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'Allererste Sahne'

FCB überzeugt mit 'Top-Mannschaftsleistung'

Wenn man sich den perfekten Spieltag malen müsste, dann dürfte die 10. Runde in der Bundesliga wahrlich ein leuchtendes Beispiel sein: Auswärts wieder einen Dreier geholt, den Vorsprung an der Tabellenspitze ausgebaut und dazu einen neuen Rekord aufgestellt. Eine Woche nach der ärgerlichen Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen regiert beim FC Bayern nach dem souveränen 3:0 (1:0)-Erfolg beim Hamburger SV wieder Lust.

„Die Leistung meiner Mannschaft war allererste Sahne. Jeder hat für jeden gearbeitet. Ich bin sehr zufrieden, wie wir über 90 Minuten Fußball gespielt haben. Wir haben gegen einen engagierten und hochmotivierten Gegner ein ausgezeichnetes Spiel gemacht“, befand Bayern-Trainer Jupp Heynckes anschließend in den Katakomben der Hamburger Imtech-Arena. „Das ist fast schon Fußball-Kunst, es ist schön zuzuschauen“, lobte auch Vereinspräsident Uli Hoeneß.

Bastian Schweinsteiger per Flugkopfball (40. Minute), Thomas Müller mit einem Traumtor aus unmöglichem Winkel (49.) und Toni Kroos per Gewaltschuss (53.) hatten zuvor für den ersten Sieg in der Hansestadt seit November 2006 gesorgt. Nur vier Tage nach dem ungefährdeten Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern demonstrierte der deutsche Rekordmeister beim Bundesliga-Dino HSV, warum er derzeit nur schwer zu stoppen ist.

„Insgesamt war es heute von allen eine Leistung auf einem ziemlich hohen Niveau“, erklärte Sportvorstand Matthias Sammer. „Das war ein Superspiel von uns und eine Top-Mannschaftsleistung“, ergänzte auch ein glücklicher Torschütze Müller, der zu einem neuen Bundesliga-Rekord beitrug: Fünf Siege ohne Gegentor in den ersten fünf Auswärtsspielen (15:0 Tore) hat noch kein Team geschafft.

„Endlich haben wir in Hamburg mal wieder gewonnen, das war für uns zuletzt ein gefährliches Pflaster. Ich persönlich habe noch nie hier gewonnen“, freute sich Müller weiter. Nach der unglücklichen Niederlage in der Vorwoche und den bereits in der Öffentlichkeit gehandelten Parallelen zur Vorsaison könne man „die Diskussionen um die November-Depressionen beim FC Bayern jetzt ad acta legen“.

Im 95. Nord-Süd-Gipfel gab es ohnehin kaum Anlass zur Kritik. Zu deutlich war die Überlegenheit des Rekordmeisters vor 57.000 Zuschauern. „Das war ein wichtiger Sieg. Wir wollten gewinnen, nachdem wir gegen Leverkusen drei Punkte liegengelassen haben. Ein Erfolg in Hamburg ist allerdings nicht selbstverständlich“, so 1:0-Torschütze Schweinsteiger. „Wir arbeiten in der Defensive als Mannschaft besser als im letzten Jahr. Das Umschaltspiel von Defensive zur Offensive klappt besser.“

Auch HSV-Torhüter René Adler, der mit einigen Glanzparaden eine noch höhere Niederlage verhinderte, konnte nur neidlos anerkennen, dass der FC Bayern „an diesem Tag eine, wenn nicht mehrere Klassen besser war. Wenn du Klasseleute wie Müller oder Ribéry spielen lässt, dann sieht jede Mannschaft in der Bundesliga oder viele Mannschaften aus wie eine Schülermannschaft.“

Noch nichts gewonnen

Dass die Konkurrenz aus Frankfurt (1:1 gegen Greuther Fürth), Schalke (2:3 in Hoffenheim) und Dortmund (0:0 gegen Stuttgart) an diesem Spieltag allesamt ohne Sieg blieb, dürfte die Stimmung im Lager des souveränen Tabellenführers weiter heben. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung nach knapp einem Drittel der Saison schon auf das punktgleiche Verfolger-Duo aus Gelsenkirchen und Frankfurt.

„Jeder in der Liga, der auf einen Ausrutscher von uns gehofft hat, der hat heute Pech gehabt. Deswegen haben wir einen schönen Abend, der Rest der Spitzengruppe heute nicht. Deswegen freut es uns“, sagte Müller mit einem Augenzwinkern. Doch auch er weiß, wie das gesamte Team, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist.

Am Mittwoch kommt der LOSC Lille zum zweiten Champions-League-Heimspiel der Saison, drei Tage später gastiert der Überraschungs-Aufsteiger Eintracht Frankfurt in der Allianz Arena. Dementsprechend nüchtern kommentierte Alaba in Hamburg: „Noch ist nichts gewonnen. Wir müssen nach vorne schauen.“

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