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'Geerdet bleiben'

FCB freut sich über 'intelligenten' Heimsieg

Nicht alles klappte, oft fehlte der letzte Tick Präzision. Die Beine waren nach den vielen kräftezehrenden englischen Wochen etwas schwer. Doch die Bayern-Stars bissen auf die Zähne und zeigten im Heimspiel gegen den starken Aufsteiger Eintracht Frankfurt, dass sie nicht nur Fußball zelebrieren, sondern auch arbeiten können. „Wenn es mal nicht so frei von der Leber weg funktioniert, dann muss man clever und intelligent spielen. Das haben wir getan“, freute sich Cheftrainer Jupp Heynckes nach dem 2:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen den Tabellendritten.

Es war ein immens wichtiger Dreier, den die Bayern am Samstagnachmittag durch die Tore von Franck Ribéry (44.) und David Alaba (77./Foulelfmeter) einfuhren: Frankfurt wurde erst einmal auf zehn Punkte distanziert, der Vorsprung auf Schalke (7 Punkte) und den letztjährigen Deutschen Meister Dortmund (11) gehalten. „Es war entscheidend, dass wir keine Punkte eingebüßt haben“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, „wir können zufrieden sein, da wir alles so aufrechterhalten haben, wie es vor dem Spiel war.“

Das, so Bayerns Vorstandschef, war allerdings „ein hartes Stück Arbeit“. Das bisherige Überraschungsteam der Bundesliga aus Frankfurt agierte von Beginn an äußerst entschlossen. „Die haben ihr Heil in der Offensive gesucht und voll attackiert“, analysierte Thomas Müller, der im Laufe der zweiten Halbzeit in die Partie kam und für reichlich Wirbel sorgte. „Es war nicht unser bestes Spiel, es war ein bisschen vogelwild“, berichtete der Nationalspieler.

Dem FCB fehlte nach der 6:1-Gala gegen Lille unter der Woche „die Frische“, erklärte Kapitän Philipp Lahm. Auch deswegen habe man nicht so gut umgeschaltet wie zuletzt und defensiv einige hochkarätige Möglichkeiten zugelassen. Am engsten wurde es kurz nach der Pause, als der Frankfurter Bamba Anderson nach einem ruhenden Ball die Latte traf. „Manchmal haben wir nicht so schnell den Rückwärtsgang gefunden“, merkte auch Bastian Schweinsteiger an.

'Einfach nur gewinnen'

Und so entwickelte sich vor abermals ausverkauftem Haus in der Münchner Allianz Arena eine offene Partie. 23:18 Torschüsse belegen dies. Die vor allem im zweiten Durchgang überlegenen Bayern schossen zum richtigen Zeitpunkt die Tore und hätten in der Schlussphase dann auch noch deutlich höher gewinnen können. Am Ende stand ein glanzloser, aber verdienter Heimsieg. „Es ist immer schwer, wenn du am Mittwoch ein CL-Spiel hast und die anderen Mannschaften sich ausruhen können. Deswegen musst du solche Spiele einfach nur gewinnen, alles andere ist nicht so wichtig“, stellte Präsident Uli Hoeneß klar.

Der erneut starke Ribéry markierte nach toller Vorarbeit von David Alaba und Javi Martínez eine Minute vor dem Pausenpfiff das 1:0. Als die Partie drohte, zu einem Zitterspiel zu werden, erhöhte Alaba vom Elfmeterpunkt auf 2:0. „David hat immer verwandelt, wenn er bisher geschossen hat. Er hat gute Nerven. Das war wichtig in der Phase“, sagte Heynckes. Doch warum trat eigentlich der Österreicher an und nicht Müller, der zuletzt in Lille souverän vom Punkt eingenetzt hatte?

Alaba Elfmeterschütze Nummer eins

Müller selbst lieferte die Erklärung: „David stand auf der Liste ganz oben, weil ich nicht von Anfang an gespielt habe. Es war sich sicher.“ Und Alaba berichtete, dass man sich auf dem Platz nochmal abgesprochen habe. „Rausgekommen ist, dass ich es versuche. Es hat ja ganz gut geklappt.“ In der Tat, Frankfurts starker Torhüter Kevin Trapp war gegen den strammen Linksschuss machtlos.

Die Partie war entschieden, die Bayern feierten den zehnten Bundesliga-Sieg im elften Spiel. Das schaffte in Deutschlands höchster Spielklasse erst ein Team zuvor, der FC Bayern 1980/81. Am Ende wurde man Deutscher Meister. Doch das liegt noch in weiter Ferne! Rummenigge: „Wir tun gut daran, ruhig und geerdet zu bleiben. Gefeiert wird frühestens im Mai. Und ich hoffe, dass wir dann feiern dürfen.“

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