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'Das packen wir'

FCB will letzten Schritt ins Finale machen

Die Ausgangslage ist klar. Nach dem klaren 4:0-Sieg im ersten Halbfinale der Champions League gegen den FC Barcelona trennt den FC Bayern nur noch ein Spiel vor dem anvisierten Saison-Höhepunkt, dem Endspiel am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion. „Wir haben mit dem Hinspiel die Tür aufgemacht, aber wir sind noch nicht einen Schritt durchgegangen. Das wollen wir morgen machen“, sagte Bastian Schweinsteiger vor der Partie am Mittwochabend in Barcelona (ab 20:45 Uhr im Liveticker und im Free-Webradio).

Doch ein Selbstläufer wird das zweite Duell mit dem souveränen spanischen Tabellenführer trotz der „wunderbaren Ausgangssituation“ nicht, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor der Reise nach Katalonien betonte. „Wir fliegen nicht entspannt nach Barcelona, sondern konzentriert und motiviert. Wir haben das große Ziel, ins Finale nach London zu kommen. Da wäre entspannt der falsche Ansatz.“

Denn Rummenigge weiß, dass der dreimalige CL-Sieger nach der „großen Schmach“ aus der Vorwoche im heimischen im Camp Nou „alles versuchen wird, um diese Scharte ein bisschen auszuwetzen“. Barcelona werde von Beginn an „mit aller Kraft kommen und alles ins Gefecht hereinlegen, um das Unmögliche möglich zu machen“, so Rummenigge weiter. Darauf müsse sich die Mannschaft einstellen, „das gilt es zu verhindern“.

Auf der anderen Seite habe er aber „totales Vertrauen zur Mannschaft und zum Trainer“, so Rummenigge. „Sie haben das die ganze Saison fantastisch gemacht und ich bin überzeugt, dass wir das packen.“ Für den Rekordmeister, der zum insgesamt siebten Mal in der Vorschlussrunde der Königsklasse steht, wäre es nach 1999, 2001, 2010 und 2012 die fünfte Finalteilnahme.

Keine Eintagsfliege

Auch Thomas Müller erwartet ein stürmendes Team aus Barcelona. „Die Spielanlage wird die gleiche bleiben, aber sie werden noch mehr aufs Tor drängen und viele Pässe in die Tiefe spielen“, sagte der mit sieben Treffern torgefährlichste Münchner in diesem Wettbewerb nach der Ankunft in der katalanischen Hauptstadt. Das gilt es im Kollektiv zu bekämpfen. „Wir müssen mit elf Mann eine Riesenarbeit abliefern und den Ball vom Tor fern halten.“

Einen ausschließlich verteidigenden FC Bayern wird es aber im Camp Nou deswegen nicht geben. „Wir sind keine Mannschaft, die nur verteidigt. Wir haben eine sehr gute Defensive, aber wir können auch sehr gut nach vorne spielen“, erklärte Trainer Jupp Heynckes. Vielmehr müsse sein Team „mit derselben Einstellung, Laufstärke und taktischen Ausrichtung“ agieren wie im Hinspiel. „Wir wollen beweisen, dass das Hinspiel keine Eintagsfliege war.“

Schweinsteiger hat 'ein sehr gutes Gefühl'

Aber Heynckes weiß, dass „die beste Mannschaft der Welt“ vor heimischem Publikum „schon riesige Ergebnisse erzielt und Rückstände aufgeholt hat“. Auch Schweinsteiger kennt die Heimstärke der Gastgeber: „Wir wissen, dass es sehr schwer ist, hier zu bestehen. Das ist den wenigsten Mannschaften gelungen. Wir haben zwar 4:0 gewonnen, aber es gibt zwei Mannschaften in Europa, die das umbiegen können: Barcelona und der FC Bayern.“

Seit 21 Champions-League-Spielen ist Barca im eigenen Stadion unbesiegt und erzielte dabei 59 Tore. Andererseits hat noch nie eine Mannschaft in der Königsklasse einen Vier-Tore-Rückstand aufholen können. Und der FCB ist die letzten fünf Mal, wenn er zunächst ein Heimspiel hatte, in die nächste Runde eingezogen. Schweinsteiger betonte, er habe „ein sehr gutes Gefühl. Wir haben nur einen Traum: Wir wollen nach London kommen.“

Mandzukic wieder da

Personell kann Heynckes im bislang wichtigsten Spiel der Saison „aus dem Vollen schöpfen“. Abwehrchef Dante sei zwar noch leicht erkältet, wird aber am Abschlusstraining teilnehmen können. Die voraussichtlich einzige Veränderung zum Hinspiel wird es im Sturm geben, wo der zuletzt gesperrte Mario Mandzukic den Vorzug vor Mario Gomez erhalten dürfte. Heynckes stellte klar: „Wir werden in der bestmöglichen Aufstellung spielen.“

Auf die Tatsache, dass sechs seiner Akteure gelb-vorbelastet sind und bei einer weiteren Verwarnung in einem möglichen Finale gesperrt werden, will der 67 Jahre alte Fußballlehrer „überhaupt keine Rücksicht“ nehmen. Rummenigge forderte die Spieler auf, „klug und intelligent zu spielen, damit man der Gelben Karte aus dem Weg geht.“

Für fcbayern.de in Barcelona: Carsten Zimmermann

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