch und erspielten sich Chance um Chance. In der Nachspielzeit (90.+2) sorgte schließlich Toni Kroos mit einem sehenswerten Volleytreffer für die endgültige Entscheidung. „Wir haben verdient gewonnen“, stellte Heynckes angesichts von 68 Prozent Ballbesitz, 21:7 Torschüsse und 32:8 Flanken für sein Team zufrieden fest.

Drei Siege und die Tabellenführung stehen also für den FCB nach drei Ligaspielen zu Buche - dieser Saisonstart ist auch deswegen bemerkenswert, da der Rekordmeister derzeit auf zahlreiche verletzte Spieler verzichten muss: Mario Gomez, David Alaba, Rafinha, Diego Contento fehlen schon seit Wochen, zu ihnen gesellten sich vor dem Mainz-Spiel kurzfristig auch noch Franck Ribéry und Arjen Robben (beide wegen muskulärer Probleme). Doch all diese Ausfälle werden kompensiert.

Martínez macht Fortschritte

„Das Spiel heute hat uns gezeigt, dass wir uns sehr gut verstärkt haben“, meinte Müller angesichts der neuen Breite des Kaders. „Wenn mal zwei, drei ausfallen, können andere sie ersetzen“, sagte Kroos. Manuel Neuer stellte fest: „Egal welcher Spieler reinkommt, wir gewinnen fast schon an Qualität.“

Zum Beispiel in der 75. Minute, als Javi Martínez eingewechselt wurde. „Er hat das Spiel beruhigt und nach vorne mitgestaltet“, lobte Heynckes den Neuzugang aus Bilbao. Noch sei dessen Integrationsprozess nicht abgeschlossen, noch habe er Trainingsrückstand, sagte der FCB-Chefcoach. Aber: Martínez macht Fortschritte. „Javi fühlt sich immer besser rein in die Mannschaft. Er wirkt auch fitter“, meinte Schweinsteiger.

Vorfreude auf Valencia

„Ich komme langsam in Form und fühle mich immer mehr in die Mannschaft integriert“, sagte Martínez selbst. In Bilbao trainierte er zuletzt einen Monat lang nicht mit der Mannschaft, seine ersten zwei Wochen in München empfand er daher als „eine Minivorsaison“. Er weiß: „Ich muss meinen körperlichen Zustand weiter verbessern und das aufholen, was noch fehlt.“ Sein Kurzeinsatz gegen Mainz dürfte ihn dabei weiter beflügeln. Denn die punktegenaue Vorlage zu Kroos' Treffer zum 3:1-Endstand stammte von ihm. „Das gibt Selbstvertrauen“, meinte der 24-Jährige.

Aber nicht nur Martínez, sondern die gesamte Mannschaft kann nun mit breiter Brust der Champions League entgegenblicken. Zum Auftakt gastiert am Mittwoch der FC Valencia in der Allianz Arena. „Jeder von uns freut sich auf Mittwochabend“, sagte Schweinsteiger. Dann will der FC Bayern seinen perfekten Saisonstart auch auf internationalem Parkett fortsetzen. Lahm meinte: „Jetzt geht’s richtig los.“

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