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Javi Martínez im Interview

'Valencia ist eine gefährliche Mannschaft'

Rund drei Monate ist Javier Martínez beim FC Bayern. Schritt für Schritt findet sich der spanische Welt- und Europameister besser zurecht beim deutschen Rekordmeister und stand in 15 von bislang 18 Pflichtspielen auf dem Feld. Am kommenden Dienstag, im Champions-League-Gruppenspiel beim FC Valencia, tritt Martínez erstmals als Gast in seiner Heimat an. Rund 50 Familienmitglieder und Freunde reisen dazu eigens aus dem Baskenland an, um ihn vor Ort zu unterstützen.

Vor der Abreise nach Spanien nahm sich der 24-Jährige Zeit für ein Interview mit fcbayern.de. Dabei sprach Martínez über seine Fortschritte beim Deutschlernen, die Unterschiede zwischen dem deutschen und spanischen Fußball und natürlich über die bevorstehende Partie beim zuhause bislang ungeschlagenen FC Valencia. „Ich freue mich sehr auf das Spiel und hoffe natürlich, dass sie die erste Heimniederlage gegen uns kassieren.“

Das Interview mit Javier Martínez

fcbayern.de: Servus Javi, seit knapp drei Monaten bist du in München, wie steht es um Deine Deutsch-Kenntnisse?
Javier Martínez: (in Deutsch) „Sehr gut, ich lerne sehr schnell. Ich habe einen Privatlehrer und gehe in eine Sprachschule. In zwei Monaten möchte ich es möglichst perfekt sprechen.“

fcbayern.de: Wie hat es denn insgesamt mit der Integration geklappt - privat, aber auch sportlich?
Martínez: „Bis jetzt war alles sehr einfach für mich. Ich bin von allen Seiten sehr gut aufgenommen worden, meinen Mitspielern, dem Trainer, dem gesamten Klub. Es war ja kein leichter Schritt, Spanien zu verlassen, weg von meiner Familie, meinen Freunden. Ich bin ein Typ, der sehr gerne seine Familie um sich hat, gerne zu Hause ist. Aber hier hat man es mir sehr erleichtert und mir das Gefühl gegeben, heimisch zu sein. Außerdem kommen mich regelmäßig Familie und Freunde besuchen.“

fcbayern.de: Hattest du schon Gelegenheit, etwas von der Stadt und der Umgebung von München zu sehen?
Martínez: „Ja, ich war schon einige Male in der Innenstadt unterwegs. München gefällt mir wirklich sehr gut. Der Marienplatz, der Englische Garten, auch meine Familie und Freunde waren sehr angetan. Und auch die Seen im Umland haben wir schon besucht.“

fcbayern.de: Kommen wir zum Sportlichen: Welche Unterschiede siehst du zwischen dem Fußball in Deutschland und dem in Spanien?
Martínez: „Der deutsche Fußball ist vielleicht ein bisschen physischer, athletischer, mit mehr Zweikämpfen. Er ähnelt etwas mehr dem englischen Stil. In Spanien ist das Tempo, der Rhythmus nicht ganz so hoch, es wird mehr Wert auf das Passspiel mit vielen Kontakten gelegt.“

fcbayern.de: Am Dienstag geht es gegen den FC Valencia. Freust du dich auf dein erstes Spiel als Gast in Spanien?
Martínez: „Ja, sehr. Aus meinem Heimatort kommen rund 50 Leute mit dem Bus nach Valencia, das sind etwa sieben Stunden Fahrtzeit. Allein deswegen schon freue ich mich sehr auf das Spiel.“

fcbayern.de: Du kennst Valencia aus dem Effeff. Wie charakterisierst du das Team?
Martínez: „Valencia ist eine sehr gute, ausgeglichene Mannschaft mit vielen guten Spielern. Sie haben in den letzten Jahren viele große Spieler verkauft wie Villa, Silva, Mata, Albiol, Marchena oder Jordi Alba. Und trotzdem spielen sie jedes Jahr wieder oben mit, kämpfen in der ‚anderen Liga‘, abseits der beiden dominierenden Teams Barcelona und Real Madrid, regelmäßig um den dritten oder vierten Tabellenplatz.“

fcbayern.de: Schätzt du sie stärker ein als beim 2:1-Sieg im Hinspiel?
Martínez: „Ja, ich denke schon. Vor zwei Monaten beim Spiel in München hatten sie einen Durchhänger, aber inzwischen haben sie einen guten Lauf. Gegen BATE Borisov haben sie zwei Mal gewonnen, das ist eine gefährliche Mannschaft.“

fcbayern.de: Du kennst Valencias Stürmer Roberto Soldado aus der Nationalmannschaft. Letzte Woche wart ihr noch zusammen beim Länderspiel in Panama. Ist er Valencias gefährlichster Spieler?
Martínez: „Auf jeden Fall. Er ist ein sehr agiler Stürmer, der sich gut bewegt und in jedem Moment ein Tor schießen kann. Er hat ja auch schon viele Treffer erzielt. Ich glaube, er ist die Seele des FC Valencia.“

fcbayern.de: Valencia hat diese Saison zuhause noch nicht verloren. Welche Rolle spielt das Camp de Mestalla?
Martínez: „Das ist für jede Gastmannschaft ein schwieriges Pflaster. Die heimischen Fans stacheln ihre Mannschaft sehr stark an, das ist ein enges Stadion. Ich mag es sehr, spiele sehr gerne dort. Mit Athletic Bilbao haben wir dort das Finale der Copa del Rey gespielt (2009, 1:4 gegen FC Barcelona, Anm. d. Red.), ich freue mich sehr und hoffe natürlich, dass sie die erste Heimniederlage gegen uns kassieren.“

fcbayern.de: Kennst du deine persönliche Bilanz gegen Valencia?
Martínez: „Nein, nicht wirklich, aber ich glaube nicht, dass sie so gut ist.“

fcbayern.de: Fünf Siege, zwei Unentschieden und sechs Niederlagen. Dazu ein Tor…
Martínez: „Na, dann hoffe ich doch, dass am Dienstag der sechste Sieg dazu kommt.“

Das Interview führte: Carsten Zimmermann

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