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Angriffslustig

Valencia will in München punkten

Natürlich musste diese Frage kommen. Und natürlich war Mauricio Pellegrino, Trainer des FC Valencia, darauf vorbereitet. Was er von der Schlagzeile im offiziellen UEFA-Magazin halte, wurde der Argentinier am Dienstagabend in der Münchner Allianz Arena gefragt. Pellegrino’s payback? (Pellegrinos Rache?) hieß es da in Anspielung auf seinen vergebenen Elfmeter im Finale 2001, der dem FC Bayern den bis dato letzten Titelgewinn in der europäischen Königsklasse bescherte.

„Wir sind im Jahr 2012, das Valencia von heute hat nichts damit zu tun, was war, als ich noch Spieler war“, stellte der inzwischen 41 Jahre alte Pellegrino klar. Dass er mit seiner Vergangenheit als Spieler endgültig abgeschlossen hat, machte der frühere Weltklasse-Innenverteidiger, der auch das Finale 2000 gegen Real Madrid verlor, im nächsten Moment deutlich. „Ich möchte gerne über meine Spieler und meine Mannschaft sprechen und keinen Geschichtsunterricht halten.“

Weniger defensiv zeigte sich Pellegrino, der im Sommer die Nachfolge von Unai Emery als Cheftrainer des spanischen Spitzenklubs antrat, in Bezug auf das Champions-League-Auftaktspiel seiner Mannschaft am Mittwochabend beim deutschen Rekordmeister. „Der größte Fehler, den wir machen können, ist, zu viel Respekt zu haben“, sagte Pellegrino und warnte sein Team vor zu viel Ängstlichkeit. „Fußball ist ein Spiel, in dem Fehler passieren. Immer. Wir müssen versuchen, so wenige wie möglich zu machen.“

Ähnlich wie ihr Trainer äußerten sich auch die Spieler des Tabellen-Elften aus der Primera Division. „Wir sind mit dem Ziel gekommen, das Spiel zu gewinnen“, sagte Abwehrspieler Ricardo Costa, ehemals beim VfL Wolfsburg in der Bundesliga am Ball. „Wir wissen, dass der FC Bayern München eine sehr starke Mannschaft ist. Aber wir haben große Lust und große Ambitionen. Wir werden morgen mit der Mentalität ins Spiel gehen, dieses zu gewinnen“, so Costa weiter.

Angriffslustig zeigte sich auch Stürmer Roberto Soldado. „Wir treffen auf die beste Mannschaft in der Gruppe in deren Stadion“, meinte der Nationalspieler. „Wir wollen versuchen, zu gewinnen, die drei Punkte zu holen und einen guten Start in die Champions League hinzulegen.“ In den Ligaspielen gegen die Top-Klubs aus Madrid (1.1) und Barcelona (0:1) habe man bewiesen, dass „wir ein gutes Niveau haben und mitspielen können. Bayern ist auf dem gleichen Level wie Real und Barcelona, da müssen wir genauso reagieren.“

Allerdings ließ Soldado vor dem ersten Spiel in der Vorrundengruppe F auch reichlich Respekt vor dem deutschen Rekordmeister durchblicken. „Vor allem offensiv haben sie ein beeindruckendes Potenzial, sie gehören zu den besten Teams in Europa und der Welt. Sie sind der Favorit, aber wir werden alles versuchen.“ Costa ergänzte: „Der FC Bayern ist eine komplette Mannschaft. Sie haben so viel Qualität. Wir müssen über 90 Minuten sehr konzentriert sein und keine Fehler machen.“

20 Spieler hat Pellegrino für den Gruppenauftakt in München nominiert, die bekanntesten Akteure sind die beiden Nationalstürmer Jonas und Soldado sowie die ehemaligen Bundesliga-Profis Costa und Nelson Valdez. Verzichten muss der argentinische Chefcoach auf seine angeschlagenen Landsleute Fernando Gago (ehemals Real Madrid) und Éver Banega, zudem fällt Routinier David Albelda, der einzig verbliebene Akteur aus dem 2001er Finale, wegen eines Muskelfaserrisses aus.

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