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'Imposante Zahl'

Heynckes macht die 1.000 Bundesligaspiele voll

Alles begann am 14. August 1965: Die Beatles traten letztmals in der US-amerikanischen Ed-Sullivan-Show auf, Schauspielerin Jane Fonda heiratete in Las Vegas den Regisseur Roger Vadim, der FC Bayern bestritt gegen den Stadtrivalen TSV 1860 sein erstes Bundesligaspiel nach dem Aufstieg ins Oberhaus. Und auch in Neunkirchen gab es an diesem Samstag eine Premiere: Jupp Heynckes gab als 20-Jähriger für Borussia Mönchengladbach sein Erstligadebüt bei Borussia Neunkirchen (1:1).

Es folgten 368 Einsätze als Spieler der Fohlen und Hannover 96, anschließend 630 Spiele als Trainer von Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, Schalke 04, Bayer Leverkusen und nicht zuletzt des FC Bayern. Fast 48 Jahre später feiert der inzwischen 67 Jahre alte Heynckes im Heimspiel gegen Werder Bremen mit seinem 631. Einsatz als Trainer ein besonderes Jubiläum: Es ist sein 1.000. Bundesligaspiel!

„Das ist eine imposante Zahl“, sagte Heynckes, der mit seinen Auslandsengagements in Spanien und Portugal sogar auf noch viel mehr als 1.000 Spiele kommt, bei denen er als Chefcoach auf der Bank gesessen hat. In der Bundesliga hat vor ihm nur Spitzenreiter Otto Rehhagel mit 1.033 Partien (201 Spieler/832 Trainer) die Schallmauer von 1.000 durchbrochen.

„Daran sieht man schon, wie die Jahre vergangen sind“, äußerte Heynckes zum Jubiläum und bekannte stolz: „Das hätte ich mir als Spieler nie zu träumen gewagt. Das ist eine lange Historie, da könnte man viel erzählen. Da könnte man nicht nur ein Buch schreiben, sondern mehrere“, sagte er: „Aber das werde ich nicht tun.“

Denn Heynckes lebt im hier und heute. Und das heißt für ihn: die laufende Saison so erfolgreich wie möglich abzuschließen. In der Bundesliga ist seine Mannschaft der Konkurrenz bereits weit enteilt, auch in der Champions League präsentierte sich der Rekordmeister in beeindruckender Verfassung, wie jüngst das 3:1 beim FC Arsenal in London bewies.

„Wir spielen außergewöhnlichen Fußball auf einem ganz hohen europäischen Spitzenniveau“, schwärmte der Coach. Wie ein angehender Fußball-Rentner wirkt Heynckes auf der Zielgeraden seiner langen und erfolgreichen Karriere nicht. Mit bald 68 Jahren betreibt der ehemalige Weltklassestürmer seinen Beruf noch immer voller Leidenschaft und Hingabe.


Vor der Übergabe des Staffelstabs im kommenden Sommer an Josep Guardiola („Er kann das Projekt hier weiterleiten“) will der Trainer-Senior der Bundesliga ein möglichst großes Erbe hinterlassen. „Ich war und bin immer sehr ambitioniert“, erklärte Heynckes, der als Spieler alles gewann, was es zu gewinnen gibt: Welt- und Europameister, UEFA-Pokalsieger, Deutscher Meister und Pokalsieger, dazu zwei Mal Bundesliga-Torschützenkönig - die Liste der Erfolge ist lang.

„Es gab große Momente, große Spiele“ erinnerte sich Heynckes an seine lange Laufbahn als Spieler und Trainer. „160 Mark im Monat“ verdiente er als junger Fußball-Profi in Mönchengladbach, den Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1971, seine erste als Spieler, bezeichnet er noch heute als den „emotionalsten Moment“ in seiner Karriere. „Das war wunderschön.“

Auch auf der Trainerbank sammelte er reichlich Trophäen. Seinen größten Triumph feierte er als Trainer von Real Madrid 1998 mit dem Gewinn der Champions League, mit dem FCB wurde er zwei Mal Deutscher Meister. Nur ein Titel fehlt ihm als Trainer noch: der des DFB-Pokals. Doch auch da hat sein Team noch alle Chancen, zumal wenn es im Viertelfinale in der kommenden Woche Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem Rennen werfen sollte.

Diesen glanzvollen Abschied wollen Franck Ribéry & Co. ihrem Chef zum Saisonende bereiten. Diese Mission treibt auch Heynckes an, rund um die Uhr. „Du gehst beim FC Bayern jeden Tag ans Limit“, hat er jüngst verkündet: „Das kostet auch Substanz.“ Ganz gleich, wie viele Titel Heynckes in den nächsten drei Monaten seiner Erfolgsliste noch hinzufügt, eines steht schon jetzt fest: Er könne auf eine „sehr erfolgreiche und schöne Zeit zurückblicken“, sagte der Jubilar.

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