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Robbens pure Freude

'Ich bin auf einem guten Weg'

Nach dem Schlusspfiff sank Arjen Robben in Nähe des Mittelkreises auf die Knie und hämmerte mit beiden Fäusten auf den Rasen. Ein Mal. Zwei Mal. Drei Mal. Dann brüllte er seine Freude über den knappen 1:0-Sieg des FC Bayern gegen Borussia Dortmund im Pokalviertelfinale in den Münchner Abendhimmel. Es war ein großer emotionaler Moment, in dem all die Anspannung der vorangegangenen 90 Minuten abfiel.

„Für mich war das einfach die Freude und das Glück, dass wir das Spiel gewonnen haben“, erklärte Robben am Tag nach dem Spiel seinen ausgeprägten Jubel. Dank seines Goldenen Tores in der 43. Minute, einem sehenswerten Schlenzer mit links in den Winkel, kegelte der Rekordchampion den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb und kann weiter vom 16. Pokaltriumph träumen. „Ich will einfach immer gewinnen, wenn ich auf dem Platz stehe.“

Für Robben war es ein kurzer Moment der Freude. Denn während die Mannschaftskameraden anschließend in der Kabine weiterjubelten, verbrachte der 29-Jährige den Rest des Abends bei der Dopingkontrolle. „Es ist ärgerlich, denn nach so einem Spiel ist immer eine super Stimmung in der Kabine“, sagte Robben, der die Allianz Arena als einer der letzten FCB-Profis verließ. „Um Mitternacht war ich endlich so weit“, meinte er schmunzelnd.

Doch die Freude über den Sieg gegen den BVB überwog. „So ein Spiel gegen Dortmund ist natürlich ein ganz besonderes“, betonte Robben, der an diesem Abend als Vertreter des rot-gesperrten Franck Ribéry nicht nur wegen seines spektakulären Treffers einer der auffälligsten Akteure war. „Wenn man so ein Spiel entscheidet, mit so einem Tor, darf man ein bisschen glücklich sein.“

Robben kann 'noch viel besser'

Nicht nur Siegtorschütze Robben freute sich über den Treffer, der die 24. Halbfinalteilnahme im DFB-Pokal sicherte. „Ich bin glücklich für Arjen Robben“, sagte auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und erinnerte an das Bundesligaspiel der vergangenen Saison, als Robben „psychologisch hat ziemlich leiden müssen“. Beim 0:1 im April 2012 in Dortmund verschoss der Niederländer kurz vor Schluss erst einen Foulelfmeter, in der Nachspielzeit vergab er den möglichen Ausgleich.

„Mit dem Tor heute hat er alles richtig gemacht“, meinte Rummenigge anerkennend, „das freut mich für ihn sehr, dass er dieses entscheidende Tor für den FC Bayern erzielt hat.“ Sportvorstand Matthias Sammer sprach von einem „super Tor“ und Trainer Jupp Heynckes verriet, dass Robben diese Aktion „im Training immer wieder versucht. Ein wunderschönes Tor. Für einen Spieler, der so lange verletzt war wie er in dieser Saison, ist das von größter Bedeutung.“

Robben selbst weiß, dass er nach seiner mehrwöchigen Pause vor Weihnachten noch nicht wieder der Alte ist. Er sei „körperlich gut drauf“ und „auf einem guten Weg“, er könne aber auch „noch viel besser“ spielen als am Mittwoch gegen den BVB. Kapitän Philipp Lahm erinnerte daran, wie „er vor zwei Jahren aufgespielt hat, in sämtlichen Wettbewerben. Arjen braucht man nicht kitzeln, aber er wollte es heute jedem einzelnem im Stadion zeigen.“ Das ist Robben eindrucksvoll gelungen.

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