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Eine 'Supermacht'

FCB freut sich über 'Wunschergebnis'

Karl-Heinz Rummenigge sprach von der „besten Saisonleistung“ und einem „großartigen Spiel“, Jupp Heynckes freute sich über „hochklassigen Fußball“ und sogar Antonio Conte, Trainer von Juventus Turin, geriet ins Schwärmen. „Das Spiel hat gezeigt, dass Bayern München eine Supermacht ist“, sagte Conte nach dem glanzvollen 2:0 (1:0)-Sieg des FCB im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League, durch das der deutsche Rekordmeister beste Chancen auf das Erreichen der Vorschlussrunde hat.

„Wir können hochzufrieden sein, nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Spielweise her“, resümierte Vorstandschef Rummenigge nach einem „super Europapokalabend“ in der ausverkauften Allianz Arena. Der Zwei-Tore-Vorsprung sei ein „Wunschergebnis“ vor dem Rückspiel am Mittwoch kommender Woche. „Wir können nun optimistisch nach Turin fahren. Wir haben gute Voraussetzungen zum Weiterkommen, dennoch wissen wir, dass es ein schweres Spiel werden wird.“

Eine intensive, temporeiche und vor allem hochklassige Partie auf absolutem europäischem Top-Niveau war das, was die 68.000 Zuschauer am Dienstagabend im Duell zwischen dem deutschen und dem italienischen Rekordmeister zu sehen bekamen. „Das war taktisch auf einem super Niveau. Alle im Team haben großartig gearbeitet und Fußball gespielt“, lobte Rummenigge. „Insgesamt haben wir sehr selbstsicher und überragend gespielt“, analysierte Heynckes die vorangegangenen 90 Minuten.

Und die begannen mit einem Paukenschlag. Nur 25 Sekunden nach dem Anpfiff traf David Alaba mit dem ersten Torschuss der Partie gleich ins Schwarze und leitete damit den 150. Sieg der Münchner in der Königsklasse ein. Juventus zeigte sich nach dem frühen Rückstand zwar unbeeindruckt und kontrollierte anschließend das Geschehen, doch das von Manuel Neuer gehütete Tor geriet dank mannschaftlich geschlossener Defensivarbeit kaum einmal in Gefahr.

„Ich glaube, dass der Schlüssel unser taktisches Verhalten in der Defensive war“, erklärte Kapitän Philipp Lahm. „Wir haben dem Gegner kaum Torchancen ermöglicht.“ Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Toni Kroos - der Mittelfeldspieler schied nach nur 16 Minuten mit einem Muskelbündelriss aus und wird dem FCB wochenlang fehlen - übernahmen die Gastgeber aber mehr und mehr das Kommando und dominierten bis zum Ende den bis dahin in der Champions League noch ungeschlagenen italienischen Meister.

„Wir haben unser Spiel durchgezogen, wie wir es geplant hatten“, betonte Heynckes. „Wir hatten vor, vorne schon sehr früh die gegnerische Dreierkette unter Druck zu setzen und Pirlo aus dem Spiel zu nehmen. Das ist uns gelungen. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Die kämpferische Einstellung war perfekt. Ein 2:0 im Viertelfinale gegen Juventus Turin ist ein gutes Ergebnis“, zeigte sich der 67 Jahre alte Fußballlehrer überaus zufrieden.

Intensität und Tempo zu hoch

Wenn es an diesem Abend überhaupt etwas zu bemängeln gab, dann vielleicht die Chancenauswertung seines Teams. Denn allein bis zur Halbzeitpause verpassten Arjen Robben, Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger gleich mehrfach einen möglicherweise vorentscheidenden zweiten Treffer. „Wir hatten die Möglichkeit, höher zu gewinnen - das muss man ganz klar sagen“, meinte auch Lahm.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Bayern das spielbestimmende Team, hielten das Tempo weiter hoch und wurden schließlich in der 63. Minute durch Thomas Müllers fünften Champions-League-Treffer für ihren Aufwand belohnt. „Sie haben eine solche Intensität in die Waagschale geworfen, das hatten wir nicht erwartet“, räumte Juve-Verteidiger Giorgio Chiellini hinterher ein. „Vor allem waren wir auf dieses Tempo nicht für 90 Minuten vorbereitet. Letztendlich können wir froh sein, dass wir noch am Leben sind.“

Mit breiter Brust nach Turin

So kann der FC Bayern nun in der kommenden Woche guter Dinge die Auswärtsaufgabe im Piemont angehen. „Die Ausgangsposition ist gut, vielleicht ist ein 2:0 besser als ein 3:0. So bleiben wir konzentriert“, meinte Müller. Heynckes forderte für das Rückspiel die „gleiche Einstellung und Motivation“ wie am Dienstagabend. Und für Manuel Neuer steht fest: „Wir müssen mit breiter Brust, Cleverness und Coolness agieren. Wir wissen, dass das Rückspiel noch harte Arbeit ist.“

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