präsentiert von
Menü
Trainer-Analyse

'Jedes Spiel ist jetzt wie ein Endspiel'

Es war eine kurze Nacht in Minsk. Nach dem Bankett und nur wenigen Stunden Schlaf ging es schon am Morgen zum Flughafen und Richtung Heimat. Vor dem Abflug stand Chefcoach Jupp Heynckes den mitgereisten Journalisten noch einmal Rede und Antwort. Wie fällt seine Analyse des Borisov-Spiels aus? Und welche Auswirkungen hat die erste Saisonniederlage? fcbayern.de hat Heynckes' Aussagen eingefangen:

Frage: Herr Heynckes, wie fällt am Tag danach ihre Analyse des Borisov-Spiels aus?
Heynckes: „Meine Mannschaft hat in der ersten Halbzeit sehr ordentlich gespielt. Nach der Pause war der Gegner 20 Minuten stärker, auch weil unser Umschaltspiel nicht so gut funktioniert hat wie in den vorherigen Spielen. Wir waren in der Rückwärtsbewegung nicht so kompakt, wir haben das Spielfeld nicht klein gemacht und dem Gegner dadurch die Räume zum Kontern gelassen. In der ersten Halbzeit und in den letzten 15, 20 Minuten haben wir Druck gemacht, aber es hat leider nicht gereicht. Weil der letzte Pass nicht so präzise gekommen ist, weil der gegnerische Torwart überragend gehalten hat.“

Frage: Wie groß ist ihre Enttäuschung über das Ergebnis?
Heynckes: „Ich weiß, dass alles negativ gesehen wird, wenn man 1:3 verliert. Aber so war es nicht. Ich denke, dass man sehr sachlich damit umgehen muss. Es hat überall ein bisschen gefehlt: in der Konzentration, im letzten Pass, in der letzten Flanke oder auch vor dem Tor. Und es ist ja nicht so, dass man mit einem verlorenen Spiel plötzlich alles, was bis dato positiv gewesen ist, einstampfen kann.“

Frage: Was bedeutet das Ergebnis für den weiteren Verlauf der Gruppenphase?
Heynckes: „Wir wissen jetzt, dass wir uns in der Champions League überhaupt nichts mehr erlauben können, dass wir punkten müssen, dass wir jedes Spiel so angehen müssen, als wäre es ein Endspiel. Vielleicht ist das eine Konstellation, die uns letztendlich dazu bringt, jedes Spiel volle Pulle zu gehen, so konzentriert, so motiviert, so fokussiert zu sein, wie es notwendig ist.“

Frage: Warum hat Bastian Schweinsteiger nicht von Beginn an gespielt?
Heynckes: „Bastian hat nach seinem Aufbautraining permanent gespielt. Er hat schon in Bremen Ermüdungserscheinungen gezeigt. Und da muss ich reagieren und den Zeitpunkt sehen, wann es notwendig ist, dass er eine Pause bekommt. Es bringt nichts, wenn dem Spieler die Frische fehlt. Dann ist die Verletzungsgefahr viel zu groß. Zudem hatte er in Bremen noch einen Schlag auf den Knöchel bekommen.“

Weitere Inhalte