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Positive Entwicklung beim FCB II

Mit 'Luft nach oben' in die Winterpause

24 Spiele, 37 Punkte, Platz vier in der Tabelle - die Bilanz des FC Bayern II vor der Winterpause in der Regionalliga Bayern ist durchaus zufriedenstellend. Nach knapp zwei Dritteln der Saison hat die Mannschaft von Trainer Mehmet Scholl neun Siege, zehn Unentschieden und fünf Niederlagen auf dem Konto und liegt mit acht Zählern Rückstand in der Verfolgergruppe hinter Spitzenreiter FV Illertissen.

„Wir haben uns als Mannschaft gefunden, einzelne Spieler haben sich sehr, sehr gut entwickelt“, lautete dann auch Scholls Zwischenfazit vor der Winterpause. Nicht Platz eins in der Tabelle und die damit verbundene Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga sind das vorrangige Ziel des Europameisters von 1996, sondern vielmehr die Ausbildung der Talente und die Heranführung an den Profifußball, bestenfalls an den Kader der ersten Mannschaft.

Überproportionale Entwicklung

„Die Spieler, die für Bayern München I relevant sind, deren Entwicklung soll weitergehen“, erklärte Scholl. Einige dieser Akteure hätten sich in den letzten Wochen und Monaten „überproportional entwickelt. Die Schritte der einzelnen Spieler Richtung Profitum sind größer geworden, der Abstand ist geringer geworden. Das ist mein primäres Ziel gewesen“, betonte Scholl und zeigte sich zuversichtlich: „Es werden einige von meinen Spielern im Profibereich aufschlagen.“

Dass die individuelle wie auch mannschaftliche Entwicklung aber noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigt sich von Woche zu Woche in den Punktspielen gegen Gegner, deren Spieler schon „sieben, acht oder zehn Jahre im Herrenbereich“ aktiv sind, so Scholl, der einräumte: „Die Mörderergebnisse hatten wir noch nicht.“ Zu wechselhaft präsentiert sich seine Elf dabei immer wieder. Den Übergang von der A-Jugend in den Seniorenbereich sei „teilweise eine andere Sportart“, erklärte Scholl.

Wie gut dieser Übergang bereits geklappt hat belegt die Tatsache, dass allein acht Akteure aus Scholls Kader noch in der A-Jugend spielen dürfen. Neben Torhüter Leopold Zingerle sind dies Daniel Wein, Alessandro Schöpf, Christian Derflinger und Patrick Weihrauch. Hinzu kommen Emre Can und Mitchell Weiser, die weitgehend beim Profikader mittrainieren. Und nicht zu vergessen Pierre-Emile Hojbjerg, der im August seinen 17. Geburtstag feierte und damit sogar noch zum jüngeren A-Jugend-Jahrgang gehört.

Insgesamt zeigte sich Scholl mit dem Reifeprozess zufrieden. Zu Saisonbeginn sei der Anpassungsprozess noch „mit Schwierigkeiten“ verbunden gewesen, „wie das immer bei jungen Spielern ist“. Doch in der Zwischenzeit habe sich die Gangart geändert, auch in jeder Trainingseinheit sei „deutlich zu sehen, dass jetzt ganz anders Fußball gespielt wird als am Anfang. Es wird schneller, körperbetonter, zielstrebiger gespielt“, sagte Scholl.

Mit acht A-Jugendlichen

Einen großen Anteil an der positiven Entwicklung habe auch Stefan Buck. Nach dem vorzeitigen Karriere-Ende von Routinier Altin Lala (Scholl: „Er war auch als Typ für die Gruppe wichtig“) fehlte der jungen Mannschaft die Führungsfigur. „Da hatten wir ein Vakuum“, erklärte Scholl. Der 32-jährige Buck übernahm sowohl das Kapitänsamt von Lala als auch dessen Rolle als Führungsspieler - auf und neben dem Platz.

„Er ist der Kopf auf dem Platz. Er macht seine Sache herausragend. Er nimmt seinen Erziehungsauftrag sehr ernst. Und er ist eine Figur, zu der die jungen Spieler aufschauen“, lobte Scholl seinen Kapitän. Stärker in die Pflicht nahm der 43 Jahre alte Fußballlehrer hingegen Stürmer Tobias Schweinsteiger. „Da ist deutlich Luft nach oben“, meinte Scholl über den mit sechs Toren treffsichersten Spieler der FCB-Reserve. „Ich erwarte von Tobi, der schon mehr erlebt hat als die jungen Spieler, dass er da vorneweg geht.“

Beste Abwehr der Liga

Lediglich 19 Gegentore hat Scholls Mannschaft in den 24 Partien hinnehmen müssen, damit stellt sie die beste Defensive der Liga. Auf der anderen Seite stehen aber nur 33 geschossene Tore zu Buche, „wir haben mit großem Abstand die meisten Großchancen liegengelassen“, bemängelte Scholl die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. „Wir standen in jedem Spiel vier bis fünf Mal alleine vor dem Tor.“

85 Tage beträgt nun die Pause zwischen dem letzten Pflichtspiel (1:3 beim SC Eltersdorf) und der ersten Partie nach der Winterpause, zuhause gegen den FC Memmingen. Am 5. Januar geht es wieder mit dem Training los, es bleibt also genug Zeit, um „Kräfte zu sammeln“ und in der Rückserie „eine Schippe drauf zu packen“, wie Scholl sagte. Der Trainer des FCB II zeigte sich zuversichtlich, dass seine Elf „nach der Winterpause nochmal einen Schritt machen wird“. Denn eines ist für Scholl „völlig klar: dass wir auf Sicht aus dieser Liga raus müssen.“

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