präsentiert von
Menü
Offensiv-Feuerwerk

Ribéry 'überragend', Müller auf Elbers Spuren

Klar, deutlich, unmissverständlich brachte es Thomas Müller auf den Punkt: „Er war der schlechteste Mann auf dem Platz, er hat viele Bälle verloren und kaum Impulse nach vorne gesetzt!“ Und der Nationalspieler legte sogar noch nach: „Da ist viel, viel Luft nach oben!“ Zum Glück hörte Franck Ribéry diese niederschmetternde Kritik seines Teamkollegen nicht, der Franzose war zu diesem Zeitpunkt bereits wortlos im Bus verschwunden.

Es dauerte nur Sekunden, da konnte sich auch Müller nicht mehr zusammenreißen und tauschte seine ernste Miene gegen ein breites Grinsen. Der 23-Jährige hatte auf seine typische, humorvolle Art nur das ausgedrückt, was die 57.000 Zuschauer im Stadion und alle Fans an den Fernsehern dachten: Monsieur Ribéry ist derzeit kaum zu stoppen! Am Tag nach dem Spiel sagte er bei FCB.tv bescheiden: „Wir sind momentan sehr, sehr gut. Wir müssen jetzt gut regenerieren, am Mittwoch steht schon wieder ein schwieriges Spiel gegen Lille an.“

Beim 3:0-Sieg des FC Bayern in Hamburg war der Flügelflitzer an sämtlichen Toren der Münchner unmittelbar beteiligt: Das 1:0 leitete er mit einem gezielten Befreiungsschlag aus der eigenen Hälfte ein, zum 2:0 und 3:0 gab er den direkten Assist. „Franck hat ein überragendes Spiel gemacht. Man sieht einfach: Er will in diesem Jahr etwas gewinnen“, lobte Cheftrainer Jupp Heynckes seinen Schützling.

Eineinhalb Wochen hatte Ribéry zuletzt gefehlt, muskuläre Probleme verhinderten seine Einsätze gegen Leverkusen und Kaiserslautern. Am Samstagabend knüpfte der Franzose nahtlos an seine eindrucksvollen Leistungen aus den Vorwochen an. In der Offensive gelang ihm fast alles und auch für Defensivarbeit war sich Ribéry, wie schon in den vergangenen Wochen, nicht zu schade. „Das ist das Schönste“, freute sich Bastian Schweinsteiger.

Müller auf Elbers Spuren

Ribéry erwischte in Hamburg einen Sahnetag - und seine Teamkollegen standen ihm in nichts nach. Hinten stand wieder einmal die Null, vor der Abwehr gaben Schweinsteiger und Co. dem Spiel Struktur, offensiv wirbelten neben Ribéry die beiden Torschützen Thomas Müller und Toni Kroos. Sturmspitze Mario Mandzukic rackerte unermüdlich. „Das war fast schon Fußball-Kunst, es macht Spaß zuzuschauen“, lobte Präsident Uli Hoeneß.

Neben der tollen Spielanlage meinte Hoeneß damit vor allem die toll herausgespielten Tore: Schweinsteiger traf per sehenswertem Flugkopfball, Schlitzohr Müller fast von der Torauslinie und Kroos nach einer Traumkombination per fulminantem Linksschuss. Müllers Treffer erinnerte ein wenig an den von Giovane Elber, der 1999 beim Gastspiel der Bayern in Rostock dem damaligen Keeper Martin Pieckenhagen den Ball stibitzt hatte und fast von der Eckfahne aus vollendete. Später wurde der Treffer zum Tor des Jahres gekürt.

Entschlossene Bayern

„Das von Giovane war noch schwieriger. Ich kann es leider nur mit rechts, Giovane mit links - aber es zählt ja auch nur als ein Tor“, scherzte Müller, der bestens aufgelegt anfügte: „Wir sind dieses Jahr das eine oder andere Prozent geiler und gieriger auf Titel und den absoluten Erfolg.“ Wenn man zwei Jahre lang keinen Titel holt, „muss man sich einiges anhören. Natürlich liest man lieber, dass man von oben grüßt.“

Genauso ist es im Moment. Auch, weil die Bayern sich in Hamburg äußerst ge- und entschlossen präsentierten, die Chancen wurden eiskalt genutzt. Dazu passend beschrieb Kroos seinen furiosen vierten Saisontreffer: „Ich habe ihn halt einfach reingeschossen!“ Wenn’s läuft, dann läuft’s!

Weitere Inhalte