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Mit Zuversicht und Respekt

FCB will 'keine Zweifel aufkommen lassen'

Die Ausgangsposition ist eine komplett andere. Damals, im Dezember 2009, waren die Bayern mit einem mulmigen Gefühl auf dem Flughafen Turin-Caselle gelandet. Der letzte Spieltag der Gruppenphase stand an. Der FCB musste siegen, um die nächste Runde zu erreichen. Die Dienstreise endete triumphal (4:1).

Diesmal betraten die Bayern am Dienstagmittag bei Temperaturen um die zehn Grad mit viel Selbstvertrauen und voller Zuversicht piemontesischen Boden. Denn: Nach dem 2:0-Erfolg im Viertelfinal-Hinspiel würde dem frisch gekürten Deutschen Meister am Mittwochabend bei Juventus Turin (ab 20:45 Uhr im Liveticker und im Free-Webradio) sogar notfalls eine knappe Niederlage reichen, um mit dem Champions-League-Halbfinale im Gepäck nach München zurückzukehren.

Den Rechenschieber aber wollen die Verantwortlichen des FC Bayern am liebsten in der Tasche lassen. „Wir wollen in Turin gewinnen, um keine Zweifel aufkommen zu lassen“, merkte Matthias Sammer an, „die Strategie muss sofort erkennbar sein.“ Allerdings werde man einen „super Tag“ benötigen, um nicht doch noch in Bredouille zu geraten, so Sammer. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge forderte: „Wir dürfen nicht arrogant oder überheblich auftreten.“

Der „Schlüssel“ in Turin, so Rummenigge, sei ein Auswärtstor. „Damit hätten wir eine sehr gute Basis gelegt.“ Für Hoffnung sorgt die Tatsache, dass der FC Bayern in dieser Saison in fremden Stadien bislang in jedem Spiel getroffen hat. Dafür aber müsse das Team viel investieren, meinte der Vorstandsvorsitzende: „Wir gehen nicht nach Turin mit dem Gedanken, dass das ein Selbstläufer wird.“ Man wisse, dass Juventus „alles in die Waagschale werfen“ werde. Präsident Uli Hoeneß erwartet sogar „einen Sturmlauf der Italiener“.

Vorfreude auf das enge Stadion

Den will Jupp Heynckes „erst gar nicht aufkommen“ lassen. „Wir werden das Spiel genauso angehen wie letzten Dienstag und selbstverständlich versuchen, in Turin zu gewinnen. Wir werden unserem Stil treu bleiben und wissen, was zu tun ist“, erklärte der Cheftrainer vor rund 70 Journalisten auf der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel im Salone delle Feste des Mannschaftshotels. Ähnlich selbstbewusst äußerte sich Franck Ribéry: „Wir sind Bayern! Wir haben keine Angst vor Juventus.“

Angst nein, Respekt schon. Immerhin führt die Alte Dame die heimische Serie A souverän vor dem SSC Neapel an. „Das ist eine absolute Topmannschaft“, weiß Heynckes, „sie werden versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.“ Ein „Pluspunkt“ (Rummenigge) für Juve wird das vor eineinhalb Jahren eröffnete Juventus Stadium sein - eine moderne, enge Fußballarena, die für etwas mehr als 40.000 Zuschauer Platz bietet. „Ich erwarte eine fantastische Atmosphäre. Da macht es Spaß zu spielen. Das ist eine riesige Motivation für beide Mannschaften“, glaubt Heynckes.

Fast alle Mann an Bord

Personell sieht es aus Bayern-Sicht gut aus. Bis auf die Langzeitverletzten Holger Badstuber (Reha nach Kreuzbandriss) und Toni Kroos (Muskelbündelriss) steht Heynckes in Turin der gesamte Kader zur Verfügung. Javi Martínez könnte nach abgesessener Gelbsperre wohl zurückkehren. Arjen Robben hat beste Karten, Kroos zu ersetzen. Juventus hingegen muss auf die gesperrten Arturo Vidal und Stephan Lichtsteiner verzichten. Stürmer Sebastian Giovinco wird verletzungsbedingt fehlen.

Und so wollen die Bayern am Mittwochabend nichts dem Zufall überlassen. „Wir müssen unser eigenes Spiel durchziehen“, forderte Robben, „wir sind keine Mannschaft, die sich hinten reinstellt.“ Auf ein Auswärtstor spielen und hinten möglichst sicher stehen - das also soll das Erfolgsrezept sein. Bastian Schweinsteiger ist überzeugt: „Wir müssen im Vergleich zum Hinspiel noch eine Schippe drauflegen.“

Für fcbayern.de in Turin: Nikolai Kube

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