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'Das schalte ich aus'

Ex-'Wolf' Mandzukic will 'seinen' VfL beißen

Vor ziemlich genau sieben Monaten saß Mario Mandzukic im Trainingslager im Trentino auf einem weichen Sofa und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Entspannt beantwortete er im Pressetalk jede Frage und gab am Ende die ultimative Selbstauskunft: „Ich bin langweilig.“ 17 Pflichtspieltore später und zwei Tage vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Wolfsburg ist der Kroate immer noch die Ruhe selbst. Zumindest außerhalb des Platzes, wie Toni Kroos erzählte: „Aber auf dem Platz kommt er aus sich raus.“ Und wie!

Kein FCB-Profi hat in dieser Saison mehr Tore geschossen, die Bundesliga-Torschützenliste führt er mit 14 Treffern an (zusammen mit Dortmunds Lewandowski und Leverkusens Kießling). Wenn er so weitermacht, wird er schon in seiner ersten Saison beim FC Bayern mehr Tore erzielen als zuvor in zwei Jahren in Wolfsburg (20). „Er hat bisher sehr, sehr gut gespielt und ist auch in die Rückrunde super gestartet“, sagte Kroos über seinen Teamkollegen.

„Ich habe an mich geglaubt und war von Anfang an überzeugt, dass es so laufen kann“, erzählte Mandzukic am Mittwoch. Den harten Konkurrenzkampf im Bayern-Sturm hat er angenommen, ohne sich zu sehr den Kopf darüber zu zerbrechen. So hat er es auch am vergangenen Wochenende ohne Murren akzeptiert, für Mario Gomez aus der ersten Elf zu rotieren. „Natürlich fällt das ein bisschen schwer, aber ich verstehe das“, sagte er, „Mario hat auch verdient, seine Spiele zu machen, damit er in seine alte Form zurückkommt. Er wird noch wichtig sein für uns.“

Vorfreude auf die Rückkehr

Am kommenden Freitag (20:30 Uhr) allerdings würde der 26-Jährige natürlich wieder am liebsten in der Startformation stehen. Das Duell mit seinem Ex-Klub Wolfsburg sei „vom Gefühl her“ schon ein besonderes Spiel für ihn, erzählte er: „Ich freue mich, dass ich zurückkomme, wieder in diesem Stadion spiele, meine alten Mitspieler und Freunde außerhalb des Platzes wiedersehe. Ich habe dort schöne Zeiten verbracht.“

Sobald der Anpfiff ertönt, spiele seine Verbundenheit zu den Wölfen aber für 90 Minuten keine Rolle mehr, betonte der Kroate. „Dann schalte ich das aus.“ Im Hinspiel hat das schon gut geklappt. Da steuerte Mandzukic zwei Tore zum 3:0-Sieg des FC Bayern bei, es war sein erster Doppelpack im FCB-Trikot.

Bestens informiert über den VfL

Über die Situation in Wolfsburg ist der Bayern-Stürmer nach wie vor bestens informiert. Regelmäßig habe er Kontakt mit Ivica Olic und Ivan Perisic, seine Teamkollegen in der kroatischen Nationalmannschaft. Der VfL mit seinem neuen Trainer Dieter Hecking sei besser, als es der derzeitige Tabellenplatz (12) aussagt, weiß er: „Sie haben eine gute Mannschaft und gute Einzelspieler. Aber ich glaube, sie brauchen mit dem neuen Trainer noch ein bisschen Zeit, bis alles so funktioniert, wie es sein muss.“

Mit dem FC Bayern will Mandzukic auch in seinem alten Stadion wieder erfolgreich sein. „Wir wollen der Boss auf dem Platz sein“, meinte er. Kein Zweifel: Der Kroate fühlt sich pudelwohl in München: „Es ist etwas Besonderes, wenn man dabei ist in diesem Team.“ Und der selbsternannte „Langweiler“ hätte auch nichts gegen Langeweile im Meisterkampf: „Ich will, dass es so weitergeht.“

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