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Kroos und Schweinsteiger

Mittelfeld-Tandem glänzt gegen Valencia

Es war ein Jubel, der wie eine Befreiung, eine Erlösung wirkte. Als Bastian Schweinsteiger den FC Bayern im ersten Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Valencia in der 38. Minute mit 1:0 in Führung schoss, gab es kein Halten mehr. Mit weit ausgebreiteten Armen lief der Vize-Kapitän des deutschen Rekordmeisters quer durch den Strafraum der Spanier, um sich dann in den feuchten Rasen fallen zu lassen - und einfach nur zu freuen.

Es war kein Tor wie jedes andere für den 28-Jährigen, das wussten nicht nur die 68.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena, sondern auch seine Mannschaftskollegen, die sich bis auf Torhüter Manuel Neuer nur wenige Sekunden später geschlossen um den Torschützen versammelten, um ihn zu beglückwünschen. Auf den Tag genau vor vier Monaten, beim verlorenen Finale gegen den FC Chelsea, vergab Schweinsteiger den letzten Elfmeter gegen den späteren Titelgewinner, 123 Tage später gelang ausgerechnet ihm der erste Treffer in der neuen Königsklassen-Saison.

„Das ist Schnee von gestern. Dass man es nie vergessen wird, ist klar. Aber es hat nichts mit dem Auftreten gegen Valencia zu tun“, stellte Schweinsteiger nach dem Spiel im ZDF klar, dass auch er sich „nicht mehr jeden Tag“ mit der bitteren Finalniederlage vom 19. Mai beschäftigt. Abgehakt, der Blick richtet sich beim FC Bayern und insbesondere bei Schweinsteiger wieder nach vorne, auf die bevorstehenden Ziele der noch jungen Saison.

Und diese begann für den 95-maligen Nationalspieler nach der Europameisterschaft äußerst verheißungsvoll. Von Trainer Jupp Heynckes behutsam an den Spielbetrieb herangeführt, erzielte Schweinsteiger gegen Valencia bereits seinen dritten Treffer im dritten Pflichtspiel hintereinander. Nach Holger Badstuber hatte er die meisten Ballkontakte (91) und gewann zudem starke 73 Prozent seiner Zweikämpfe.

Wieder Spaß am Fußballspielen

„Er hat über weite Strecken wirklich gut gespielt. Er hatte einen großen Aktionsradius, hat unser Spiel über weite Strecken gelenkt und seine fußballerische Klasse gezeigt“, lobte Heynckes den Mittelfeldspieler, der aber „wie die gesamte Mannschaft“ noch „Luft nach oben“ habe. „Er kommt langsam physisch in den Zustand, den er vielleicht vor einem Jahr gehabt hat. Und hat auch wieder Spaß am Fußballspielen, das merkt man“, freute sich Heynckes mit seinem Spieler mit der Rückennummer 31.

Neben Schweinsteiger sorgte auch ein weiterer Mittelfeldakteur für Aufsehen: Toni Kroos. Der 22-Jährige war an den meisten gefährlichen Offensivaktionen des FCB beteiligt und erzielte gegen den spanischen Vertreter ebenfalls sein drittes Pflichtspieltor in Folge. Vier Mal schoss Kroos auf das gegnerische Tor, gab zudem vier Torschussvorlagen - Bestwert aller Akteure auf dem Platz.

Optimistisch für CL-Saison

„Wir wussten, dass wir es mit dem ärgsten Konkurrenten in dieser Gruppe zu tun haben. Wir haben in der ersten Halbzeit ein hervorragendes Spiel gemacht und waren direkt im Spiel drin“, analysierte Kroos nach dem Schlusspfiff den letztlich souveränen Auftakterfolg des FC Bayern. „Wir wollen genau so souverän und dominant in der Gruppe auftreten, wie wir es letzte Saison gemacht haben“, meinte der Techniker weiter.

Mit dem Auftaktsieg gegen Valencia hat der FCB den Grundstein zu einer erfolgreichen Gruppenphase gelegt. „Wir haben eine Mannschaft, die weit kommen kann. Vielleicht sind wir in der Breite sogar noch verbessert im Vergleich zum letzten Jahr. Deshalb bin ich sehr optimistisch für diese Champions-League-Saison“, blickte Kroos zuversichtlich in die Zukunft. Und wenn sich das Team mit dem Tandem Schweinsteiger/Kroos weiter steigert, ist auch in dieser Spielzeit wieder einiges möglich.

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