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Alles Gute zum 65., 'Katsche'!

Schwarzenbeck - ein Volltreffer für den FC Bayern

Unsterblich machte er sich am 15. Mai 1974. Es lief die 120. Spielminute. „Da bekomme ich ein Zuspiel quer vom Franz - was mich schon gewundert hatte. Denn sonst hat er den Ball immer nach vorne gespielt. Ich habe dann nicht lange überlegt, bin ein paar Schritte nach vorne und habe abgezogen - gerade in dem Moment, als der Gerd vorne schon angefangen hatte zu schimpfen, weil er den Ball nicht bekommen hat“, erinnert sich Hans-Georg Schwarzenbeck an DAS Tor seiner Karriere. Im Landesmeister-Cup-Endspiel gegen Atletico Madrid erzwang Katsche mit einem strammen Schuss ein Wiederholungsspiel (1:1), im dem sich der FC Bayern schließlich 4:0 durchsetzte und erstmals den wichtigsten europäischen Klubtitel gewann - „natürlich mein schönster Erfolg“, sagt Schwarzenbeck, der am heutigen Mittwoch (3. April) 65 Jahre alt wird.

„Ich wünsche Katsche von Herzen alles Gute“, gratuliert Franz Beckenbauer seinem langjährigen Weggefährten. „Ein Weltklassespieler, der auch charakterlich weltmeisterlich war und noch heute ist.“ Auch der Kaiser hat Schwarzenbecks „Glanztat“ vom Mai 1974 nicht vergessen. Es war der Moment in Schwarzenbecks Karriere, in dem der schnörkel- und kompromisslose Abwehrspieler am meisten im Mittelpunkt stand. Ansonsten hat er das Rampenlicht gerne anderen überlassen. „Ich war froh, dass ich nicht so im Fokus stand“, sagt der Putzer des Kaisers, dessen Anteil an den goldenen 70er Jahren des FC Bayern nicht zu unterschätzen ist.

Blindes Verständnis mit Beckenbauer

Bescheiden, bodenständig, zuverlässig - so trat und tritt Schwarzenbeck auf. „Ich habe eigentlich nur meine Aufgabe als Verteidiger erledigt und hatte das Vergnügen, einen Weltklassespieler wie ihn (Franz Beckenbauer) an meiner Seite zu haben. Es hat mir nie etwas ausgemacht, dass ich im Schatten vom Franz stand.“ Katsche hielt dem Libero den Rücken frei, das Verständnis war blind. „Es hat alles gepasst.“

Auch der Erfolg. Denn Schwarzenbeck gewann so ziemlich alles, was es zu gewinnen gab. Weltmeister 1974, Europameister 1972, Weltpokalsieger 1976, dreimaliger Europokalsieger der Landesmeister, einmal Europapokalsieger der Pokalsieger - so lautet die internationale Bilanz. Dazu sprangen sechs Meistertitel und drei DFB-Pokalsiege heraus. Seine gesamte Karriere über spielte der gebürtige Münchner im FCB-Trikot und bestritt von 1966 bis 1979 insgesamt 416 Bundesliga- sowie 70 Europacupspiele, dazu kommen 44 Länderspiele. Nach einem Achillessehnenriss im November 1979 gehörte er noch bis 1981 zum Bayern-Kader, dann beendete Katsche seine Profi-Karriere.

'Nicht der Typ zum Manager'

Im Gegensatz zu vielen Mitspielern von einst wie Beckenbauer, Sepp Maier oder Uli Hoeneß hatte Schwarzenbeck nie das Interesse, dem Fußball nach seiner aktiven Laufbahn erhalten zu bleiben. „Dass ich nicht Trainer oder Manager werde, war mir immer hundertprozentig klar“, betont der gelernte Buchdrucker rückblickend. „Zum Manager bin ich nicht der Typ. Und Trainer werden kam auch nicht infrage.“

Stattdessen übernahm Katsche, der bis heute Stammgast in der Allianz Arena ist, den Schreibwarenladen seiner Tanten in München-Au. „Meinen Traumberuf durfte ich als Profifußballer ja schon ausüben. Die nachfolgende Berufstätigkeit habe ich mit Freude ausgeführt. Ich war immer ein bodenständiger Mensch und habe mir gesagt: Schuster, bleib bei Deinen Leisten. So habe ich auch Fußball gespielt“, erklärt der Familienvater, der sich auf seine bescheidene Art und Weise - und mit einem Gewaltschuss - beim FC Bayern unsterblich gemacht hat.

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