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Die 'Alte Dame' im Portrait

Kompakt, gefährlich, 'fast unsinkbar'

Das Wunder von Turin ist dem FC Bayern noch bestens in Erinnerung. Jener 4:1-Sieg bei Juventus Turin vom Dezember 2009, mit dem sich der deutsche Rekordmeister am letzten Gruppenspieltag der Champions League doch noch fürs Achtelfinale qualifizierte - die späte Initialzündung für eine Saison, die bis ins Champions-League-Finale führte. Für Turin war damals Endstation.

Drei Saisons später ist der italienische Rekordmeister zum ersten Mal seitdem wieder in der Königsklasse dabei und prompt kommt es im Viertelfinale zum Wiedersehen mit dem FCB. „Es war damals nicht einfach und Juventus hat sich weiter verbessert“, glaubt Bastian Schweinsteiger, dass es wieder eine harte Nuss zu knacken gilt. Der FCB-Vizekapitän war bei allen bisherigen sechs Vergleichen (2 Siege, 3 Niederlagen, 1 Remis) mit Juve im Einsatz und weiß: „Es waren immer sehr schwierige Spiele.“

Davon ist auch diesmal auszugehen. Denn Juventus Turin hat sich nach dem Zwangsabstieg 2006 wieder an die Spitze des italienischen Fußballs aufgeschwungen. Unter Coach Antonio Conte, der als Spieler 295 Ligaspiele im Trikot der Bianconeri bestritten hat und seit Sommer 2011 in Turin auf der Trainerbank sitzt, wurde Juventus in der letzten Saison ohne eine einzige Niederlage Meister. Aktuell führt die Mannschaft die Serie A mit neun Punkten Vorsprung an.

Starke Defensive

In der Champions League ist Juventus die einzige Mannschaft neben Borussia Dortmund, die noch ohne Niederlage ist. In der Gruppe eroberte die vecchia signora vor Donezk, Chelsea und Nordsjælland die Spitzenposition, im Achtelfinale ließen die Italiener Celtic Glasgow keine Chance (3:0, 2:0). In der Königsklasse kassierte Juve vor fünf Monaten (Oktober 2012) sein letztes Gegentor, in der Serie A stellt Turin mit 18 Gegentreffern nach 28 Spielen die beste Defensive.

„Wir sind ein kompaktes Team, das hart zusammenarbeitet - das ist unser Geheimnis“, meinte der Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli, der eine feste Größe in der Juve-Abwehr ist. „Wir verteidigen mit elf Mann, wir greifen an mit elf Mann“, sagte Verteidiger Leonardo Bonucci. Real Madrids Trainer Jose Mourinho ist froh, dem Los Juventus Turin aus dem Weg gegangen zu sein: „Contes Team kann die Champions League gewinnen. Das ist ein extrem kompaktes Kollektiv, ein fast unsinkbares Schiff.“

Neues Stadion

Als eines der wenigen europäischen Topteams tritt Juventus in der Abwehr mit einer Dreierkette an. Dahinter steht mit Kapitän Gianluigi Buffon ein Weltklasse-Torhüter zwischen den Pfosten, davor, im Fünfermittelfeld, ist Andrea Pirlo der Dreh- und Angelpunkt. Hier spielt zudem mit Arturo Vidal ein alter Bekannter von Jupp Heynckes aus Leverkusen. Im Zweier-Sturm ist Turin unausrechenbar. In den letzten fünf CL-Spielen setzte Conte immer ein anderes Duo ein. Die Ausbeute der vier hauptsächlich eingesetzten Angreifer ist ähnlich: Fabio Quagliarella (7 Tore in der Liga / 4 in der Champions League), Sebastian Giovinco (7/2), Alessandro Matri (6/2), Mirko Vucinic (6/2).

Mit einem der ältesten Kader der Serie A (im Schnitt 28,2 Jahre) macht Juventus in dieser Saison seinem Spitzname Alte Dame alle Ehre. Doch die Bayern sind gewarnt. Erst im letzten November kassierte Juventus nach 49 Spielen im neuen Juventus Stadium (41.000 Sitzplätze) seine erste Heimniederlage. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen für das Rückspiel, dass ein ehemaliger FCB-Profi dort bei der Eröffnung im September 2011 das erste Tor erzielte: Luca Toni.

Die größten Erfolge von Juventus Turin:

Weltpokal: 1985, 1996
Champions League: 1996
Europapokal der Landesmeister: 1985
Europapokal der Pokalsieger: 1984
UEFA-Cup: 1977, 1990, 1993
UEFA-Supercup: 1984, 1996
Italienischer Meister: 28 Mal (zuletzt 2012)
Italienischer Pokalsieger: 9 Mal (zuletzt 1995)

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