präsentiert von
Menü
Aus eigener Kraft

FCB will 'das Werk vollenden'

Der Rechenschieber hat ausgedient, die Situation ist klar: Gewinnt die Elf von Cheftrainer Jupp Heynckes ihr Gastspiel bei Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr), ist der FC Bayern zum 23. Mal Deutscher Meister. 90 Minuten trennen den Rekordmeister also möglicherweise noch von einem „überragenden Titel“ (Sammer). Das „große Ziel dieser Saison“ wäre nach 28 Spieltagen erreicht - so früh wie nie zuvor in der Bundesliga-Geschichte.

„Wir haben morgen die Möglichkeit, aus eigener Kraft Deutscher Meister zu werden und das Werk zu vollenden“, weiß auch Jupp Heynckes, deshalb wollen die Bayern „natürlich auch in Frankfurt gewinnen“. Unabhängig vom Ausgang des Spiels werde man jedoch das Champions-League-Rückspiel gegen Juventus Turin „im Hinterkopf“ haben, denn das sei „wichtig, um ins Halbfinale einzuziehen“.

Die logische Konsequenz: Sollten die Bayern den frühesten Titel der Bundesliga-Geschichte perfekt machen, würde sich der FCB zwar „wahnsinnig über das große Ereignis freuen“, schließlich habe „die Truppe das ganze Jahr darauf hingearbeitet“. Eine Feier sei jedoch „nicht vorgesehen“, wie der 67-jährige Erfolgscoach betonte. Denn klar ist auch: „Wir haben noch andere große Ziele in dieser Saison.“

„Kein Spaziergang“ werde derweil die Aufgabe bei Eintracht Frankfurt, das „Ambitionen“ hege, in der nächsten Saison „europäisch zu spielen. Die Eintracht ist voll im Rennen.“ Heynckes erwartet einen unbequemen Gegner, der mit einem 3:2-Erfolg in Fürth seine sechs Spiele währende Sieglos-Serie beendete und nun zum Angriff bläst, wie Eintracht-Trainer Armin Veh verdeutlichte: „Wir wollen einen Europapokalplatz erreichen.“ Verzichten muss der einstige Spieler von Jupp Heynckes am Samstag jedoch auf Kevin Trapp (Mittelhandbruch), Torjäger Alexander Meier (Oberschenkel-Zerrung) und wahrscheinlich auch Kapitän Pirmin Schwegler (Steißbein-Entzündung).

Bayern auf Rekord-Jagd

Statistisch gesehen spricht derweil vieles für einen Sieg der Bayern. Von den letzten zehn Duellen gewann der Rekordmeister sieben, zwei endeten Remis. Auch Jupp Heynckes‘ Bilanz ist positiv: Zehnmal trat der 67-Jährige als FCB-Coach gegen Frankfurt an, keines dieser Spiele ging verloren (sieben Siege, drei Remis). Mit einem Dreier würde der Rekordmeister zudem einen weiteren Rekord aufstellen: 11 Siege in Folge innerhalb einer Bundesliga-Saison gab es noch nie.

„Wir schieben die Rekorde nicht ganz beiseite, aber bei unserem Rhythmus beschäftigt man sich mit anderen Dingen“, legt Heynckes zu diesem Zeitpunkt noch kein großes Augenmerk auf statistische Bestmarken. „Nach der Saison“ ziehe man ein Resümee: „Wie oft haben wir zu null gespielt, wie viele Gegentore gab es?“ Denn diese Werte seien „ganz wesentlich, um erfolgreich zu sein, um Titel zu holen“, so Heynckes.

Keine Schützenhilfe nötig

Die erste Trophäe könnten die Bayern also morgen aus eigener Kraft einheimsen, nachdem der FCB am vergangenen Wochenende noch auf Schützenhilfe angewiesen war. Welche Spieler mit nach Frankfurt reisen, entscheidet Heynckes nach dem Abschlusstraining, mit Ausnahme von Holger Badstuber (Reha) und Toni Kroos (Muskelbündelriss) steht aber wohl der gesamte Kader zur Verfügung. Unabhängig von der Besetzung weiß der 67-Jährige: „Wir brauchen noch drei Punkte. Und die werden wir in den restlichen Spielen holen.“

Weitere Inhalte