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In Turin

Das Duell zweier Giganten

Es ist die zweite Auflage eines Duells zweier Giganten des europäischen Klubfußballs - Bayern gegen Juventus. Und auch im Tor begegnen sich zwei, die in den vergangenen Jahren Großartiges geleistet haben. Manuel Neuer, die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft, auf der einen und Gianluigi Buffon, die Nummer eins der italienischen Nationalmannschaft, auf der anderen Seite. Viel mehr geht nicht.

Knapp 100 Meter werden Neuer und Buffon während der 90 oder 120 Minuten im Juventus Stadium voneinander trennen. Was die Leistungsstärke auf und die Größe neben dem Platz angeht, stehen sich diese beiden Ausnahmetorhüter aber viel, viel näher. „Buffon ist ein Garant dafür, dass Juventus so oft zu null spielt und dass die Defensive so gut steht“, merkte Neuer am Dienstag an. Buffon hatte erst jüngst erklärt, dass Neuer ein „sehr guter und starker Torwart“ sei. „Er hat alle Fähigkeiten, um eine Epoche zu prägen.“

Beeindruckende Worte von einem Mann, der in seiner Karriere alles gewonnen hat. Fast alles: Den Henkelpokal in der europäischen Königsklasse hielt Buffon noch nie in Händen. „Dieses Ziel treibt mich an“, sagte der mittlerweile 35-Jährige. In dieser Saison zeigte Buffon oft überzeugende Leistungen. Gigi blieb in zwölf von 28 Ligaspielen ohne Gegentor. In der Champions League musste er vor dem Hinspiel gegen die Bayern gar nur vier Mal hinter sich greifen.

Neuer verteidigt Buffon

„Ich bin Teil einer großen Abwehr, die aus meisterlichen Spielern zusammengestellt ist“, berichtete Buffon kürzlich. Vor rund einer Woche in der Allianz Arena geriet diese aber arg ins Wackeln. Juves Torhüter gab anschließend zu, das „wohl schlechteste Spiel in der Champions League überhaupt“ gemacht zu haben. Neuer hingegen verteidigte am Dienstag mit deutlichen Aussagen seinen Torhüter-Kollegen: „Buffon hat auch in diesem Spiel herausragend gehalten.“

Bayerns Schlussmann spielte explizit auf zwei Szenen an: In der ersten Halbzeit hatte Buffon gegen Arjen Robben mit einer starken Parade das 0:2 verhindert, kurz vor Schluss bewahrte der italienische Keeper Juve bei einem Schuss von Thomas Müller vor dem 0:3. „Nicht viele Torhüter“ wären da zur Stelle gewesen, analysierte Neuer: „Die Gegentore, das waren undankbare Schüsse. Da kann man als Keeper schon mal alt aussehen.“

Überragende Gegentor-Bilanz

Worte, die Buffon nicht trösten werden. Zu weh tat ihm selbst und Juve die Unterlegenheit im Hinspiel. Vor allem dieser „enorme Wettkampfwille“, den der FCB an den Tag gelegt hatte, imponierte Buffon: „Wir hatten gedacht, dass wir sie mehr unter Druck setzen könnten.“ Auch die Tage nach seinen vermeintlichen Fehlern schmerzten so richtig. „Es ist nicht leicht, Buffon zu sein. Wenn ich patze, ist das eine Woche lang ein Thema.“

Neuer kennt das. Nachdem er im Tor der deutschen Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan in Nürnberg den Ball vertändelte und dadurch ein Gegentor entstand, war der Aufschrei groß. Doch die Statistik lügt nicht. Neuer beendete in dieser Saison 17 seiner 27 Bundesliga-Spiele ohne Gegentor. Viel mehr geht nicht - genau wie am Mittwochabend.

Für fcbayern.de in Turin: Nikolai Kube

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