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Gomez, Martínez, Dante

Drei Debütanten, drei Geschichten

Der Mond stand günstig am Samstag. Das konnte man in diversen Online-Mondkalendern nachlesen. „Dieser Tag ist gut geeignet, um Sport zu treiben“, hieß es beispielsweise. Oder: „Der Widdermond beschenkt Sie derzeit mit einer Sonderportion Power.“ Ein anderer prophezeite „starke Gefühlsregungen“. Und so kam es auch.

Bei der 5:0-Gala am Nachmittag/frühen Abend gegen Hannover 96 passte einfach alles beim FC Bayern. Besonders drei Akteure auf dem Rasen werden dieses Spiel nie vergessen: Mario Gomez, der nach langer Verletzungspause sein erstes Tor erzielte, sowie Javi Martínez und Dante, die ihren ersten Treffer für Bayern bejubeln konnten. Alles im hellen Schein des Mondes, der über das Dach der Gegentribüne neugierig in die Allianz Arena lugte.

Gomez' 'Gefühlsexplosion'
Es dauerte nur 26 Sekunden, dann meldete sich Mario Gomez endgültig zurück. 26 Sekunden nach seiner Einwechslung und dreieinhalb Monate nach seiner Sprunggelenks-OP traf er zum 5:0-Endstand. Sein Schlenzer aus spitzem Winkel passte genau ins lange Eck. Mit ausgebreiteten Armen drehte Gomez ab und bejubelte sein Tor-Comeback. „Ein geiles Gefühl“ sei dieser Moment gewesen, erzählte er anschließend von einer „Gefühlsexplosion. Wahnsinn, was da bei dem Tor nach dreieinhalb Monaten ohne Fußball für Glücksgefühle in einem hochkommen! Da spürt man wieder, was der Fußball einem bedeutet.“

Für die Mannschaft sei der Treffer vielleicht nicht so wichtig gewesen, meinte Gomez, „aber für mich schon! Es war für mich persönlich ein Riesen-Highlight!“ Denn damit hat er die längste Leidenszeit seiner Karriere endgültig abgehakt und seine Comeback-Woche perfekt abgerundet. Vier Tage zuvor, beim 1:1 in Valencia, hatte er erstmals zum FCB-Aufgebot gezählt und nach seiner Einwechslung den Bayern-Treffer vorbereitet. Jetzt traf er auch wieder selbst.

„Stolz und überglücklich“ bedankte sich Gomez bei Trainer Jupp Heynckes „für das Vertrauen“ und bei den heilenden Händen der medizinischen Abteilung, „die rund um die Uhr für mich da waren, denen ich jetzt 15 Wochen auf den Sack gegangen bin“. Trainer und Mitspieler freuten sich mit ihrem TORero. „Wer so lange verletzt war, hat es total verdient“, meinte Kroos. Heynckes sagte: „Er hat überragend in der Reha gearbeitet. Das Tor war unheimlich wichtig für ihn.“

Gerade rechtzeitig zum Jahresendspurt hat der FCB-Chefcoach jetzt eine Option mehr im Sturm. Den Konkurrenzkampf mit Mario Mandzukic und Claudio Pizarro sieht Gomez „sehr entspannt. Der Mario macht seine Sache super, der Claudio macht seine Sache super und ich versuche jetzt auch, meine Sache gut zu machen. Der Trainer weiß, was er tut. Er tut das Beste für die Mannschaft. Es ist schön für ihn, solche Optionen zu haben.“

Martínez' Trophäe
26 Sekunden bis zum ersten Tor? Bei Javi Martínez dauerte die Premiere ein bisschen länger. Aber er ist ja auch kein Stürmer, sondern ein defensiver Mittelfeldspieler. Gegen Hannover, im 17. Pflichtspiel für den FC Bayern, traf er zum ersten Mal und war danach „sehr glücklich. Das war mein erstes Tor für den FC Bayern und in der Bundesliga, das ist schon etwas Besonderes.“

Den Spielball nahm er als Andenken mit nach Hause. „Das ist meine erste Trophäe in Deutschland“, sagte Martínez am Sonntag bei FCB News. Per Twitter und SMS habe er „viele, sehr viele“ Glückwünsche aus der Heimat erhalten. „Die Leute freuen sich sehr für mich. Meine Familie und Freunde verfolgen das genau und wünschen sich natürlich, dass es mir gut geht.“

Und es geht ihm gut. Knapp drei Monate ist Martínez inzwischen beim FC Bayern und blüht immer mehr auf. Gegen Hannover habe der zweikampfstarke Spanier nicht nur wegen seines Tores „ein überragendes Spiel“ abgeliefert, lobte ihn Heynckes. „Javi hat gezeigt, warum wir ihn gekauft haben.“ Martínez sei „voll integriert“, betonte Philipp Lahm. Und Toni Kroos meinte: „Ich glaube, ihm ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass er endlich sein erstes Tor gemacht hat. Dazu noch so ein schönes.“

In der dritten Spielminute köpfte Bastian Schweinstiger nach einem Eckball quer zu Martínez und der beförderte den Ball artistisch per Fallrückzieher in die Maschen. „Ein super Tor“, freute sich Karl-Heinz Rummenigge, der kürzlich angemerkt hatte, dass man den „hundertprozentigen Martínez“ wohl erst in der Rückrunde erleben werde, wenn der Spanier die komplette Vorbereitung mit dem FC Bayern absolviert hat. „Schritt für Schritt geht es voran“, meinte der 24-Jährige, „es macht Spaß in der Mannschaft.“

Dantes Tänzchen
Bei Martínez' Treffer sah Dante noch aus nächster Nähe zu. Eine Stunde später traf er selbst - endlich! In den letzten Wochen und Monaten war der Innenverteidiger immer wieder bei Standardsituationen mit in den gegnerischen Strafraum geeilt, in seinem 19. Pflichtspiel für den FC Bayern hat es dann geklappt. In der 63. Minute köpfte er einen Freistoß per Aufsetzer ins kurze Eck und feierte tanzend auf dem Rasen - zum Rhythmus des brasilianischen Songs Pam pam ram pam pam von ED City, wie er via Twitter erklärte.

Nach dem Schlusspfiff präsentierte sich Dante strahlend den Reportern. Ein Tor zu erzielen sei „für jeden Verteidiger nur ein Bonus. Als Verteidiger denkt man nur daran, kein Tor zu kassieren“, erklärte der 29-Jährige, der zuletzt vor eineinhalb Jahren ein Bundesliga-Tor erzielt hatte (im März 2011). Weitere Treffer hat er sich vorgenommen: „Ich hoffe, dass ich noch mehr Tore machen kann.“

Seine Hauptaufgabe, das Verteidigen, hat Dante bislang tadellos erfüllt. Heynckes bezeichnete den ehemaligen Mönchengladbacher als „Klasse-Einkauf. Auch in der Kabine ist er ein unheimlich positiver Typ.“ Rummenigge stellte schon vor wenigen Wochen zufrieden fest: „Er ist eine große Verstärkung.“

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