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'Kein Ziel mehr'

Heynckes verkündet Bundesliga-Abschied

Das hat selbst Jupp Heynckes noch nicht erlebt! 1.009 Bundesligaspiele hat der ehemalige Weltklassestürmer in seiner fast 50 Jahre währenden Karriere als Profi und Trainer bestritten, aber in den Genuss der berühmten Weißbierduschen nach einem Titelgewinn des FC Bayern ist auch er noch nicht gekommen. Zwar gewann er in seiner ersten Amtszeit in München zwei Mal die Deutsche Meisterschaft (1989 und 1990), die inzwischen legendären Weißbierduschen kamen aber erst ein knappes Jahrzehnt später in Mode.

Am Samstag, wenn der FCB nach dem letzten Saisonheimspiel gegen den FC Augsburg für den Gewinn der 23. Deutschen Meisterschaft geehrt wird, soll auch Heynckes endlich seine Premiere erleben. Oder etwa doch nicht? „Ich lasse alles auf mich zukommen“, sagte der 68-Jährige am Freitag. So ganz geheuer ist ihm diese Art zu Feiern aber offenbar nicht. Er werde sich daher „sicher etwas überlegen, während des Spiels oder in der Halbzeitpause“, um der Weißbierdusche aus dem Weg zu gehen.

Wehmut kommt auf

So oder so, eines steht vor der Partie gegen den FCA bereits fest: Für Heynckes wird es der letzte Auftritt als Bayern-Trainer in der heimischen Allianz Arena sein, danach folgen noch die drei Spiele in Mönchengladbach, in London und in Berlin. „Natürlich kommt da Wehmut auf“, erklärte Heynckes, der zum Abschied nochmal „das fantastische Publikum, die Atmosphäre, das Fluidum“ genießen möchte.

Eine Woche nach der Übergabe der Meisterschale steht das Bundesligafinale bei Borussia Mönchengladbach auf dem Programm. „Das ist eine Konstellation wie in einem Drehbuch“, meinte Heynckes über die Rückkehr nach Gladbach, wo einst seine Karriere sowohl als Spieler als auch als Trainer begann. „Somit schließt sich der Kreis“, meinte der Fußballlehrer und kündigte an, gegen seine „große Liebe“ sein 1.011. und zugleich letztes Bundesligaspiel zu bestreiten.

Abschied aus der Bundesliga

„So wie es aussieht, wird das ein Abschied aus der Bundesliga werden“, so Heynckes. Gladbach, Bayern, Eintracht Frankfurt, FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen waren die Trainerstationen des Weltmeisters von 1974, weitere werden nicht folgen. „In der Bundesliga gibt es für mich kein Ziel mehr“, betonte Heynckes, erst recht nicht nach dieser herausragenden Saison mit dem deutschen Rekordmeister.

Ob er künftig im Ausland als Vereins- oder gar Nationaltrainer arbeiten wird, ließ Heynckes offen. Schon beim Champions-League-Halbfinale in Barcelona war Don Jupp von spanischen Journalisten über eine mögliche Rückkehr auf die iberische Halbinsel, wo er einst Athletic Bilbao (1992-94 und 2001-03), CD Teneriffa (1995-97) und Real Madrid (1997-98) trainierte, befragt worden. Damals sagte er: „Ich sehe das so gelassen. Ich weiß, was ich nach dem 30. Juni mache“ - und das sogar „schon länger“.

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