präsentiert von
Menü
'Wir packen das!'

FCB will Geschichtsbücher neu schreiben

Hoch oben auf den Rängen des Camp Nou feierten die Fans des FC Bayern lautstark den Einzug ihrer Mannschaft ins Champions-League-Endspiel, unten auf dem Rasen tanzten die Spieler ausgelassen in ihren blütenweißen Final-T-Shirts. Mit einem beeindruckenden 3:0 (0:0)-Sieg hatte der FCB kurz zuvor den FC Barcelona in dessen Stadion deutlich in die Schranken gewiesen und damit eine Woche nach dem nicht minder großartigen 4:0-Erfolg in München den fünften Finaleinzug in der Königsklasse unter Dach und Fach gebracht.

„Wir haben heute etwas Wunderbares erlebt. Unsere Mannschaft hat etwas Historisches geschafft“, schwärmte Karl-Heinz Rummenigge, als er um kurz nach Mitternacht die Halbfinal-Helden und die rund 400 anwesenden Gäste zum traditionellen Bankett im Teamhotel Hesperia Tower begrüßte. „Barcelona ist die Mannschaft, die in den letzten sechs, sieben Jahren Fußball-Europa dominiert hat. Wir haben hier 3:0 gewonnen, ich muss mich fast zwicken“, so der Vorstandsvorsitzende.

„Super Bayern, super Bayern“, hallte es bei Rummenigges Ansprache immer wieder durch den Festsaal, während auf einer Leinwand im Hintergrund alle Tore der bisherigen Champions-League-Saison flimmerten. „Wir erleben in diesem Jahr eine Saison, die ich auch noch nie erlebt habe. Wir sind Deutscher Meister und wir stehen noch in zwei Finalspielen. Diese Mannschaft kann in diesem Jahr die Geschichtsbücher des FC Bayern neu schreiben“, meinte Rummenigge im Hinblick auf das Titel-Triple, „und ich bin überzeugt: Wir packen das!“

Zuvor hatte auch der FC Barcelona etwas noch nie Dagewesenes erlebt. Dank einer „grandiosen Leistung“ der Münchner, wie es Kapitän Philipp Lahm nach dem Spiel formulierte, verloren die Katalanen erstmals beide Spiele in einem K.o.-Duell und mussten die erste Heimniederlage in der Champions League seit 21 Spielen hinnehmen. „Davon konnte man nicht ausgehen, weil Barcelona immer noch eine absolute Topmannschaft ist“, meinte Lahm und betonte: „Man sieht die Entwicklung in den letzten Jahren. Wir können so eine Topmannschaft beherrschen.“

„Das hätte keiner vorher geglaubt, dass wir gegen Barcelona in zwei Spielen sieben Tore erzielen und zweimal zu null spielen“, sagte Torhüter Manuel Neuer stolz. „Meine Mannschaft war ungemein konzentriert. Wir haben überragenden Fußball gespielt“, lobte Trainer Jupp Heynckes hinterher sein gesamtes Team. „Die Mannschaft hat es verstanden, die taktische Marschroute umzusetzen. Beide Spiele haben gezeigt, dass wir auf ganz hohem Niveau Fußball spielen können. Man merkt, dass wir reifer geworden und ein Team sind“, so Heynckes weiter.

Beinahe noch beeindruckender als im Hinspiel ließen die Bayern die Gastgeber, bei denen Weltfußballer Lionel Messi über die gesamten 90 Minuten auf der Bank saß, kaum zur Entfaltung kommen und schlugen selbst zum richtigen Zeitpunkt eiskalt zu. Arjen Robben (48. Minute), Gerard Piqué (72./Eigentor) und Thomas Müller (76.) machten vor 95.877 Zuschauern den dritten Finaleinzug des FCB in den letzten vier Jahren perfekt. „Bayern war heute viel wettbewerbsfähiger als wir. Sie waren eindeutig überlegen“, meinte Barca-Kapitän Xavi anerkennend.

'Erst mal genießen'

„Ich denke, dass wir in dieser Saison eine Mannschaft sind, die großen Zusammenhalt hat. Wir arbeiten überragend zusammen. Wir haben alle großen Hunger auf Erfolg“, erklärte Heynckes die herausragende Form seiner Elf. Robben ergänzte: „Wir treten als Mannschaft auf, so kann man Spiele auf so hohem Niveau gewinnen. Wir haben jetzt zwei Mal überzeugend gegen Barcelona gewonnen, das dürfen wir erst mal genießen.“

In der Kabine gab es nach Schlusspfiff zwar einige Bierchen, die große Champions-League-Partynacht soll aber am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion folgen. Dann geht es im ersten rein deutschen Finale in der Geschichte der Königsklasse gegen Borussia Dortmund. Nach den beiden Endspielniederlagen 2010 und 2012 sei der „Wille extrem groß“, den begehrten Henkelpott nach zwölf Jahren endlich wieder nach München zu holen, sagte Müller. Kapitän Lahm machte unmissverständlich klar: „Wir sind noch nicht am Ende. Jetzt wollen wir natürlich auch den Pott.“

Für fcbayern.de in Barcelona: Carsten Zimmermann

Weitere Inhalte