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'Ich hab’s halt probiert'

Alaba auf Makaays Spuren

Wieder das Tor vor der Nordkurve, wieder ein Pass von rechts, wieder ein Schuss der genau passt - die Parallelen zwischen dem schnellsten Tor der Champions-League-Geschichte und dem Treffer von David Alaba am Dienstagabend gegen Juventus Turin sind frappierend. Im März 2007 traf Roy Makaay gegen Real Madrid nach 10,12 Sekunden mit einem platzierten Flachschuss aus elf Metern, fast auf den Tag genau sechs Jahre später ließ Alaba die Bayern mit Aufsetzer aus fast 30 Metern jubeln - gerade einmal 25,02 Sekunden waren gespielt, Platz sieben in der Rangliste der Königsklasse.

„Ich freue mich natürlich. Aber wichtig ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind“, sagte Alaba am Tag danach fcbayern.de. „Mit einem guten Gefühl“ sei er ins Bett gegangen, doch die Nacht war unruhig. Nach Abendspielen schlafe ich generell nicht so super“, erklärte der Wiener. Besonders sein Tor sei ihm „schon noch ein bissl öfter“ durch den Kopf gegangen.

Es war ja auch ein krummes Ding. Alabas Schuss wurde noch leicht abgefälscht, beschrieb eine S-Kurve und erwischte Gianluigi Buffon auf dem falschen Fuß - drin war er! „Ich hatte ein bissl Platz, und als Bastian (Schweinsteiger, d. Red.) mir den Ball zugespielt hat, habe ich gesehen, dass ich die Möglichkeit habe, draufzuhalten - und ich hab’s dann halt probiert“, erzählte Alaba, der energisch aus dem Mittelkreis Richtung Strafraum vorgeprescht war.

Einst Stürmer, jetzt Linksverteidiger

Es war das schnellste Pflichtspieltor des FC Bayern in dieser Saison, der schnellste Treffer in dieser Champions-League-Spielzeit überhaupt und Alabas dritter Treffer innerhalb von nur zwölf Tagen. Zuvor hatte er auch für die österreichische Nationalmannschaft gegen Irland und die Färöer Inseln getroffen. „Ich weiß selber nicht, was da los ist“, muss Alaba schmunzeln angesichts seiner neu entdeckten Torjägerqualitäten. Dabei hat der 20-Jährige seine Fußballerkarriere als Stürmer begonnen - als F-Jugendlicher beim Wiener Klub SV Aspern.


„Wenn ich den Ball gut treffe, kann es schon gefährlich werden“, meinte der inzwischen zweimalige österreichische Fußballer des Jahres, dessen linke Klebe nicht zum ersten Mal zu einem Tor geführt hat. Beim FC Bayern hat er sich innerhalb kürzester Zeit als feste Größe auf der Linksverteidigerposition etabliert. „David ist für uns ein sehr, sehr wichtiger Spieler“, sagte Matthias Sammer fcbayern.de, „er ist schon in jungen Jahren einer der besten Linksverteidiger der Welt.“

Blick nach vorne

„David spielt im Moment auf einem hohen Niveau. Aber er hat noch Spielraum sich weiter zu verbessern“, meinte Jupp Heynckes. Toni Kroos findet: „Wir haben Philipp (Lahm, d. Red.), der spielt auf der einen Seite. Aber die Frage war immer: Wer spielt auf der anderen? Diese Saison hat diese Frage beantwortet. David gibt einen sehr guten Gegenpart, nach dem lange gesucht wurde. Wir haben eine super Lösung gefunden.“

Den Ermüdungsbruch, der ihn vergangenen Sommer ausbremste, hat Alaba längst abgehakt. Gleiches gilt für seinen Treffer. 15 Stunden nach dem Juventus-Spiel blickt der 20-Jährige nach vorne. „In einer Woche steht das Rückspiel an. Da müssen wir mit der gleichen Einstellung ins Spiel gehen. Und schon in ein paar Tagen geht es in Frankfurt weiter.“ Mit einem Sieg könnte der FC Bayern dort die Deutsche Meisterschaft perfekt machen. „Die Meisterschaft war vor der Saison unser größtes Ziel“, sagte Alaba, „natürlich fahren wir nach Frankfurt, um zu gewinnen.“

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