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Tierisch starke Eintracht

'Frisch', Jung und ein Meier in Topform

Armin Veh machte am Donnerstag auf dem Pressepodium einen entspannten Eindruck. Kein Wunder: 20 Punkte nach zehn Spielen, Platz drei. Ein Saisonstart, mit dem bei Eintracht Frankfurt wohl niemand gerechnet hat. Der Aufsteiger liegt mehr als nur im Soll - da kommt das Auswärtsspiel beim FC Bayern gerade recht. Denn: Zu verlieren haben die Hessen am Samstag (15.30 Uhr) in der ausverkauften Allianz Arena rein gar nichts, eine komfortable Situation.

Zumal die Eintracht unter der Woche die Füße hochlegen konnte, während der FC Bayern am Mittwochabend in der Champions League eine richtungsweisende Partie zu bestreiten hatte. Ob er sich die Machtdemonstration der Bayern angeschaut hätte, wurde Veh zu Beginn der Pressekonferenz gefragt. „Nee, habe ich nicht. Ich möchte nämlich völlig unbelastet in dieses Spiel gehen“, erklärte der Coach mit ernster Miene.

Veh schwärmt vom FCB

Die aber war schnell verflogen, Gelächter machte sich breit - bei den Journalisten, bei Veh selbst. Natürlich hatte er am Mittwoch die Partie des deutschen Rekordmeisters gegen Lille sehr genau studiert, und natürlich zeigte er sich beeindruckt. „Was die da vorne wegzaubern, ist schon außerordentlich. Eigentlich hätten sie das Spiel zweistellig gewinnen müssen.“

Veh, 51 Jahre alt, ist ein erfahrener Trainer-Fuchs. Er weiß, was sich gehört. Und so schwärmte er am Donnerstag geradezu vom FC Bayern, dem Tabellenführer der Bundesliga: „Ich hätte sie vor der Saison nicht so stark eingeschätzt. Es scheint, als spielen sie in einer eigenen Liga.“ Nette Worte, die die Favoritenrolle der Bayern unterstreichen und den Druck komplett von seiner Mannschaft nehmen sollen. Insgeheim aber rechnet sich der Coach am Samstag in München einiges aus.

Matmour für Occean?

Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen in Folge sei sein Team nun wieder „griffiger und frischer im Training“. Einige Akteure hätten ihre Tiefs überwunden. „Ich halte es für kein probates Mittel, sich hinten reinzustellen und das haben wir auch nicht vor“, kündigte Veh an, „wir wollen versuchen zu agieren.“ Personell kann Veh fast aus dem Vollen schöpfen, einzig Innenverteidiger Carlos Zambrano (Zehenbruch) wird fehlen. Vorne könnte Karim Matmour anstelle des formschwachen Olivier Occean stürmen.

Ansonsten setzt die Eintracht auch in der Allianz Arena auf ein Trio, das die Bundesliga in diesen Tagen ordentlich durcheinander wirbelt: Alex Meier, mit sieben Saisontoren neben Thomas Müller der bislang erfolgreichste deutsche Torjäger, sowie Sebastian Jung (22, Rechtsverteidiger) und Sebastian Rode (22, defensives Mittelfeld). Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender der Eintracht, bezeichnete Rode zuletzt als „den besten Spieler, seitdem ich in Frankfurt arbeite“. Und das sind immerhin neun Jahre.

Lebendiges Maskottchen Attila

Die neue Eintracht, gespickt mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern. In der vergangenen Saison gelang den Hessen, die seit 2005 duch ein lebendiges Maskottchen (Steinadler Attila) unterstützt werden, der sofortige Wiederaufstieg. Trainer Veh integrierte im Sommer zehn Neuzugänge und erwischte mit seinem Team einen Blitzstart: Vier Siege zum Auftakt, und das als Aufsteiger- das gab es in der Geschichte von Deutschlands höchster Spielklasse noch nie.

Nun will das Bundesliga-Gründungsmitglied auch beim großen FC Bayern für Furore sorgen. Ob das mit Veh auf der Bank allerdings gelingt? In München gewann er als Trainer noch nie! Gute Vorzeichen also für die Bayern, nicht nur deswegen. Am 21. August 1965 feierte der FCB seinen allerersten Bundesliga-Sieg (2:0). Der Gegner: Eintracht Frankfurt.

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