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98. Länderspiel

Erneute Zwangspause ärgert Schweinsteiger

War es sein Tor oder nicht? Darüber wollte Bastian Schweinsteiger nicht streiten, über seine Gelbe Karte aber schon. „Es war das einzige Foul im gesamten Spiel von mir“, beklagte sich der Vize-Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft beim griechischen Schiedsrichter Anastasios Kakos, der ihm beim 3:0-Sieg in Kasachstan mit seiner überzogenen Verwarnung ein paar freie Tage bescherte, an denen der 28-Jährige lieber arbeiten würde.

Verärgert verließ der Mittelfeldchef darum am Freitagabend die Astana Arena. „Ich war jetzt lange nicht mehr dabei, und jetzt hätte ich gerne noch das Rückspiel gespielt. Jetzt muss ich wieder warten“, kommentierte Schweinsteiger seine Gelb-Sperre für die zweite Partie in der WM-Qualifikation gegen die Kasachen am kommenden Dienstag.

99. Länderspiel muss warten

Als der DFB-Flieger am frühen Samstagmorgen in Nürnberg gelandet war, ließ Bundestrainer Joachim Löw seinen Vize-Kapitän gleich weiter nach München heimreisen. Schweinsteigers 99. Länderspiel wird also warten müssen, vermutlich bis zur neuen Saison. Nach fünf Monaten ohne Einsatz für Deutschland genügten dem Bayern-Star jedoch die 90 Minuten in Astana, um seine Führungsrolle in der DFB-Auswahl aufs Neue zu dokumentieren.

An der Seite von Sami Khedira gab er in seinem 98. Länderspiel, mit dem er in der deutschen Rekordspielerliste mit dem langjährigen Kapitän Michael Ballack gleichzog, als Taktgeber dem Spiel wichtige Impulse und Struktur. Und Schweinsteiger war auch ein entscheidender Wegbereiter des Sieges, da er am 1:0 durch Thomas Müller unmittelbar beteiligt war. Nach Zuspiel von Mesut Özil verlud er filigran die kasachischen Gegenspieler und zog volley ab. FCB-Kollege Müller fälschte den Ball noch ab und wurde später als offizieller Torschütze benannt.

Die Mannschaft steht im Vordergrund

„Letztendlich ist die Hühnerbrust vom Thomas noch im Weg gewesen“, scherzte Schweinsteiger. „Aber ohne die Berührung wäre der Ball, glaube ich, auch nicht reingegangen.“ Gönnerhaft fügte Schweinsteiger Richtung Müller hinzu: „Von mir aus kann er das Tor ruhig haben.“ Der WM-Torschützenkönig erzielte aber später noch das 3:0, das unstrittig ihm gehörte.

Persönliche Erfolgserlebnisse kommen für Schweinsteiger nicht an erster Stelle. „Für mich ist es immer das wichtigste, der Mannschaft zu helfen“, sagte er. Mit Deutschland und dem FC Bayern wolle er „den maximalen Erfolg erreichen“ und endlich auch den langersehnten internationalen Titel gewinnen. Bis zur WM 2014 in Brasilien dürfte niemand an seiner Führungsposition im Mittelfeld rütteln können, auch wenn bereits jüngere Spieler wie Ilkay Gündogan nachdrängen.

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