präsentiert von
Menü
'Daraus lernen'

FCB will Niederlage 'wieder geraderücken'

Es gibt so Tage, da will die „Kugel einfach nicht rein“ (Jupp Heynckes). Beim Stand von 1:1 traf Claudio Pizarro das Standbein von Mario Mandzukic, von dort prallte der Ball an den Pfosten. In den Schlusssekunden, als der FCB alles nach vorne warf und sogar Manuel Neuer mitstürmte, köpfte Pizarro an die Querlatte. „Es hat uns in dieser Phase leider etwas das Glück gefehlt“, merkte Karl-Heinz Rummenigge an.

Mit 1:2 unterlag der FC Bayern am Sonntagabend schließlich zuhause Bayer 04 Leverkusen. „Wir müssen das so hinnehmen und daraus lernen“, erklärte Cheftrainer Jupp Heynckes. Mario Mandzukic (77.) hatte mit seinem achten Saisontor die Führung von Stefan Kießling (42.) ausgeglichen, ein unglückliches Eigentor von Jérôme Boateng (87.) besiegelte schließlich nach zuvor acht Siegen in Serie die erste Bundesliga-Niederlage der Bayern in der Saison 2012/13.

31:7 Torschüsse, 14:2 Ecken, 68 Prozent Ballbesitz, dazu die Aluminium-Treffer sechs und sieben in dieser Saison (Ligahöchstwert). All das half nichts. Am Ende, so Kapitän Philipp Lahm, „stehen wir mit leeren Händen da. Das ist sehr bitter.“ Und das vor heimischem Publikum gegen Leverkusen erstmals seit über 23 Jahren. Toni Kroos stellte klar: „Wir haben ein Spiel verloren - nicht mehr und nicht weniger.“

Die Münchner bleiben souveräner Tabellenführer der Bundesliga - der Vorsprung auf die Verfolger ist aber geschrumpft. Lahm: „Wir müssen aufpassen.“ Der Zweitplatzierte Schalke liegt noch vier Zähler zurück, Frankfurt fünf und Dortmund neun. „Die Mannschaften hinter uns haben sich sicher gefreut“, weiß Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende forderte: „Wir müssen jetzt zeigen, dass wir mit dem Druck besser umgehen können als im letzten Jahr zum selben Zeitpunkt.“

'Zu zäh gespielt'

Damals endete am 23. Oktober in Hannover (1:2) eine Serie von acht ungeschlagenen Liga-Partien in Folge. Im darauffolgenden Monat musste der FC Bayern sich dann Dortmund (0:1) und Mainz (2:3) geschlagen geben, die Verfolger schlossen in der Tabelle auf. Rummenigge hofft nun allerdings, dass „wir es im November 2012 besser machen als im November 2011. Die Qualität dazu haben wir!“

Gegen Leverkusen fand der deutsche Rekordmeister im ersten Durchgang nur schwer ins Spiel. „Da haben wir ein Stück zu wenig getan. Und dann läufst du in der zweiten Halbzeit natürlich der Zeit hinterher“, bemängelte Rummenigge. Auch Heynckes war nicht zufrieden, das Tempo habe vor der Pause in den Offensivaktionen gefehlt: „Da haben wir zu zäh gespielt und konnten so keinen Druck erzeugen.“

Neuer ärgert sich

Defensiv standen die Münchner eigentlich gut. Doch ein Billard-Tor von Kießling sorgte für die glückliche Führung der Gäste. Als die Bayern nach der Pause durch die Einwechslungen von Xherdan Shaqiri, Arjen Robben und Pizarro das 1:1 erzwangen und anschließend auf den Siegtreffer drückten, schlug es hinter Neuer bei einem Konter zum zweiten Mal auf äußerst unglückliche Art und Weise ein. Sidney Sam hatte Boateng den Ball aus kurzer Distanz ins Gesicht geköpft, Neuer war machtlos.

„Ich habe noch nie zwei so kuriose Gegentore in einem Spiel kassiert“, erklärte der Schlussmann, „wir waren die klar bessere Mannschaft. Der Frust ist riesig.“ Lange Zeit zum Ärgern bleibt zum Glück aber nicht. Schon am Mittwoch wartet im DFB-Pokal der 1. FC Kaiserslautern. „Da werden wir schon wieder eine sehr gute Bayern-Mannschaft sehen“, ist sich Heynckes sicher. Und Neuer erklärte: „Gut ist, dass wir ein Heimspiel haben und dass wir das wieder gerade rücken können!“

Weitere Inhalte