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'Es ist ein Männersport'

Kampf, Emotion und 'ein gefühlter Sieg'

Elfmeter, Platzverweis, Zweikämpfe - „intensiv“ war's, wie es Jupp Heynckes ausdrückte. Am Ende stand eine Punktteilung (1:1) zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Drei Wochen vor dem Aufeinandertreffen im Champions-League-Endspiel sahen 80.645 Zuschauer im Stadion mehr als nur ein Beschnuppern der beiden Finalisten, die nach den Halbfinalspielen unter der Woche beide kräftig durchrotiert hatten. Wer einen lockeren Freizeitkick erwartet hatte, sah sich jedenfalls getäuscht.

„Wenn diese zwei Mannschaften aufeinandertreffen, ist Emotion im Spiel, die hat man heute gesehen“, blickte Karl-Heinz Rummenigge auf eine leidenschaftlich geführte Partie zurück, „das ist o.k. so.“ Ähnlich sah es Manuel Neuer, der die Bayern in Abwesenheit von Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger erstmals als Kapitän aufs Feld geführt hatte. „Ich glaube, dieses Spiel wird nie ein Freundschaftsspiel sein“, befand der 27-Jährige, „es ist immer eine Herausforderung für uns, gegen Dortmund zu spielen.“

Seine größte Bewährungsprobe hatte der Nationalkeeper nach 60 Spielminuten gemeistert, als er einen Handelfmeter von Robert Lewandowski bravourös aus dem linken Eck fischte. Neuers Teamkollegen waren derweil „richtig in die Zweikämpfe gegangen“, analysierte der FCB-Schlussmann im Anschluss an das Duell des noch amtierenden Deutschen Meisters gegen den neuen Titelträger. „Es war grenzwertig, aber es war nicht böswillig gemeint. Es ist ein Männersport.“

'Den Punkt verdient'

„Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt“, meinte Heynckes. Sein Gegenüber, BVB-Coach Jürgen Klopp, urteilte, dass sich „keiner verdächtig machen“ wollte, „dass es ein Freundschaftsspiel wird“, alle seien „im Wettkampfmodus“ gewesen. Heynckes sah eine „kämpferisch überragende“ Leistung seiner Mannschaft „auch mit zehn Spielern“, die sich deshalb „den Punkt verdient hat“.

Tatsächlich stemmte sich der neue Deutsche Meister in fast 30-minütiger Unterzahl erfolgreich gegen die Angriffsbemühungen der Dortmunder, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Rafinha mehr vom Spiel hatten, sich gegen aufopferungsvoll kämpfende Bayern jedoch nicht mehr entscheidend in Szene setzen konnten. „Das Ergebnis ist verdient“, bilanzierte Karl-Heinz Rummenigge, der nicht zuletzt vor dem Hintergrund der „ganz schweren“ Champions-League-Aufgaben in der vergangenen Woche ein „gutes Spiel“ sah.

Nach der Dortmunder Fühung duch Kevin Großkreutz (11. Minute) glich Mario Gomez (23.) aus. Nach dem Platzverweis war es für die Bayern dann „schwierig, nach vorne Akzente zu setzen“, berichtete Xherdan Shaqiri: „Wir können mit dem Unentschieden zufrieden sein.“ Neuer freute sich, „dass wir in Unterzahl kein weiteres Tor mehr bekommen und den Punkt mitgenommen“ haben. „Für uns ist es ein gefühlter Sieg.“

Rückschlüsse auf das Champions-League-Finale in knapp drei Wochen lasse diese Partie indes nicht zu, wie alle Beteiligten betonten. „Das kann man nicht miteinander vergleichen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Shaqiri ist überzeugt: „Das wird ein ganz anderes Spiel.“ Nur intensiv wird es wohl wieder werden.

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