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Kampf, Tifosi, Pirlo

Juve will 'ein Höllenspektakel' bereiten

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, besonders natürlich im Netz. Dort versammelt Juventus Turin vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Bayern bei Twitter unter dem Hashtag #iocicredo (Ich glaube daran) Hoffnungsfunken aus aller Welt. Und auch in der Mannschaft des italienischen Rekordmeisters ist weit mehr als nur ein Fünkchen davon zu finden. „Wir sind motiviert, das Ding noch zu drehen. Alle wollen das, wir können es in der Stadt spüren. Jetzt liegt es an uns“, sagte Abwehrspieler Giorgio Chiellini.

Natürlich wissen die Bianconeri, dass der FC Bayern nach dem 2:0 in München vor einer Woche als klarer Favorit ins Rückspiel geht. Die Turiner haben aber auch zur Kenntnis genommen, dass noch nichts entschieden ist. „Wir sind noch im Spiel“, meinte Chiellini, „in München ist eine Menge schief gegangen. Ich hoffe, dass das Rückspiel das Spiel von Juve wird.“

Trainer Antonio Conte, dessen Team die Serie A mit neun Punkten Vorsprung anführt, bezeichnete die Münchner als die „vielleicht stärksten Bayern aller Zeiten“ und betonte: „Es wird nicht leicht werden, aber wir werden alles versuchen. Wir wollen anders auftreten als vor einer Woche und unsere Stärke zeigen. Wir sind bereit!“

Verteidiger Leonardo Bonucci forderte „110 Prozent“ Leistung, Stürmer Mirko Vucinic nahm sogar das Wort „Krieg“ in den Mund und versprach dem frisch gebackenen Deutschen Meister im ausverkauften Juventus Stadium „sicherlich keine Party-Atmosphäre. Unsere Fans wissen, wie man die Stimmung aufheizt.“ Auch Conte hofft auf die Unterstützung der Tifosi: „Ich will ein Höllenspektakel, ein wirkliches Höllenspektakel, einen brodelnden Hexenkessel und großen Kampf.“

Conte 'ganz ruhig'

Verzichten muss der Juve-Coach dabei allerdings auf die gelb-gesperrten Arturo Vidal und Stephan Lichtsteiner sowie auf die verletzten Sebastian Giovinco (Knie) und Nicolas Anelka (Wade). Man werde „hohes Risiko gehen müssen“, um den 0:2-Rückstand aufzuholen, meinte Conte. Die Italiener wissen: Gelingt dem FCB am Mittwochabend nur ein Tor, müssten sie schon vier erzielen, um ihren Traum vom Halbfinale Wirklichkeit werden zu lassen.

„Träumen kostet nichts“, sagte Conte, der dem Spiel „ganz ruhig“ entgegenblickt. „Ich weiß, dass meine Spieler ihre Stärke zeigen wollen.“ Das gilt ganz besonders für Spielmacher Andrea Pirlo, der im Hinspiel nicht wie gewohnt zur Geltung kam. Italiens Fußballer des Jahres 2012 hat einst mit dem AC Mailand eine der unglaublichsten Aufholjagten in der Champions League schmerzvoll miterlebt: im Finale 2005, als der FC Liverpool einen 0:3-Rückstand gegen Milan noch umbog. Pirlo: „Das macht mir Hoffnung, dass wir es immer noch schaffen können.“

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