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Party im Postpalast

'Magischer' FCB lässt die Puppen tanzen

Der Postpalast hatte sich rausgeputzt. Mal wieder. Wie bei der großen Feier zu Uli Hoeneß‘ 60. Geburtstag. Wie beim Bankett nach dem verlorenen Finale dahoam am 19. Mai 2012. Die Stimmung damals: Ernüchternd. Knapp ein Jahr später kehrten die Bayern in diesen beeindruckenden Saal im Zentrum Münchens zurück - und ließen bis in die frühen Morgenstunden die Puppen tanzen.

„Ich gebe zu, ich bin ein Stück verliebt in diese Mannschaft. Der FC Bayern 2012/13 war ein Sommer-, ein Herbst-, ein Frühjahr- und ein Wintermärchen - alles in einem“, erklärte ein „stolzer“ Karl-Heinz Rummenigge, als er nach Mitternacht auf der klubinternen Meisterfeier zum Team und den rund 500 geladenen Gästen sprach.

Um 22.30 Uhr war der Bayern-Tross im Postpalast eingetroffen, um die Party, die am Nachmittag mit der Schalenübergabe in der Allianz Arena begonnen hatte, fortzusetzen. „Die Jungs sollen den Abend genießen“, ordnete Jupp Heynckes an. Und das taten sie! Kai Pflaume moderierte auf einer Bühne im überdimensionalen Meisterdesign, Popstar Marlon Roudette heizte Philipp Lahm und Co. ab 1 Uhr richtig ein, Bastian Schweinsteiger wurde zum Schlagzeuger, Rafinha zum Trommler, Mario Gomez und Manuel Neuer zu Sängern.

Es ging ausgelassen zu. Man spürte: Nach zwei Jahren ohne Titel fiel eine große Last vom ganzen Verein ab. Ganz wurde die Handbremse jedoch nicht gelöst, denn in zwei bzw. drei Wochen wird es so richtig ernst - beim Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund und Pokalfinale gegen Stuttgart. „Wir haben jetzt die große Chance mit den zwei Spielen in London und Berlin Historisches zu schaffen. Ich glaube, die Mannschaft ist in diesem Jahr zu allem in der Lage“, blickte Rummenigge voraus auf ein mögliches Triple.

Rund 30 Minuten stand Bayerns Vorstandsvorsitzender auf dem Podest. Immer wieder wurde seine Rede von Applaus unterbrochen. Vor allem, als Rummenigge Trainer Jupp Heynckes hochleben ließ. „Egal, was passiert, in diesem Verein, in dieser Familie FC Bayern, du wirst immer deinen festen Platz haben“, so Rummenigge, „egal, was du für einen Wunsch hast. Die Tür wird dir immer offen stehen.“ Heynckes war sichtlich gerührt, die Mannschaft johlte - und bekam dann ebenfalls reichlich Lob.

Es habe noch nie ein Bayern-Team mit einem so „grundsoliden, seriösen und disziplinierten Charakter“ gegeben, sagte Rummenigge: „Eigentlich hat diese Mannschaft uns die ganze Saison magische Momente beschert.“ Und weiter: „Wenn irgendwann die Geschichtsbücher des Fußballs neu geschrieben werden, bekommen diese Burschen, bekommt dieser Trainer ein großes Kapitel.“

Hoffen auf die nächste Partynacht

Die Rekord-Bayern. Nun soll diese gigantische Saison gekrönt werden. „Wir sind noch nicht am Ende“, merkte Kapitän Lahm an, „wir waren in der Vergangenheit immer nah dran, jetzt wollen wir das Ding auch endlich haben.“ Er meinte natürlich: Den Henkelpokal. Den Pokal, mit dem man eigentlich vor knapp einem Jahr im Postpalast eine Mega-Sause starten wollte.

Dazu kam es bekanntlich nicht. Doch das Negativerlebnis schweißte den Verein noch enger zusammen, wie Rummenigge glaubt: „Vielleicht war es aus heutiger Sicht ganz gut, dass wir das gemeinsam erlebt haben.“ Man sei nicht in eine Depression verfallen, sondern habe daraus neue Kraft geschöpft. Und genau die soll in zwei Wochen zum ganz großen Coup führen - und zur nächsten großen Partynacht.

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