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Debütanten-Ball

Hojbjerg und Can: 2 hoffnungsvolle Talente

Da stand er. Mit einem Rucksack bepackt, ungläubig dreinschauend, glücklich. Ein Mitarbeiter der Medienabteilung des FC Bayern begleitete ihn bei seinen ersten „Gehversuchen“ durch die Mixed-Zone der Allianz Arena, wo die Journalisten wissen wollten, wie es denn war, das Bundesliga-Debüt vor 71.000 Zuschauern - Seite an Seite mit den großen Stars wie Franck Ribéry oder Mario Gomez. Pierre-Emile Hojbjerg, Däne, 17 Jahre und 251 Tage jung, pustete kurz durch. Dann sagte er: „Ganz ehrlich? Ich habe mir ganz schön in die Hose gemacht.“

Die Journalisten schmunzelten, Hojbjerg strahlte und erzählte von seinen Erlebnissen: „Das ist der Hammer, ein Traum. Ich glaube immer noch nicht, dass es echt ist. Ich muss mich ständig kneifen.“ Es war die 71. Minute, als Jupp Heynckes das große Talent, das eigentlich noch U19 spielen dürfte, in dieser Saison aber meist in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam, für Xherdan Shaqiri einwechselte. Hojbjerg löste damit David Alaba (17 Jahre, 255 Tage) als jüngsten Bundesliga-Spieler in der Geschichte des FC Bayern ab.

Manuel Neuer gab dem Youngster am Spielfeldrand noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Die Nervosität aber sorgte dafür, dass sich der Däne später nicht mehr daran erinnern konnte, was Deutschlands Nummer eins zu ihm gesagt hatte. „Nach etwa fünf Minuten hatte ich dann zwei, drei Aktionen und ein bisschen mehr Ruhe“, blickte Hojbjerg zurück.

Während die Partie in der Allianz Arena dem Ende entgegenplätscherte, erlebte der 17-Jährige, der im Sommer aus Bröndby zum FCB wechselte, seine bislang größten 20 Minuten. Heynckes ist überzeugt: „Pierre hat eine große Zukunft vor sich, er ist ein überragendes Talent und entwickelt sich sehr gut“. Daher habe er diesen Einsatz verdient gehabt, berichtete der Trainer.

Auch Can feiert Debüt

Genau wie Emre Can, der zweite Bundesliga-Debütant im Trikot des FCB am Samstagnachmittag. Can bekam von Heynckes sogar von Beginn an das Vertrauen geschenkt - wie bereits in den beiden 4:0-Siegen im DFB-Pokal bei Jahn Regensburg und gegen den 1. FC Kaiserslautern. Der Deutsch-Türke machte seine Sache im defensiven Mittelfeld ordentlich (55 Prozent gewonnen Zweikämpfe) und lässt Karl-Heinz Rummenigge hoffen.

„Wir haben Emre, Pierre und noch den einen oder anderen aus der zweiten Mannschaft. Ich glaube, da kommt jetzt wieder was“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern mit Blick auf die Jugendabteilung, „man kann sich freuen.“ Das tat auch Hojbjerg, der die Fragen der Journalisten cool, mit viel Charme und im fast perfekten Deutsch beantwortet hatte, bevor ihm der FCB-Medienmitarbeiter den ihm noch unbekannten Weg zum Aufzug erklärte.

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