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'Bestens aufgestellt'

Jugendleiter Dremmler zieht eine erste Bilanz

Es ging Schlag auf Schlag. Jörg Butt verkündete nach nur wenigen Wochen als Leiter des FC Bayern junior teams seinen Abschied, ein Nachfolger wurde gesucht - und schnell gefunden: Wolfgang Dremmler, früherer Nationalspieler und in den vergangenen 17 Jahren FCB-Chefscout, übernahm. Und zwar mit Leib und Seele. „Das war auch früher schon meine Welt. Der Job macht mir sehr, sehr viel Spaß“, erklärte der 58-Jährige, der Mitte der 90er Jahre das junior team beim FC Bayern installiert hatte.

Rund zweieinhalb Monate ist es nun her, als Dremmler die Umzugskisten packte, sein Büro im ServiceCenter verließ und sein neues im junior team-Haus bezog. Dort, in seinem neuen, alten Metier, fühlt sich Dremmler längst wieder heimisch. „Jetzt ist schon Ende Oktober, die Monate verfliegen nur so. Das Gute ist: Man kann nicht alt werden.“

Freie Tage sind im Leben Dremmlers nur noch rar gesät. Bei jedem Spiel der zweiten Mannschaft (U23) - egal, ob zuhause in Heimstetten oder auswärts in Aschaffenburg - ist der ehemalige FCB-Profi vor Ort. Die Partien anderen U-Mannschaften versucht Dremmler ebenfalls so gut wie möglich abzudecken, um sich so ein noch genaueres Bild der Bayern-Talente zu machen. Dies aber, so Dremmler, sei für ihn „keine Arbeit“, sondern „reinstes Vergnügen“.

Sonderlob für Michael Tarnat

Von dem, was Dremmler in den vergangenen Wochen auf den Fußballplätzen beobachtet hat, ist er durchaus angetan: „Die U23 ist mit vielen jungen Spielern auf einem super Weg, die U19 und die U17 sind zufriedenstellend gestartet und auch mit der U16, U15, U14 und U13 stehen wir gut da.“ Insgesamt habe man „sehr ausgeglichene und hochwertig besetzte Kader“. Dremmlers Resümee: „Wir sind bestens aufgestellt.“

Nicht nur auf dem Platz. An den Seitenlinien stehen „äußerst kompetente, kreative und schlaue“ Trainer sowie mit Michael Tarnat ein sportlicher Leiter, dem Dremmler „ein großes Lob“ ausspricht: „Es wirkt alles sehr harmonisch und griffig. Wir haben viele Querdenker, die nicht nach Schema F arbeiten.“

Als „einwandfrei“ bezeichnete U19-Trainer Marc Kienle die Zusammenarbeit im junior team und schwärmte vom „großen Potenzial“ seiner „ehrgeizigen“ Mannschaft: „Wir haben eine gute Mischung.“ Und das, obwohl er akzeptieren muss, das einige seiner potentiellen Leistungsträger - Leopold Zingerle, Daniel Wein oder Pierre-Emile Hojbjerg - bereits eine Jahrgangsstufe höher, in der U23, kicken.

Enge Zusammenarbeit mit den Profis

Spieler so früh in den Herrenbereich hochzuziehen, sei stets eine schwierige Entscheidung, berichtete Jugendleiter Dremmler. Ist es überhaupt sinnvoll, dass ein talentierter Spieler eine Jahrgangsstufe überspringt? Oder bremst man dadurch vielleicht sogar seine Entwicklung? Fragen, die Dremmler und seine Kollegen im junior team regelmäßig konträr und leidenschaftlich diskutieren. „Wir müssen eine Balance finden“, betonte der 58-Jährige. Letztendlich gehe es immer darum, Talente „oben im Profibereich zu platzieren“. So, wie das in den vergangenen Jahren „vielfach gelungen“ ist.

Um auch in Zukunft einen Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Holger Badstuber oder David Alaba hervorzubringen, findet ein regelmäßiger Austausch mit Sport-Vorstand Matthias Sammer sowie den Trainern der Profis, Jupp Heynckes, Peter Hermann und Hermann Gerland, statt. „Das funktioniert sehr gut, wir arbeiten ganz eng zusammen“, sagt Dremmler.

Alles in Allem fühlt sich der Jugendchef des FC Bayern nach zweieinhalb Monaten in seinem neuen, alten Aufgabengebiet wieder ganz wie zuhause. „Es ist nicht so, dass wir dringend Input brauchen, weil das und das nicht funktioniert“, sagte er, „hier steht eine Abteilung, die sehr gut angelaufen ist in dieser Saison.“

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