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Sehnsucht nach Titeln

Arsenal London im Portrait

Die Gooners, wie sich die Anhänger des FC Arsenal nennen, werden wohl weiter warten müssen. 15 Punkte beträgt nach knapp der Hälfte der Saison der Rückstand ihres Vereins auf Spitzenreiter Manchester United, mit dem ersehnten ersten Meistertitel seit acht Jahren (2004) wird es voraussichtlich wieder nichts werden. Und das Aus im Ligapokal beim Viertligisten Bradford City vor gut einer Woche (2:3 i.E.) hat die Stimmung an der Fanbasis auch nicht verbessert. Ein Weihnachtsfriede will sich beim Achtelfinal-Gegner des FC Bayern in der Champions League in diesem Jahr jedenfalls nicht recht einstellen.

Selbst der hochangesehene Trainer Arsene Wenger muss sich in seinem 17. Jahr bei Arsenal plötzlich Kritik gefallen lassen. Der 63-Jährige selbst spricht von „verloren gegangener Qualität“, vermisst „Entschlossenheit und Kreativität. Wenn wir das wieder ändern, ändert sich auch unser Tabellenplatz.“ Mit Verstärkungen in der Winterpause ist zu rechnen. „Wenn wir die richtigen Spieler finden, wird der Vorstand, denke ich, auch Geld in die Hand nehmen“, sagte Wenger.

National hat der Tabellenfünfte aus dem Londoner Norden den Anschluss an die mit Investorengeldern hochgerüsteten Spitzenklubs (Manchester United, Chelsea, Manchester City) verloren. Finanzielle Vernunft ist - ähnlich wie beim FCB - oberstes Gebot bei den Gunners, die großen Wert auf ihre Nachwuchsarbeit legen. In der Premier League pendelte der Klub in den letzten sieben Jahren zwischen Rang drei und vier, der letzte Titel-Gewinn (FA-Cup) ist sieben Jahre her (2005). International war das verlorene Champions-League-Finale 2006 (1:2 gegen Barcelona) der letzte Höhepunkt.

Erst ein Sieg gegen Bayern

Überhaupt hat der dritterfolgreichste englische Klub (13 Meisterschaften) auf europäischem Parkett erst zwei Titel eingefahren: 1994 im Europacup der Pokalsieger, 1970 im Messepokal, dem Vorgänger von UEFA-Cup und Europa League. Entsprechend groß ist der Hunger der Anhänger nach Titeln. Einmal wurden die Gunners auch vom FC Bayern gestoppt. Im Champions-League-Achtelfinale 2004/05 schied Arsenal gegen den deutschen Rekordmeister aus (1:3 in München, 1:0 zu Hause). Beim einzigen Aufeinandertreffen davor, in der CL-Zwischenrunde 2000/01, hieß es in London 2:2, in München 1:0 für den FCB.

Schwer wiegt noch immer der Weggang von Publikumsliebling Robin van Persie, der im Sommer zu ManU wechselte. Mit der Verpflichtung von Ex-Bayer Lukas Podolski (Köln), Torjäger Olivier Giroud (Montpellier) und Santi Cazorla (Malaga) versuchte Arsenal, die Lücke, die der Torschützenkönig der letzten Saison (30 Treffer) hinterließ, zu schließen - mit durchwachsenem Erfolg: Cazorla traf in der Liga bislang sieben Mal, Podolski fünf Mal, Giroud vier Mal.

Angeführt wird das Team vom Belgier Thomas Vermaelen, der Van Persie als Kapitän beerbte und mit Per Mertesacker das Innenverteidiger-Duo bildet. Führungsfiguren sind zudem Theo Walcott, der mit 162 Ligaspielen der erfahrenste Akteur im Arsenal-Kader ist, und Jack Wilshere, der kürzlich ebenso wie die Jung-Nationalspieler Kieran Gibbs, Carl Jenkinson, Alex Oxlade-Chamberlain und Aaron Ramsey seinen Vertrag bei den Gunners verlängerte.

Wiedersehen mit Henry?

Eine Rückkehr könnte es zudem im Winter geben. Denn Arsenal-Rekordtorjäger Thierry Henry (228 Tore in 377 Spielen), dessen Saison bei den New York Red Bulls aktuell beendet ist, könnte wie im letzten Jahr im Januar und Februar wieder für seinen Klub auflaufen. „Ich schließe es nicht aus“, sagte Wenger. Vielleicht ist der inzwischen 35-Jährige also dabei, wenn der FC Bayern am 19. Februar zum Hinspiel im 60.361 Zuschauer fassenden Emirates Stadium antritt. „Ich erinnere mich noch an das letzte Spiel in Highbury“, sagte Bastian Schweinsteiger fcbayern.de, „0:1 verloren, Tor Henry. Ich würde mich freuen, wenn er wieder dabei ist.“

Bevor sich das Transferfenster öffnet, gilt es für Arsenal aber, die aktuelle Negativserie (nur zwei Siege in den letzten sieben Pflichtspielen) zu stoppen. Am Samstag bei Wigan Athletic und eine Woche später gegen Newcastle stehen die letzten beiden Partien des Jahres auf dem Programm. Und 2013 soll für die Gunners und ihre Fans endgültig wieder besser werden.

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