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Rekorde, Rhythmus, Rotation

FCB weiter auf der R-folgswelle

Schweinsteiger? Unbeirrbar! Robben? Unaufhaltsam! Neuer? Nicht zu knacken! Kommentarlos eilten die Drei durch die Mixed Zone der Allianz Arena. Was sollten sie auch sagen zu einem Spiel, an dem sie nur als Zuschauer teilgenommen hatten? Einem Spiel, das klar im Schatten des Champions-League-Halbfinals gegen den FC Barcelona stand und an dessen Ende nur das Ergebnis zählte: 1:0 (1:0) gegen den SC Freiburg und ein neuer Punkterekord (84) in der Bundesliga!

„Ich war heute den ganzen Tag irgendwie heiß darauf, diesen Punkterekord zu bekommen. Ich freue mich riesig darüber“, war Matthias Sammer zufrieden vier Tage nach und vier Tage vor Barcelona. Trainer Jupp Heynckes, der zudem den 50. Erstligaerfolg seit seiner Rückkehr nach München im Sommer 2011 feierte, berichtete: „Die Ambition war schon groß, den Punkterekord zu übertreffen. Das haben wir angestrebt.“

Eine andere Bestmarke hatte der Trainer bereits vor dem Anpfiff aufgestellt. Im Vergleich zum Spiel gegen Barcelona veränderte er seine Mannschaft auf zehn (!) Positionen - eine solch große Rotation von einem Pflichtspiel zum anderen hatte es noch nie gegeben beim FC Bayern. „Ich habe den Luxus, dass ich das in diesem Jahr durchführen kann“, erklärte der FCB-Chefcoach die Maßnahme mit Blick auf seinen breiten Kader und mit dem Hinweis: „In der Saisonphase, in der wir uns befinden, dauert die Regeneration länger.“

'Ein Arbeitssieg mit Licht und Schatten'

Die Mannschaft, die auf dem Platz stand, enttäuschte ihren Trainer nicht. „Sie hat das gut gemacht“, meinte Heynckes, auch wenn sie „natürlich nicht so brillant“ auftrumpfte wie zum Beispiel vor einer Woche in Hannover. Was an den vielen Wechseln, an Barcelona und nicht zuletzt auch am Gegner (SCF-Coach Christian Streich: „Wir haben so defensiv gespielt wie noch nie“) lag. „Das war ein Arbeitssieg mit Licht und Schatten“, bilanzierte Sammer.


Emre Can sicherte in der 35. Minute mit seinem Premierentreffer in der Bundesliga den „verdienten“ (Heynckes) Sieg. Oder war es doch Xherdan Shaqiri, dessen Freistoßflanke vermutlich auch ohne Berührung des 19-jährigen im Tor gelandet wäre? „Mir ist es relativ egal. Ich freue mich, dass der Ball reingegangen ist“, meinte Shaqiri. Heynckes sprach salomonisch von zwei Torschützen: „Shaqiri und Can! Die Zwei sollen das unter sich ausmachen.“

Weiter im Sieg-Rhythmus

Der Sieg hätte noch höher ausfallen können. Nach zuletzt torreichen Partien blieb es diesmal aber bei nur einem Bayern-Treffer. Doch der reichte, um weiter auf der Erfolgswelle (14 Siege in Folge - Rekord!) zu schwimmen. Das 1:0 sei wichtig „für unseren Rhythmus, für unsere Stimmung“, meinte Sammer mit Blick auf das Rückspiel in Barcelona am kommenden Mittwoch. „Man ist dann gut im Kopf. Alles ist positiv: die Vorbereitung, die Umgebung und wir selbst“, sagte Daniel van Buyten, der Bayern erstmals als Kapitän anführte.

In Barcelona werden die etatmäßigen Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, die wie Thomas Müller gegen Freiburg auf der Tribüne saßen, auf den Rasen zurückkehren. Unter anderem auf sie wird es im Camp Nou ankommen, meinte Sammer: „Die Führungsspieler müssen präsent sein, wir müssen gegen den Ball genauso spielen wie im Heimspiel und natürlich auch unsere Kreativität und Gefährlichkeit wieder an den Tag legen.“ Dann heißt es (hoffentlich) auch am Mittwoch nach dem Spiel wieder: Schweinsteiger? Unbeirrbar! Robben? Unaufhaltsam! Neuer? Nicht zu knacken!

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