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'Muellered!'

'13 Kilometer' und viel 'Stürmerblut'

Er war eigentlich schon mausetot. Über 80 Minuten hatte er unermüdlich gerackert. Von links nach rechts, von hinten nach vorne - und wieder zurück. Einen vermeintlich letzten Sprint zog Thomas Müller noch an. Er kämpfte sich vorbei an Barças Verteidigern Jordi Alba und Pique, bei Keeper Valdés aber war Endstation. Auswechseln, bitte, nichts geht mehr, zeigte Bayerns Offensivallrounder an. Müller: „Ich habe einen Schlag abbekommen und hatten hinten einen Krampf.“

Claudio Pizarro machte sich bereit. Die Partie lief jedoch weiter, so dass Müller noch wenige Momente durchhalten musste. Er hielt sich auf den Beinen. Und „dann ist es noch passiert“, erklärte Müller mit seinem schelmischen Grinsen. Franck Ribéry schickte David Alaba auf die Reise, in der Mitte hielt einer den Schlappen hin. Wer? Na klar, Thomas Müller! „Das war natürlich überragend, ein traumhafter Moment“, so der später von der UEFA ausgezeichnete Man of the match, „am Fünfer stehen und den Ball reindrücken, das konnte ich noch.“

Dann ging er. Die knapp 65.000 Bayern-Fans in der Allianz Arena erhoben sich, Müller wurde mit tosendem Applaus verabschiedet. Keine Frage: Es war eine tolle Mannschaftsleistung, die der FC Bayern beim 4:0 gegen den FC Barcelona auf den Platz zauberte. Müller aber stach mit zwei Toren und einem Assist heraus. Auch am 3:0 war der Nationalspieler beteiligt, indem er dem Torschützen Arjen Robben in Basketball-Manier den Weg zum Tor freiblockte. „Wenn ich schon mal eine clevere Aktion im Spiel habe, kann man das auch mal weiterlaufen lassen“, sagte Müller mit einem Augenzwinkern.

Dauerläufer

Teamwork war also wieder einmal das Erfolgsrezept - wie schon so oft in dieser Saison. Die Offensivabteilung um Mario Gomez, Ribéry, Robben und Müller war sich für keinen Weg zu schade. „Alle waren bereit, intensivst nach hinten zu arbeiten“, lobte Jupp Heynckes. Philipp Lahm merkte an: „Wir mussten alle hinter den Ball, um gegen so eine spielstarke Mannschaft wenige Torchancen zuzulassen.“ Und Ribéry verriet: „Ich habe zum Trainer gesagt: Ich war diesmal Linksverteidiger.“

Die Defensive also stand. Und offensiv hatte Barça gegen die Wucht und Klasse der Bayern vor allem in der zweiten Halbzeit nur wenig entgegenzusetzen. Vor allem Müller bekamen Pique und Co. kaum in den Griff - auch, weil der gebürtige Oberbayer weiter an sich glaubte, als ihm die Puste eigentlich bereits ausgegangen war. Müller: „Man wird nie sehen, dass ich drei oder viel Spieler austanze. Aber für 13 Kilometer bin ich immer gut - und Stürmerblut habe ich auch.“ Der Überschrift der englischen Zeitung The Sun ist somit nichts mehr hinzuzufügen: „Muellered!“

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