präsentiert von
Menü
'Scharf bleiben!'

Mit 'Biss und Moral' zurück in der Spur

Die Erleichterung stand den Bayern nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben. Bastian Schweinsteiger versammelte seine Teamkollegen um sich, verschwörerisch steckten sie die Köpfe zusammen. Dann wurde gejubelt und getanzt. Gewonnen! Die Niederlage aus dem Hinspiel - die bislang einzige in dieser Bundesliga-Saison - und auch das 0:2 gegen den FC Arsenal drei Tage zuvor zurechtgerückt. Keine Frage: Dieses 2:1 (1:0) bei Bayer 04 Leverkusen war ein wichtiger Sieg - und auch einen großer Schritt zum ersehnten Meistertitel.

Noch maximal fünf Punkte benötigt der FCB in den verbleibenden acht Spielen, um den Titelgewinn perfekt zu machen, theoretisch kann es sogar schon im nächsten Spiel nach der Länderspielpause - am Ostersamstag gegen Hamburg - soweit sein (fcbayern.de berichtete). Matthias Sammer waren solche Rechenspiele allerdings am Samstagabend „völlig wurscht. Wir wissen, dass wir einen Vorsprung von 20 Punkten haben. Aber wir wissen auch, dass wir bei den Zielen, die wir haben, ein paar Dinge besser machen müssen.“

Konkret meinte der FCB-Sportvorstand damit „das Umkehrspiel, die Aufmerksamkeit, die Grundordnung“. In diesen Punkten habe die Mannschaft in den letzten Partien - Sammer sprach konkret von Arsenal, Düsseldorf und Hoffenheim - „zwei, drei Prozent nachgelassen. Das können wir uns nicht erlauben.“ In Leverkusen habe es die Mannschaft zumindest eine Halbzeit lang „gut gemacht“, fand Sammer. „Aber 45 Minuten werden auf Dauer nicht reichen. Wir müssen den Finger weiter in die Wunde legen.“

Immerhin: Die erste Halbzeit sei „ein kleiner Anfang“ gewesen. Die Bayern drängten den Gegner in die Defensive, ließen kaum eine gegnerische Chance zu und gingen durch Mario Gomez (37. Minute) verdient in Führung. Nach der Pause allerdings habe die Mannschaft „nicht mehr so rigoros und konsequent im Spiel gegen den Ball“ agiert, analysierte Sammer. Schweinsteiger bemängelte zudem „Fehler im Spielaufbau“. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Simon Rolfes (75.) war somit fast folgerichtig.

Doch die Bayern kämpften sich zurück ins Spiel. „Wenn ich den Biss und die Moral gesehen habe, hat mich heute der Sieg zufriedener gestellt als so manch anderer in dieser Saison“, sagte Jupp Heynckes, der im dritten Spiel innerhalb von nur einer Woche kräftig durchrotiert hatte. Man dürfe nicht vergessen, dass dem einen oder anderen Akteur der Spielrhythmus fehle und zudem die Beine nach der Pause schwer wurden, meinte der FCB-Coach.

'Ein anderer Wind'

Seine Mannschaft gab aber alles und wurde dafür drei Minuten vor dem Schlusspfiff belohnt. Philipp Wollscheid lenkte einen Schweinsteiger-Freistoß mit der Schulter ins eigene Tor - der „etwas glückliche“ Siegtreffer, wie Manuel Neuer sagte. „Es hat sich vom Hinspiel ausgeglichen.“ Damals hatte Leverkusen durch ein Eigentor in der Schlussphase glücklich gewonnen.

Auf das Glück wollen sich die Bayern in den verbleibenden Wochen dieser Saison aber nicht verlassen. „Wir müssen scharf bleiben“, betonte Arjen Robben. Karl-Heinz Rummenigge erinnerte an das Champions-League-Viertelfinale gegen Juventus Turin. „Unabhängig vom Zeitpunkt der deutschen Meisterschaft müssen wir die Spannung hochhalten. Denn wir brauchen zwei gute Tage, um Juventus im Viertelfinale zu besiegen.“ Sammer kündigte daher an: „Spätestens am Mittwoch, wenn die Nationalspieler zurück sind, weht bei uns auch wieder ein anderer Wind.“

Weitere Inhalte