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1 Tor, 2 Vorlagen, Standing Ovations

David Alaba meldet sich zurück

„Märchenbuch-Comeback“, „grandios“, „überragend“ - am Mittwochmorgen überschlugen sich die österreichischen Zeitungen mit Superlativen. Gemeint ist David Alaba. Ein Tor und zwei Vorlagen hatte der 20-Jährige zum 4:0-Sieg Österreichs in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan beigesteuert - in seinem ersten Pflichtspiel nach drei Monaten Verletzungspause! Und was sagte er zu seiner Leistung? „Ich denke, das war ganz in Ordnung.“

Flanke von rechts - 1:0 (24. Minute)! Flanke von links - 2:0 (63.)! Dann traf er aus spitzem Winkel selbst, sein erstes Tor im 20. Länderspiel - 3:0 (71.)! Dazu kamen noch ein 20-Meter-Volleyschuss an den Pfosten (28.) und viele gute Aktionen. Mit Standing Ovations quittierten die 43.000 Zuschauer im Wiener Ernst-Happel-Stadion Alabas herausragenden Auftritt, als er in der 81 Minute ausgewechselt wurde.

'Einfach glücklich'

Es war, als hätte Österreichs Fußballer des Jahres nie eine Zwangspause einlegen müssen. Dabei hatte Alaba erst eine Woche zuvor, beim Testspiel gegen Unterhaching (2:0), erstmals nach zwölf Wochen wieder auf dem Platz gestanden. Sein letztes Pflichtspiel datiert sogar von vor fünf Monaten (12. Mai). Mitte Juli hatte er im Trainingslager im Trentino einen Ermüdungsbruch im linken Fuß erlitten. Doch das ist jetzt Vergangenheit.

„Ich war einfach glücklich wieder am Platz stehen zu dürfen“, sagte Alaba und wiegelte gleichzeitig ab: „Natürlich ist mir nach der langen Pause ein bisschen die Luft weggeblieben. Es fehlen noch ein paar Dinge: Schnelligkeit, Spritzigkeit, Genauigkeit im Passspiel. Aber das ist nach der langen Verletzung ja normal“, sagte der Mittelfeldspieler und dankte seinen Teamkameraden sowie ÖFB-Teamchef Marcell Koller für das entgegengebrachte Vertrauen: „Alle sind hinter mir gestanden und das hat mir sehr viel Sicherheit gegeben.“

Zurück zum FCB

Koller hatte Alaba nach dem Spiel in Unterhaching für die Partie gegen Kasachstan nachnominiert - in enger Absprache mit FCB-Chefcoach Jupp Heynckes, wie er erzählte: „Es war mir wichtig, mit Heynckes zu sprechen. Denn er kennt den Spieler, er ist jeden Tag bei ihm.“ Auch Alaba berichtete von einem Gespräch mit Heynckes: „Er hat sich für mich gefreut, dass ich wieder zur Nationalmannschaft reisen kann. Er hat es mir auch erlaubt.“

Dass Alaba dann gleich in der Startelf stehen würde, war dann aber schon einen kleine Überraschung - nur nicht für den Nationalcoach. „Bei David hatte ich keine Zweifel, dass sich sein Einsatz lohnen würde“, sagte Koller nach Alabas triumphalem Comeback, „ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man im ersten Spiel nach einer so langen Verletzungspause immer unglaublich motiviert ist. Da schießt du alles raus. Damit kann man die fehlende Spielpraxis überwinden.“

Diese Rechnung ging am Dienstag im Ernst-Happel-Stadion auf. „Es war ein sehr, sehr schöner Abend“, sagte Alaba, der jetzt auch beim FC Bayern möglichst schnell zu Einsätzen kommen will, vielleicht ja schon am Samstag in Düsseldorf: „Ich werde versuchen, im Training mein Bestes zu geben, und auf meine Chance warten.“

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