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Schweinsteiger in Topform

Taktgeber mit 'unglaublich feinen Antennen'

Auch ihm fiel ein Stein vom Herzen. Bastian Schweinsteiger ballte die Faust, machte sich mit seinen Teamkollegen auf den Weg in die Kurve und feierte ausgelassen den Sieg über den Rivalen Borussia Dortmund. Glücksgefühle pur! Rund eine halbe Stunde später, als er das Stadion verließ, war beim deutschen Nationalspieler von Euphorie allerdings nicht mehr allzu viel zu spüren - trotz des Halbfinal-Einzugs, trotz der bärenstarken Leistung, die Schweinsteiger am Mittwochabend im Hexenkessel Allianz Arena gezeigt hatte.

„Ich konnte nur so ein gutes Spiel machen, weil die Mannschaft gut gearbeitet hat“, berichtete der 28-Jährige und blickte damit äußerst bescheiden auf das Geschehene zurück. Schweinsteiger, der Vize-Kapitän des FC Bayern, kann die Lage genau einschätzen. Er weiß: Lobeshymnen hin, Lobeshymnen her. Noch hat der deutsche Rekordmeister keinen Titel in der Tasche, es muss höchstkonzentriert weitergearbeitet werden - schon am Sonntag in Hoffenheim.

Dennoch: Was Schweinsteiger gegen Dortmund und in den vergangenen Wochen ablieferte, war Fußball auf allerhöchstem Niveau. „Bastian war der beste Spieler auf dem Feld“, analysierte Trainer Jupp Heynckes nach dem Dortmund-Spiel. Auch die Statistik belegte dies eindrucksvoll: Schweinsteiger hatte die meisten Ballkontakte (95), gab die meisten Torschussvorlagen (4), fing die meisten Bälle ab (6) und brachte 87 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler.

„Bastian ist ein unglaublicher Spieler. Er hat unglaublich feine Antennen, ein Spiel zu lesen“, lobte Sport-Vorstand Matthias Sammer. Und Heynckes bezeichnete seinen Sechser als großen „Strategen“, der „den Takt im Mittelfeld“ bestimmt. Bereits vor rund zwei Wochen hatte der Coach eine Lanze für Schweinsteiger gebrochen. Wie ein Filmregisseur sein Drehbuch hat, habe Bastian seinen Matchplan, so Heynckes.

Auf einem Level mit Busquets

„Bastian setzt sich tagtäglich mit Fußball auseinander. Er denkt offensiv wie defensiv und ist ein Garant dafür, dass wir so wenige Gegentore bekommen.“ Heynckes verglich seinen Mittelfeldmotor mit Barcelonas Sergio Busquets, der auch in Spaniens Nationalmannschaft Dreh- und Angelpunkt ist. „Das ist ein genialer Spieler“, weiß der 67-Jährige, „und Bastian ist für mich gemeinsam mit Busquets der beste Mittelfeldspieler der Welt.“

In diesen Tagen unterstreicht Schweinsteiger die Worte seines Chefs eindrucksvoll. Heutzutage müsse man aus kleinen Räumen heraus kombinieren können, intelligent spielen, so Heynckes: „Das alles kann Bastian Schweinsteiger. Das macht ihn so wertvoll.“ Zudem trug sich der 97-fache deutsche Nationalspieler in dieser Bundesliga-Saison bereits fünf Mal in die Torschützenliste ein, in der Champions League traf er doppelt.

Bindeglied im Mittelfeld

Auf Schweinsteiger ist Verlass. Defensiv wie offensiv. „Ich versuche, unser Spiel zusammenzuhalten, damit wir kompakt auftreten. Ich bin das Bindeglied im Mittelfeld“, beschrieb der gebürtige Kolbermoorer seine Aufgaben, „wenn es geht, schalte ich mich nach vorne ein. Aber meine Hauptaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir gewinnen.“ Das gelingt ihm derzeit in Perfektion.

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