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Schlaudraff im Interview

'Müssen absoluten Sahnetag erwischen'

Es war nur eine kurze Etappe seiner Karriere - aber eine wichtige. „Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich machen konnte.“ Eine Saison lang (2007/08) spielte Jan Schlaudraff für den FC Bayern. Der Durchbruch gelang dem Offensivmann beim deutschen Rekordmeister nicht, über die Jokerrolle kam er meist nicht hinaus. Und dennoch blickt Schlaudraff gerne auf seine Zeit beim FCB zurück, die mit dem Deutschen Meistertitel und dem DFB-Pokal-Sieg endete. Anschließend zog es den jetzt 29-Jährigen zu Hannover 96. Beim kommenden Gegner des FC Bayern (Samstag, 15.30 Uhr, Allianz Arena) fand Schlaudraff sein Glück. Vor seiner Rückkehr nach München sprach das Bayern-Magazin mit dem ehemaligen Münchner. fcbayern.de veröffentlicht Auszüge.

Das Interview mit Jan Schlaudraff:

Bayern-Magazin: Jan, Spiele von 96 boten zuletzt oft viel Spektakel. Kannst du das für euren Auftritt beim FC Bayern auch versprechen?
Schlaudraff: „Unsere Spiele in den vergangenen Wochen waren in der Tat sehr interessant, aber wir werden versuchen, in München das Spektakel so gering wie möglich zu halten. Wir sind krasser Außenseiter und müssen gerade in der Defensive einen absoluten Sahnetag erwischen, um die herausragende Offensive der Bayern in Schach zu halten. Und wir müssen versuchen, selbst den einen oder anderen Konter zu setzen.

Bayern-Magazin: Während ihr die letzten beiden Spiele in Hannover gegen den FCB gewinnen konntet, bist du seit 2008 mit 96 in der Allianz Arena noch ohne Punktgewinn. Freust du dich trotzdem auf die Rückkehr nach München?
Schlaudraff: „Natürlich freue ich mich. Für jeden Spieler ist es ein Highlight, in München in der tollen Arena zu spielen. Wir werden versuchen, eine 110-prozentige Leistung abzurufen und hoffen darauf, dass die Bayern vielleicht nicht ihren besten Tag erwischen. Dann können wir vielleicht etwas mitnehmen.“

Bayern-Magazin: Du hast dich in dem Jahr beim FCB nur in wenigen Spielen zeigen können, hattest mit Klose, Toni und Podolski aber auch sehr große Konkurrenz und zudem Verletzungssorgen. Fühlst du dich trotzdem als Deutscher Meister und Pokalsieger?
Schlaudraff: „Das ist schwierig zu sagen. Ich war ein Teil der Mannschaft, konnte aber zu den Erfolgen nicht so viel beitragen. Andererseits habe ich mich in dem Jahr in München sehr wohlgefühlt und habe viel mitnehmen können. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich machen konnte und dafür, mit so vielen Weltklassespielern täglich zusammen gearbeitet zu haben. Auch diesen extremen Erfolgsdruck beim FC Bayern zu spüren, war sehr lehrreich. Es ist aber nicht so, dass ich mir auf die Schuhe gestickt habe, dass ich Meister und Pokalsieger geworden bin.“

Bayern-Magazin: Ihr habt es bei 96 zwei Mal in Folge geschafft, euch für Europa zu qualifizieren. Wir hoch ist dein Anteil daran und wie schätzt du diese Erfolge ein?
Schlaudraff: „Grundsätzlich bin ich froh, dass ich hier zeigen konnte, was ich kann und somit zum Mannschaftserfolg beitragen konnte. Für mich ist es aber noch wichtiger, dass wir als Mannschaft funktionieren. Wir haben nicht die Qualität im Kader wie die Bayern, Dortmund oder auch Schalke, aber wir haben einen super Teamgeist und spielen guten Fußball. In den vergangenen zwei Jahren haben wir das Optimum rausgeholt, das werden wir auch in dieser Saison versuchen.“

Bayern-Magazin: Seit letzter Saison kommt der Tabellenvierte in die CL-Qualifikation. Wie sehr schielt ihr in der Mannschaft nach der Königsklasse?
Schlaudraff: „Wenn man sieht, was andere Klubs für Möglichkeiten haben, kann das nicht unser Ziel sein. Wir wollen uns in der oberen Tabellenhälfte etablieren und sind froh, dass wir momentan wieder auf Kurs Europa League liegen. Es ist alles sehr, sehr eng in diesem Bereich. Wenn man ein, zwei Spiele verliert, kann man bis auf Rang 13 oder 14 abrutschen. Von daher müssen wir die Kirche mal schön im Dorf lassen.“

Bayern-Magazin: Diouf, Ya Konan, Abdellaoue, Sobiech und du - der Sturm von 96 ist erstklassig besetzt, euer Trainer rotiert regelmäßig, und alle treffen. Klingt ganz einfach…
Schlaudraff: „Keine Frage, wir sind im Sturm sehr gut besetzt und der Trainer hat viele Alternativen. Aber auch auf anderen Positionen haben wir gute Möglichkeiten zu variieren. Das hat uns vergangene Saison vielleicht noch gefehlt, in den englischen Wochen auch mal den einen oder anderen Spieler zu schonen. Wir sind jetzt insgesamt deutlich variabler aufgestellt als noch in den vergangenen Jahren.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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