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Shaqiri im Interview

'Ich fühle mich pudelwohl beim FCB'

Wieselflink, spritzig, schussgewaltig, dribbelstark. Xherdan Shaqiri war im Sommer mit einigen Vorschusslorbeeren vom FC Basel zum FC Bayern gewechselt. Doch bei einem internationalen Spitzenklub wie dem FC Bayern werde er es richtig schwer haben, prophezeiten die Kritiker. Nichts da, der erst 21 Jahre alte Shaqiri benötigte keine große Eingewöhnungszeit. Vom ersten Tag an erwies sich der Schweizer als die erhoffte Verstärkung.

In knapp 80 Prozent aller Bayern-Pflichtspiele kam Shaq, wie ihn Fans und Mitspieler nennen, in der Hinrunde zum Einsatz, erzielte vier Tore und bereitete zahlreiche vor. „Es lief optimal“, erklärte der vielseitig einsetzbare Offensivspieler im Interview mit fcbayern.de. Oft wirbelte Shaqiri als Joker, in den kommenden Jahren will er sich zum Leistungsträger bei den Münchnern entwickeln - und wieder Titel nach München holen.

Das Interview mit Xherdan Shaqiri:

fcbayern.de: Xherdan, ein halbes Jahr spielst du jetzt beim FC Bayern - und schon jetzt haben dich die Fans ins Herz geschlossen…
Shaqiri: „Ich höre das immer wieder, das ist eine schöne Sache. Ich bin echt gerne für unsere Fans da und schreibe Autogramme nach den Trainingseinheiten. Es ist auch zum Beispiel total verrückt, dass so viele Bayern-Fans hier mit ins Trainingslager nach Doha gereist sind. Das kenne ich aus meiner Basler Zeit nicht.“

fcbayern.de: Dein Teamkollege Bastian Schweinsteiger hat nach der kräftezehrenden Hinrunde seinen Urlaub förmlich herbeigesehnt. Wie war das bei dir?
Shaqiri: „Die erste Halbserie hat schon viel Kraft gekostet, vor allem mental. Ich musste mich an ein komplett neues Umfeld gewöhnen. Rein sportlich lief es für mich aber gegen Ende der Hinrunde immer besser. Die Winterpause kam damit eher zu einem ungünstigen Zeitpunkt für mich.“ (lacht)

fcbayern.de: Ist Urlaub für dich eine fußballfreie Zeit?
Shaqiri: „Man wird zwar immer wieder von Freunden und Menschen, die einen kennen, auf den Fußball angesprochen. Aber eigentlich will ich im Urlaub davon nichts wissen, da möchte ich abschalten.“

fcbayern.de: Du bist zum ersten Mal mit dem FC Bayern in Katar. Wie verbringst du die Zeit zwischen den vielen Einheiten?
Shaqiri: „Wir haben hier ein echt anstrengendes Programm. Dreimal Training am Tag, das schlaucht richtig. Da wird man schnell müde und geht lieber mal ins Bett, als im Hotel rumzuhängen.“

fcbayern.de: Blicken wir zurück. Hast du damit gerechnet, dass du in deinem ersten halben Jahr bei Bayern als 21-Jähriger gleich so viel Einsatzzeit bekommst?
Shaqiri: „Ich habe es gehofft! Es lief optimal - für mich und die ganze Mannschaft. Viele haben gedacht: 'Der Kleine aus der Schweiz wird nicht viele Minuten bekommen.' Das hat mich zusätzlich angespornt. Ich wollte mich vom ersten Tag an zeigen und dem Trainer empfehlen. Das hat ganz gut geklappt. Man hat gesehen, dass ich der Mannschaft helfen kann.“

fcbayern.de: Was war dein ganz persönliches Highlight dieser Hinserie?
Shaqiri: „Ganz klar: Mein erstes Tor in der Allianz Arena im Champions-League-Heimspiel gegen Borisov. Und das auch noch per Kopf, eigentlich unglaublich.“ (lacht)

fcbayern.de: Du hast vor deinem Wechsel zu Bayern sicher viel über den Klub gehört. Hat dich am Anfang trotzdem noch etwas überrascht?
Shaqiri: „Die Größenordnung. Ich habe im Vorfeld viel mit Ottmar Hitzfeld gesprochen, der den Verein ja in- und auswendig kennt. Aber als ich dann endlich hier war, war das wirklich nochmal eine ganz andere Welt. Allein das Medienaufkommen jede Woche, echt Wahnsinn.“

fcbayern.de: Kann man deinen Ex-Verein, den FC Basel, mit dem FC Bayern vergleichen?
Shaqiri: „Basel ist der kleine FC Bayern der Schweiz. Ich hatte dort auch Druck, denn wir mussten jedes Jahr Meister werden bzw. mindestens einen Titel holen. Sonst war im Umfeld die Hölle los. Genau diese Tatsache hat mir geholfen. Ab dem ersten Tag beim FC Bayern konnte ich mit Druck umgehen, ich war sofort fokussiert und konnte mich so auf das Wesentliche konzentrieren.“

fcbayern.de: Erinnerst du dich noch an deinen ersten Tag an der Säbener Straße?
Shaqiri: „Oh ja, ich war sehr schüchtern und nervös. Aber: Ich war immer positiv und habe der neuen Herausforderung entgegengefiebert.“

fcbayern.de: Hast du dich mittlerweile gut eingefunden?
Shaqiri: „Klar. Mit meinen Teamkollegen verstehe ich mich bestens, wir sind eine Top-Gemeinschaft. Man kann wirklich sagen: Ich fühle mich pudelwohl beim FC Bayern - auf und neben dem Platz. Das ist der perfekte Verein für mich.“

fcbayern.de: Du bist jemand, der nach Einwechslungen sofort ins Spiel findet. Bist du der geborene Joker?
Shaqiri: „Nein, das höre ich nicht so gerne. Mein Ziel für die Rückrunde ist, noch mehr Spielminuten zu bekommen. Aber ich weiß auch: Wir haben einen sehr starken Kader. Da müssen auch super Spieler mal auf die Bank. Und wenn ich dann spiele, egal ob fünf, 20 oder 90 Minuten, haue ich alles raus. Der Trainer muss wissen: Auf den kann ich zählen, den kann ich immer bringen. Nur so geht’s.“

fcbayern.de: Welche Ziele hast du dir langfristig gesetzt?
Shaqiri: „Ich möchte beim FC Bayern Leistungsträger werden und viele Titel gewinnen. Dafür werde ich hart arbeiten. Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg.“

fcbayern.de: Warum holt der FCB mit dir in diesem Jahr wieder die Deutsche Meisterschaft nach München?
Shaqiri: „Weil wir das dieses Jahr durchziehen werden. Wir haben die Schale fest im Visier.“

Das Interview führte: Nikolai Kube

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