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Erst feiern, dann in die Final-Wochen

Mandzukic: 'Ich bin bereit'

Der Bomber Gerd Müller natürlich. Aber auch Karl-Heinz Rummenigge, Roland Wohlfarth, Giovane Elber, Roy Makaay, Luca Toni... Viele Angreifer haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in die Herzen der Fans geschossen. Aber in dieser Saison haben die Zuschauer eine neue Art Stürmer kennen und - wie der Applaus in der Allianz Arena verrät - lieben gelernt. Einen, der Angreifer und vorderster Verteidiger zugleich ist: Mario Mandzukic.

Wie er immer wieder bis an den eigenen Strafraum zurückeilt; wie er im Mittelfeld dem Gegner den Ball stibitzt; wie er keinem Zweikampf aus dem Weg geht; wie er unablässig unterwegs ist, Gegenspieler nervt und Raum für Mitspieler schafft. Das ist außergewöhnlich. „Er hat Stürmer, Mittelfeld und rechter Verteidiger gespielt. Es war unglaublich!“, sagte Javi Martínez nach dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Juventus Turin. Und Tore schießt dieser Mandzukic („Fußball ist Männersport. Da geht es zur Sache. Ich mag das.“) auch noch! 21 sind es bislang in allen Pflichtspielen, zusammen mit Thomas Müller ist er aktuell der erfolgreichste FCB-Schütze.

Lange lag der Kroate sogar auf Kurs Torjägerkanone. Doch je weiter die Mannschaft in Champions League und DFB-Pokal vorrückte, desto weniger bekam er die Möglichkeit, in der Bundesliga seine Ausbeute zu erhöhen. „Ich habe ihm die Torjägerkanone weggenommen“, weiß Trainer Jupp Heynckes, dessen Rotation den 26-Jährigen um zahlreiche Einsätze brachte. „Das akzeptiert er und das finde ich großartig“, sagte der FCB-Chefcoach, dem „die sehr gute professionelle Einstellung“ seines Stoßstürmers imponiert.

Vorfreude auf Samstag

Mandzukic hat sich über die verlorene Chance auf die Kanone „keinen Kopf“ gemacht, wie er am Donnerstag erzählte: „Ich habe Jupp Heynckes gesagt: Mir ist es wichtiger, dass ich etwas mit der Mannschaft gewinne.“ Heynckes habe ihm scherzhaft sogar eine seiner Kanonen, die der heutige Bayern-Trainer 1974 und 1975 gewann, angeboten. „Er kann sie gerne behalten“, sagte Mandzukic und bedankte sich bei seinem Trainer, „dass er aus mir einen besseren Spieler gemacht hat.“

Mandzukic will in dieser Saison Hand an größere Pokale als die Kanone legen. Zum Beispiel an die Meisterschale, die er am Samstag erstmals in Empfang nehmen wird. „Es wird sicherlich etwas Besonderes“, ist der kroatische Nationalstürmer, der in seiner Heimat schon drei Meisterschaften mit Dinamo Zagreb gefeiert hat (2008-10), voller Vorfreude. Auf den Auto-Korso und den Auftritt auf dem Rathausbalkon hat er sich vorbereitet: „Ich habe schon auf YouTube gekuckt, was da früher los war. Ich bin gut informiert und bereit.“

„Ein bisschen feiern und glücklich sein“, das hat Mandzukic am Samstag vor. „Das kann uns nur gut tun bei dem, was uns noch erwartet“, meinte er. Gedanken an das Champions-League-Finale habe er „noch nicht so sehr. Die Zeit dafür kommt noch.“ Sein Motto: „Locker bleiben! Nicht jetzt schon viel daran denken!“ Dabei hat Mandzukic aber nicht vergessen, dass diese Saison eine historische Chance bietet - und die will er zusammen mit der Mannschaft nutzen: „Wir wollen Geschichte schreiben.“