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4:4 nach 4:0

DFB-Team gibt Sieg aus der Hand

Die deutsche Nationalmannschaft hat auf dem Weg zur WM 2014 in Brasilien einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen. Nach starken 60 Minuten und einer klaren 4:0-Führung musste sich die DFB-Auswahl gegen Schweden am Ende mit einem 4:4 begnügen und blieb damit im vierten Qualifikationsspiel erstmals ohne Sieg. Trotz des Remis führt die deutsche Mannschaft die Tabelle in der Gruppe C mit zehn Punkten vor den Skandinaviern (7) an, die jedoch eine Partie weniger bestritten haben.

Vor 72.369 Zuschauern im Berliner Olympiastadion sorgten Miroslav Klose (8./15. Minute) mit seinen Länderspieltoren 66 und 67, Per Mertesacker (39.) und Mesut Özil (56.) eigentlich für klare Verhältnisse. Doch Zlatan Ibrahimovic (62.), Mikael Lustig (64.), Johan Elmander (76.) und Rasmus Elm (90.+3) nutzten in der letzten halben Stunde die Nachlässigkeiten in der deutschen Defensive zum kaum noch erwarteten Punktgewinn des Drei-Kronen-Teams.

„Wenn man 4:0 führt und 4:4 spielt, ist irgendwas falsch gelaufen. Man kassiert ein Tor, ein zweites hinterher, dann bricht alles zusammen. Das darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren“, sagte Kapitän Philipp Lahm, der nach seiner Gelbsperre wieder in die Startelf zurückkehrte und gemeinsam mit den anderen sechs FCB-Profis im Kader von Beginn an zum Einsatz kam. „Natürlich ist es unerklärlich. Ich habe so etwas noch nie erlebt“, meinte Bastian Schweinsteiger, „wir haben nur einen Punkt geholt, waren 4:0 vorn, das darf nie im Leben passieren. Das ist enttäuschend.“

Dabei begann die Partie aus Sicht der deutschen Elf mehr als vielversprechend. Bereits nach zwei Minuten hatte Thomas Müller zwei Mal die Führung auf dem Fuß, der FCB-Profi scheiterte jedoch zunächst am schwedischen Schlussmann und dann am Außenpfosten. Besser machte es kurz darauf Klose, der jeweils nach Vorarbeit von Marco Reus die ersten beiden Treffer der Hausherren erzielte (8./15.). Für den früheren Münchner war es der 14. Doppelpack im Nationaltrikot.

Mit dem schnellen Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken spielte das DFB-Team wie aus einem Guss, Mertesacker (39.) erhöhte noch vor der Halbzeit auf 3:0. Auch nach dem Seitenwechsel rollten die Angriffe auf das schwedische Tor, Müller (50.) und Schweinsteiger (52.) hatten weitere Möglichkeiten, ehe Özil (56.) die vermeintliche Entscheidung erzielte.

Doch weit gefehlt, denn plötzlich verloren die Hausherren im Gefühl des sicheren Sieges völlig den Faden, Ibrahimovic (62.) und Lustig (64.) verkürzten mit einem Doppelschlag auf 2:4. Die Skandinavier witterten unverhofft ihre Chance auf ein sensationelles Comeback, das Elmander (76.) und Elm (90.+4) doch noch perfekt machten. „Als Spieler ist das eine der allergrößten Sachen, die ich erlebt habe“, sagte Ibrahimovic hinterher ungläubig. Toni Kroos dagegen räumte ein: „Das darf einer Mannschaft wie uns nicht passieren, dafür gibt es keine Ausreden.“

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