präsentiert von
Menü
'Teilweise perfekt'

FCB spielt und kämpft den BVB nieder

Es knisterte. Schon eine halbe Stunde vor Anpfiff war die Allianz Arena prall gefüllt. Die Fans stimmten Gesänge an, die Spieler sogen beim Aufwärmen die Atmosphäre auf. Um kurz nach halb neun, etwas verspätet, öffnete sich der Vorhang. Die roten Bayern und die gelben Dortmunder betraten die Bühne. Die Südkurve putzte sich mit einer beeindruckenden Choreographie heraus. Der DFB-Pokal-Hit konnte beginnen - und ließ aus Bayern-Sicht nach 90 hochklassigen Minuten keine Wünsche übrig! Dank eines sehenswerten Tores von Arjen Robben (43.) setzte sich der FC Bayern hochverdient mit 1:0 gegen Borussia Dortmund, den Deutschen Meister und DFB-Pokalsieger 2012, durch und zog ins Pokal-Halbfinale ein.

„Wir hätten auch noch zwei, drei Tore mehr schießen können“, resümierte Präsident Uli Hoeneß, der stolz erklärte: „Teilweise haben wir perfekten Fußball gespielt.“ Auch Karl-Heinz Rummenigge strahlte. „Wir haben ja 113. Geburtstag. Da tut der Sieg besonders gut“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

71.000 Zuschauer im Stadion und viele Millionen Menschen an den Fernsehgeräten weltweit wurden Zeuge eines temporeichen und spannenden Duells zwischen den „zwei besten Mannschaften Deutschlands“ (Rummenigge). Die Bayern aber stellten an diesem Abend über weite Strecken klar, dass sie in dieser Saison gegenüber dem Rivalen die Nase vorn haben. „Das Spiel war auch vom Image her sehr wichtig“, gab Rummenigge zu.

Zum dritten Mal begegneten sich der FCB und der BVB in dieser Spielzeit, zum zweiten Mal siegten die Münchner (2:1 im Supercup). Das Aufeinandertreffen in der Bundesliga-Hinrunde war remis geendet. „Die Medien haben zuletzt immer wieder in unseren Seelen gestochert“, blickte Thomas Müller zurück, „deswegen tut das natürlich gut“. Das Wichtigste aber ist: Der FC Bayern hat - wie in den vergangenen drei Jahren - das Pokal-Viertelfinale überstanden!

'Geackert und gefightet'

Und das mit einer tollen Leistung. „Meine Mannschaft hat demonstriert, dass wir im Moment nicht nur schönen, attraktiven Fußball spielen, sondern dass wir auch fighten können“, lobte Trainer Jupp Heynckes. Mittelfeldspieler Toni Kroos gefiel dies ebenfalls: „Wir haben geackert, gefightet, Dortmund nicht zum Spielen kommen lassen und schnell umgeschaltet.“

Der BVB versuchte von Beginn an, früh zu stören und machte das Spielfeld klein. Der FCB begegnete dem mit vielen Diagonalpässen. Kamen diese an, wurde mit hohem Tempo über die Flügel attackiert. Nach der Halbzeit wurden die Dortmunder mutiger. Ernsthaft in Gefahr geriet das Tor von Manuel Neuer aber erst in der Nachspielzeit, als der eingewechselte Julian Schieber aus kurzer Distanz über den Querbalken köpfte. Die Bayern hatten es zuvor verpasst, bei zahlreichen hochkarätigen Chancen „den Deckel drauf zu setzen“, wie Kapitän Philipp Lahm bemängelte, „dann wird es hinten raus eng.“

Weiße Weste nach der Winterpause

Verdientermaßen aber änderte sich am knappen Sieg des deutschen Rekordmeisters nichts mehr. Erstmals nach 15 Partien (wettbewerbsübergreifend) musste der BVB auswärts wieder eine Niederlage hinnehmen, die Bayern hingegen wahrten ihre weiße Weste nach der Winterpause (acht Pflichtspiele, acht Siege) - und wollen im Pokal jetzt natürlich mehr! „Wir sind im Halbfinale. Mit uns muss gerechnet werden“, sagte Heynckes.

Mit Wolfsburg, Stuttgart und Freiburg warten allerdings „unangenehme Gegner“ (Kroos) auf den FC Bayern. Gegen wen es schließlich geht, wird am Sonntagabend ausgelost. „Wir wollen diesen Titel unbedingt“, kündigte Lahm an. Ein Heimspiel im Halbfinale käme nicht ungelegen. Auch dank der tollen Fans (Lahm: „Die Stimmung war sensationell.“) ist der FC Bayern im DFB-Pokal in 27 der vergangenen 28 Partien vor heimischem Publikum weitergekommen!

Weitere Inhalte