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Robben-Interview, Teil 2

'Muss diesen Pott auch mal gewinnen'

Der wahrscheinliche Gewinn seiner zweiten Meisterschaft mit dem FC Bayern wäre ein „sehr, sehr wichtiger Titel“, so Arjen Robben. Sein persönliches Ziel schlechthin aber bleibt der Champions-League-Sieg, wie er im zweiten Teil des Interviews mit fcbayern.de erklärte: „Das möchte ich mit aller Macht erreichen. Ich war mit Bayern zweimal im Finale der Champions League, mit Chelsea zweimal im Halbfinale. Aber am Ende muss man diesen Pott auch mal gewinnen.“ Zudem sprach Robben über die Gefahren einer frühen Meisterentscheidung, seine Erfahrungen mit italienischen Teams und seine unberechenbaren Körper.

Das Interview mit Arjen Robben, Teil 2:

fcbayern.de: Arjen, ihr könntet theoretisch schon am Ostersamstag den Meistertitel unter Dach und Fach bringen - so früh wie noch nie in der Geschichte. Du hast am vergangenen Wochenende gesagt, das könnte für die Champions League und den DFB-Pokal eine Gefahr werden…
Robben: „Ich sage es mal so: Es wird sicherlich eine große Herausforderung. Auch, wenn in der Liga die Punkte dann nicht mehr alles entscheidend sind, müssen wir bei 100 Prozent bleiben. Wir dürfen nicht nachlässig bleiben und nicht denken, es geht mit links. Es warten große Spiele auf uns. Da müssen wir da sein. Aber bei dem Charakter unserer Mannschaft dürfte das kein Problem werden.“

fcbayern.de: Wie kann dieser Spagat zwischen dem Einteilen der Kräfte und der Fokussierung auf diese drei, vier, fünf großen Spiele gelingen?
Robben: „Im Training ist immer Zug drin. Fußballspielen können wir auch alle. Es geht nur um den Kopf. Da müssen wir dabei bleiben.“

fcbayern.de: Was würde dir deine zweite Meisterschaft mit dem FC Bayern bedeuten?
Robben: „Das wäre ein sehr, sehr wichtiger Titel für uns - zumal wir zwei Jahre nichts gewonnen haben. Es ist einfach überragend, dass wir mit so einem großen Vorsprung an der Spitze stehen und dass wir höchstwahrscheinlich die Schale wieder nach München holen.“

fcbayern.de: Kommen wir zur Champions League. Ihr Spieler habt euch die Auslosung gemeinsam im Leistungszentrum angeschaut. Was ging dir beim Los Juventus Turin durch den Kopf?
Robben: „Wir mussten ja lange warten, bis wir gezogen wurden. Man kann sich vorher vieles wünschen, aber am Ende kommt es nun mal wie es kommt - und so muss man es nehmen. Wenn du ins Finale willst, musst du auch Juventus schlagen. Es hätte besser kommen können, aber auch schlimmer.“

fcbayern.de: Wie bewertest du diesen Gegner?
Robben: „Juventus ist defensiv super organisiert und auch vorne haben sie eine immense Qualität. Es wird schwierig, vermutlich ein Geduldsspiel. Wir müssen mit unserer Kreativität versuchen, den Riegel zu knacken. Es werden große Fußballabende.“

fcbayern.de: Spielst du persönlich gerne gegen italienische Teams?
Robben: „Ja! Ich habe mich immer gut gefühlt gegen sie. Italienische Mannschaften ziehen sich meist weit zurück. Daher hat man als gegnerisches Team viel den Ball. Man kann viel versuchen. Das gefällt mir.“

fcbayern.de: Was wird gegen Juventus das Erfolgsrezept sein?
Robben: „Wir müssen sehen, dass wir zuhause mit einem Zu-null-Sieg den Grundstein legen. Ich sehe es nicht als Nachteil, dass wir in der Allianz Arena beginnen. In den letzten Jahren war das für uns sogar eher ein Vorteil. 2010 haben wir auf dem Weg ins Finale Florenz, Manchester United und Lyon erst zuhause besiegt und dann auswärts das Ding für uns entschieden. Letzte Saison gegen Real Madrid war es genauso.“

fcbayern.de: Ist ein internationaler Titel das letzte große Ziel deiner erfolgreichen Karriere?
Robben: „Ja, das möchte ich mit aller Macht erreichen. Ich war mit Bayern zweimal im Finale der Champions League, mit Chelsea zweimal im Halbfinale. Aber am Ende muss man diesen Pott auch mal gewinnen. Wir sind jetzt wieder im Viertelfinale, also auf einem guten Weg. Aber wenn ich mir die verbleibenden Teams so anschaue, wird es in dieser Saison wieder ganz, ganz schwer.“

fcbayern.de: Du persönlich hast in dieser Rückrunde bereits genauso viele Pflichtspiele (10) absolviert wie in der kompletten Hinrunde. Warum ist dein Körper nach der Winterpause meist zuverlässiger?
Robben: „Ich weiß es nicht, aber es war in der Vergangenheit tatsächlich oft so. Ich hoffe, dass ich das jetzt durchziehen kann. Ich habe zuletzt zwei Spiele hintereinander gemacht. Das war wichtig für meinen Rhythmus. Ich habe ein gutes Gefühl, meine Wadenprobleme sind komplett ausgestanden, aber: Man weiß es bei mir leider nie. Manchmal werde ich selbst von meinem Körper überrascht.“

Das Interview führte: Nikolai Kube

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