präsentiert von
Menü
Spuren der Vergangenheit

Ribéry und Dante zurück in alter Heimat

Sie herzten ihn. Sie schossen Fotos. Sie baten um ein Autogramm. Franck Ribéry hatte erst rund zwei Meter auf französischem Boden zurückgelegt, da stürzte sich das Flughafenpersonal bereits auf ihn. Der Monsieur aus München ist mal wieder im Lande: 2009 ging’s mit dem FC Bayern nach Bordeaux, 2010 nach Lyon und in der vergangenen Saison nach Marseille. Diesmal machen Ribéry und der FCB in der Champions League im nordfranzösischen Lille Halt. Eine Reise, zurück in die Vergangenheit - für Bayerns Flügelflitzer und den Brasilianer Dante.

Denn: Lille war die erste Station des Lockenkopfs in Europa. Im Januar 2004 wagte Dante den Schritt aus Brasilien in den kalten, nordfranzösischen Winter. Und auch Ribéry, dessen Heimatort Boulogne-sur-Mer nur rund 100 Kilometer entfernt liegt, erlebte beim heutigen CL-Gegner des FC Bayern eine prägende Zeit: Der französische Nationalspieler hatte im Alter von 13 bis 16 einige Jahre in der Jugendakademie des LOSC Lille verbracht, ehe er in seinen Heimatort Boulogne-sur-Mer zurückkehrte.


„Ich bin glücklich, wieder hier zu sein. Ich erinnere ich mich an tolle Momente. Die Zeit zählt zu den wichtigsten in meiner Karriere“, erklärte Ribéry, der noch immer eifrig Kontakt nach Lille hält. Einer seiner besten Freunde ist Sébastien Penacchio - ein ehemaliger Jugend-Teamkollege, der mittlerweile die LOSC-Reservemannschaft als Kapitän aufs Feld führt. Zudem pflegt Ribéry einen engen Draht zu den Nationalmannschaftskollegen Mickaël Landreau und Mathieu Debuchy.

Trotz aller Sympathie: Bayerns Flügelflitzer wird am Dienstagabend sicherlich keine Geschenke verteilen: „Beide Teams müssen gewinnen. Wir müssen einfach spielen wie immer: Den Gegner unter Druck setzen und versuchen, ein frühes Tor zu erzielen.“ Ribéry, dessen Familie sich die Partie im nagelneuen Grand Stade Métropole nicht entgehen lassen wird, erwartet allerdings ein „schwieriges Spiel. Lille wird sehr motiviert sein. Sie laufen viel, kämpfen und sind sehr aggressiv.“

Ribéry ist in einer 'überragenden Form'

Dies wird allerdings wohl nicht viel helfen, wenn der FC Bayern und insbesondere Ribéry ihre starken Leistungen der vergangenen Wochen bestätigen können. „Franck ist in einer überragenden Form“, lobte Jupp Heynckes seinen Schützling, „ich kann mir gut vorstellen, dass er gegen seinen ehemaligen Klub und in seinem Heimatland doppelt motiviert ist.“ Auch Dante schwärmte: „Franck ist topfit und spielt eine tolle Saison. Ich freue mich für ihn.“

Gleiches gilt für Dante selbst. Der Brasilianer hat die Erwartungen nach seinem Wechsel bislang mehr als bestätigt. Der Unterschied zu Ribéry: Seine Erinnerungen an die Zeit in Lille sind nicht ganz so positiv. „Ich bin mit 20 hierhergekommen und konnte die Sprache nicht. Es haben mir meine Familie, meine Freunde gefehlt“, blickte der Defensivmann zurück. Das „Heimweh“ habe die Situation nicht leicht gemacht.

'Ich habe schlussendlich davon profitiert'

Obwohl es eine „schwierige Phase“ in seinem Leben war - sie hat Dante geprägt und abgehärtet: „Ich habe viel gelernt und schlussendlich davon profitiert.“ Nach zwei Jahren und zwölf Ligaspielen für den LOSC Lille wechselte Dante im Januar 2006 nach Charleroi (Belgien). Mittlerweile ist der Brasilianer in München gelandet - genau wie Ribéry, der wohl beiden aus der Seele spricht, wenn er sagt: „Alles läuft beim FC Bayern sehr gut für mich.“

Für fcbayern.de in Lille: Nikolai Kube

Weitere Inhalte