präsentiert von
Menü
Endlich, endlich, endlich

Lahm & Co: Bayerns 'Goldene Generation'

„Endlich!“ Als am späten Samstagabend im Londoner Wembley-Stadion der Schlusspfiff ertönte, da schoss Philipp Lahm nur dieser eine Gedanke in den Kopf. Endlich war der FC Bayern am Ziel seiner Träume, holte sich durch das 2:1 gegen Borussia Dortmund zum fünften Mal nach 1974, 1975, 1976 und 2001 den begehrtesten Vereinstitel im Weltfußball. Und mit dem deutschen Rekordmeister standen endlich auch Kapitän Lahm und sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger ganz oben auf Europas Fußballthron.

„Ich freue mich besonders für die Generation Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm, dass sie den großen Titel heute gewonnen haben“, sagte Trainer Jupp Heynckes nach dem Finale in der englischen Hauptstadt. „Es ist großartig, dass sie nach vielen nationalen Titeln jetzt endlich den internationalen Titel geholt haben, der sicherlich die Krönung für jeden Fußballer ist, wenn ich jetzt mal von der Weltmeisterschaft absehe“, so Heynckes weiter.

Nach den beiden verlorenen Champions-League-Endspielen 2010 und 2012, drei Halbfinal-Niederlagen mit dem DFB-Team bei EM und WM und eine Niederlage im EURO-Endspiel 2008 galt die Goldene Generation um die beiden FCB-Spielführer lange als unvollendet. Bis Samstagabend. Nachdem Lahm den Henkelpott aus den Händen von UEFA-Präsident Michel Platini überreicht bekam und um 21.54 Uhr Ortszeit in den Londoner Nachthimmel reckte, war auch dieser kleine Makel endgültig beseitigt.

„Wenn man eine Goldene Generation werden will, muss man einen internationalen Titel gewinnen“, sagte Lahm nach der Siegerehrung. „Heute wurden wir endlich mal belohnt für das, was wir in den letzten Jahren, Monaten und Wochen geleistet haben. Wir mussten viele Rückschläge wegstecken, vor allem im letzten Jahr das Finale zu Hause“, meinte der 29-Jährige, der – abgesehen von einem zweijährigen Gastspiel beim VfB Stuttgart - seit seinem elften Lebensjahr für den FC Bayern spielt.

Herzen, küssen, in die Höhe recken

Auch der ein Jahr jüngere Schweinsteiger, für Heynckes der „im Moment beste Mittelfeldspieler der Welt“, konnte in Wembley endlich den lange ersehnten Triumph feiern. Zwar betonte er im Vorfeld der Partie, sein Lebensglück hänge nicht vom Gewinn des Pokals ab („Ich lebe auch nicht länger, wenn ich ihn jetzt gewinne“). Nach seinem Fehlschuss im Elfmeterdrama von München im Vorjahr war aber besonders ihm anzumerken, wie groß die Erleichterung über den Champions-League-Erfolg war.

Als zweiter FCB-Profi nach Lahm streckte er den Pott von der königlichen Loge im Wembley-Stadion den Fans entgegen, später auf dem grünen Rasen schien er mit dem 8,5 Kilogramm schweren Silberpokal eine innige Beziehung aufzubauen. Immer wieder herzte und küsste er die Trophäe, studierte konzentriert die eingravierten Siegernamen, um dann wieder seiner Freude freien Lauf zu lassen und den Pokal in die Höhe zu recken. Auch bei der anschließenden Siegesfeier gab der zuletzt eher zurückhaltende Schweinsteiger richtig Gas.

Weg noch nicht zu Ende

Aber nicht nur Lahm und Schweinsteiger setzten ihrer Karriere vorläufig die Krone auf. Auch für Siegtorschütze Arjen Robben, Franck Ribéry, Dante und die Ü30-Fraktion mit Daniel van Buyten, Anatoliy Tymoshchuk und Claudio Pizarro freute sich Trainer Heynckes besonders. „Das sind alles ältere Spieler, die wissen: Wenn wir es dieses Jahr nicht geschafft hätten, wird es irgendwann eng. Die Zeit wäre ihnen sonst weggelaufen. Man kommt nicht jedes Jahr ins Champions-League-Endspiel.“

Am kommenden Samstag in Berlin können die „Kings of Europe 2013“ dies sogar noch übertreffen. Mit einem Sieg im Finale um den DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart könnte der FC Bayern als erste deutsche Mannschaft überhaupt den Dreifach-Triumph aus Champions League, Meisterschaft und Pokal unter Dach und Fach bringen. „Unser Weg ist noch nicht zu Ende“, erklärte Heynckes, sein Kapitän meinte. „Wir wollen jetzt das Triple.“

Weitere Inhalte